Die zwischen Wemag-Batteriekraftwerk und Umspannwerk stationierten elektrischen Bauelemente simulierten den Stromverbrauch von etwa 20‘000 Haushalten. ©Bild: Wemag/Stephan Rudolph

Wemag-Batteriespeicher: Baut nach Totalausfall Stromnetz mit Gasturbine und Windpark wieder auf

(PM) In Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern ist es in einem Versuch gelungen, mit einem schwarzstartfähigen Batteriekraftwerk unter Einbeziehung einer Gasturbinen-Anlage und eines Windparks ein abgeschaltetes Stromnetz wiederaufzubauen. Dabei konnten innovative Schwarzstart- und Netzwiederaufbauszenarien untersucht werden. Dieser praktische Versuch bildete die Fortsetzung des im August 2017 erfolgreich durchgeführten ersten Schwarzstarts.


Damals wurde der Schwarzstart noch ohne Einbeziehung einer Erneuerbare-Energien-Anlage und simulierten Verbrauchern absolviert (siehe ee-news.ch vom 17.8.2019 >>). An dem Test waren Wemag und mehrere Partner beteiligt, darunter der Energiedienstleister Aggreko beteiligt. Aggreko hatte (noch als Younicos) den schwarzstartfähigen Batteriespeicher für die Wemag errichtet und stellte zudem für den Versuch auch Hardware zur Verfügung. Im Versuch übernahm der Wemag-Batteriespeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes eine primäre Funktion, für die bislang rein konventionelle Kraftwerkstechnik verwendet wird. Durch das Einbinden von Verbrauchern und der Zuschaltung des Stroms aus den Windkraftanlagen wurde eine realitätsnahe Situation geschaffen.

Simulation des Stromverbrauchs von etwa 20000 Haushalten
Für den technisch anspruchsvollen Versuch wurde ein abgeschlossener Bereich des Netzes aufgebaut und in einen kompletten Stromausfall versetzt. Das Wemag-Batteriekraftwerk setzte das Versuchsnetz unter Spannung. Anschliessend ging die ebenfalls schwarzstartfähige Gasturbine der EVSE in Betrieb und die Verbraucher wurden über eine Agrreko-Lastbank ersetzt. Dafür standen zwischen dem Batteriekraftwerk und dem Umspannwerk in Lankow auf vier Tiefladern verteilte elektrische Bauelemente bereit. Diese Widerstände simulierten den Stromverbrauch von etwa 20‘000 Haushalten, was einer Stadt wie Parchim entspricht. Anschliessend wurde der Windpark zugeschaltet und verschiedene Tests durchgeführt. Während des mehrstündigen Versuchs waren keine Netzkunden mit diesem abgeschlossenen Stromnetz verbunden. Diese wurden über andere Leitungen versorgt.

Im Falle einer Grossstörung bis hin zum vollständigen Ausfall des Übertragungsnetzes müssen die Betreiber von Erzeugungseinheiten und Stromnetzen zusammen die Wiederherstellung der Stromversorgung in den von ihnen betriebenen Netzen koordinieren. Bei einem mehrtägigen Blackout wären in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Schäden an der gesamten Infrastruktur und Probleme bei der Grundversorgung der Bevölkerung zu erwarten. Die Systemdienstleistung Versorgungswiederaufbau wird nicht nur von Netzbetreibern, sondern auch von der Industrie benötigt, um einen langandauernden kostenintensiven Produktionsausfall zu vermeiden.

Text: Wemag AG

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