13. Apr 2018

Rainer Isenrich: „Die Abnahmetests waren sehr positiv mit einer deutlich höheren Performance Ratio als den Planungen zu Grunde lag.“

Die Anlage Requena, die aus zwei Teilen besteht und sich auf Grundstücken verschiedener Besitzer befindet, wurde bereits 2007 als Projekt angedacht. Bild: Edisun Power

Edisun Power: Erhöht installierte Photovoltaik-Leistung um über 64 %

(©AN) „Die 12-MW-Anlage Requena ist ein Meilenstein für unser Unternehmen“, erklärte Rainer Isenrich, CEO von Edisun Power, anlässlich der Einweihung Mitte März in der spanischen Region Valencia. Mit der Anlage erhöht das Unternehmen seine installierte Leistung mit einem Schlag von 22 auf 34 MW. Ein Gespräch über die Zukunftsaussichten von Edisun Power.


10 Jahre nach der ersten Photovoltaikanlage in Spanien weihte Edisun Power im März 2018 die mit 12 MW Leistung mit Abstand grösste seiner Photovoltaikanlagen ein. „Just in time erhielten wir auch einen Tag vor der Einweihung die definitive Aufnahme in das Einspeisevergütungssystem von der spanischen Regierung zugesichert“, freute sich Rainer Isenrich. Während 30 Jahren erhält Edisun Power eine garantierte Einspeisevergütung von rund 14 Eurocents pro Kilowattstunde.

Anlage Requena in Zahlen

  • Installierte Leistung: 12 MW, je 6 MW mit kristallinen Modulen à 320 kW der Hersteller Risen und Suntech
  • Erwartete Jahresproduktion: 20 Mio. kWh
  • Wechselrichter: 200 Stück des Herstellers Huawei

In Spanien betreibt Edisun Power mit nun über 21 MW Leistung verteilt auf 10 Anlagen den grössten Anlagepark. In Deutschland sind es 8 Anlagen mit 5.7 MW Leistung, in Frankreich 4.8 MW verteilt auf 11 Anlagen, in Italien eine Anlage mit 1 MW Leistung und in der Schweiz 7 Anlagen mit insgesamt 1.8 MW.



2007 erstmals geplant
Die Anlage Requena, die aus zwei Teilen besteht und sich auf Grundstücken verschiedener Besitzer befindet, wurde bereits 2007 als Projekt angedacht. Aufgrund verschiedener Verzögerungen fiel das Projekt jedoch unter das von der spanischen Regierung 2012 verhängte Photovoltaik-Moratorium. Der Besitzer der Rechte reichte dagegen erfolgreich Klage ein: 2016 bekamen die Projektentwickler recht und die ab 2013 geltenden Einspeisetarife zugesprochen. Edisun Power konnte darauf das Projekt der schweizerischen Smartenergy Invest AG abkaufen.


„Wir haben ein gutes Geschäft gemacht!“

Ein Gespräch mit Rainer Isenrich, CEO von Edisun Power, über die Anlage Requena.

Edisun Power ist mit Requena ein echter Coup gelungen, 14 Eurocent Einspeisevergütung über 30 Jahre. Bei Marktpreisen um 4 bis 5 Eurocent in Spanien scheint das paradiesisch. Warum hat gerade Edisun Power das Rennen gemacht?

Letzten Endes ist die Anlage einem langjährigen Kontakt zu verdanken, den ich am New Energy Investor Summit der Energie Zukunft Schweiz mit den Verantwortlichen von Smartenergy Invest vor Jahren geknüpft habe. Hinzu kam, dass die Edisun Power schnell und flexibel reagieren konnte, als das Projekt spruchreif war. Förderlich war aber auch die Tatsache, dass die Zusammenarbeit zwischen zwei Schweizer Firmen sehr viel einfacher, vertrauenswürdiger und flexibler ist. Wir haben für das interessante Projekt jedoch auch einen "anständigen" Preis bezahlt.

Inwieweit schmälert der Anlagepreis die Wirtschaftlichkeit der Anlage?

Nun, da die Anlage am Netz ist, sehen wir, dass wir letztendlich ein gutes Geschäft gemacht haben. Wir sind jedoch mit dem Kauf eines im Bau befindlichen Projekts ein gewisses Risiko eingegangen, auch wenn wir dabei alle Rechte erworben haben. Einerseits bestand z.B. das Risiko, dass der spanische Staat das Einspeisevergütungssystem zu unseren Ungunsten anpasst, andererseits gab es Verzögerungen beim Netzanschluss. Diese fallen jedoch glücklicherweise nicht ins Gewicht, weil die Einspeiseprämie ab Eintragung in das Einspeisevergütungssystem 30 Jahre lang bezahlt wird.

Aus welchem Grund wurde die Anlage mit Modulen von zwei Herstellern bestückt?

Wir hatten uns bereits für Module von Jinko Solar entschieden und eine Reservation für 12 Megawatt aufgegeben. Mitte des letzten Jahres gab es dann aufgrund der hohen Nachfrage in China und den USA einen Lieferengpass, so dass Jinko Solar die Module zu einem höheren Preis verkaufen konnte. Wir haben daraufhin verschiedene Alternativen geprüft und uns für die Variante bestehend aus Risen- und Suntech-Modulen entschieden. Die Tatsache, dass es sich formell um zwei Anlagen handelt, ist sogar von Vorteil, einerseits bei Qualitätsproblemen der Module oder andererseits, wenn wir z.B. eine der beiden Anlagen verkaufen möchten.

Mit einer West-Süd-Ausrichtung würde sich die Produktion besser über den Tag verteilen. Inwieweit wurden solche Überlegungen in die Planung einbezogen?

Das war nie ein Thema, da die Anlage bereits vor fast zehn Jahren geplant wurde. Wir wollten einfach den grösstmöglichen Ertrag erreichen und dazu müssen die Module nach Süden ausgerichtet sein.

Die Anlage liegt auf einer Anhöhe, auf der, wie wir an der Einweihung festgestellt haben, optimale Windverhältnisse herrschen. Inwieweit wäre ein Solar-Wind-Hybridpark an diesem Standort noch sinnvoller als ein reiner Photovoltaik-Park?

Ich kenne die Windverhältnisse an diesem Standort nicht gut genug. Aber die ursprünglichen Bewilligungen wurden natürlich nur für Photovoltaik erteilt. Würde das Projekt heute neu bewertet, wäre dies vielleicht anders. Der Wind spielt aber insofern eine Rolle, als wir mit hohen Erträgen rechnen, da die Meereswinde die auf knapp 700 Meter Höhe liegenden Module kühlen. Inwieweit dies der Fall ist, darüber waren wir uns bei der Planung nicht ganz einig. Das werden die Anlagewerte zeigen.

Wie sind die ersten Erfahrungswerte?

Die Abnahmetests waren sehr positiv mit einer deutlich höheren Performance Ratio als den Planungen zu Grunde lag. Allerdings muss der Ertrag und die Performance Ratio über einen grösseren Zeitraum bewertet werden. Aber auch die Anlageverfügbarkeit ist bis dato sehr gut.

Mit 34 Megawatt installierter Leistung ist Edisun Power im europäischen Vergleich immer noch ein Mikrounternehmen. Was ist aufgrund der deutlichen Erweiterung des Anlageparks wahrscheinlicher: ein weiterer Ausbau von Edisun Power oder die Übernahme durch einen Partner?

Wir wollen ganz klar das Geschäft weiter ausbauen. Die Grösse ist sicher ein Parameter, aber wir sind absolut vergleichbar mit grösseren Unternehmen resp. sogar klar besser, was die finanziellen Zahlen betrifft. Natürlich haben wir nicht so viel installierte Megawatt wie einige unserer Konkurrenten, da wir auch kleinere Anlagen besitzen. Der durchschnittliche Kilowattpreis liegt nun bei 30 Rappen, während er vor dem Bau der Anlage Requena bei hohen 41 Rappen lag.

Wir verfolgen auch eine andere Philosophie als Energieversorger, die primär auf Anlagen setzen, die tiefere Einspeisevergütungen haben, um das Risiko beim Übergang an den Markt zu minimieren. Wir dagegen sind primär im Zweitmarkt tätig, wo das Risiko der Anlagen sehr gut eingeschätzt werden kann und wir erwerben auch Anlagen mit hohen Einspeisevergütungen, wie etwa die Anlage Ravenna in Italien, wo die Einspeisevergütung 36 Eurocent pro Kilowattstunde beträgt. (siehe ee-news.ch vom 29.12.17 >>).

©Text + Interview: Anita Niederhäusern

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