Eine Milliarde Euro sollen investiert werden, um mindestens 25 Jahre lang Lithium aus einem Vorkommen abzubauen, dessen «Konzentrationen und Mengen» als «sehr attraktiv» beurteilt werden. Bild: Imerys

Imerys: Will im französischen Departement Allier jährlich mindestens 34‘000 Tonnen Lithium fördern

(SDA) Am Montag kündigte das Bergbauunternehmen Imerys an, ab 2027 im Departement Allier in Zentralfrankreich Lithium aus «einem der grössten» Vorkommen Europas abzubauen und dazu beizutragen, die Energiewende durch Versorgung der Elektroautoindustrie mit Strom voranzutreiben. Nach ersten Schätzungen könnten im Rahmen dieses Projekts mindestens 25 Jahre lang jährlich 34‘000 Tonnen Lithiumhydroxid gewonnen werden. (Texte en français >>)


Eine Milliarde Euro sollen investiert werden, um mindestens 25 Jahre lang Lithium aus einem Vorkommen abzubauen, dessen «Konzentrationen und Mengen» nach den 18-monatigen unterirdischen Messungen und Untersuchungen als «sehr attraktiv» beurteilt werden.

Eine nachhaltige und zugleich wettbewerbsfähige heimische Rohstoffquelle
Das Vorkommen «dürfte für französische und europäische Automobilhersteller eine nachhaltige und zugleich wettbewerbsfähige heimische Rohstoffquelle sein und in erheblichem Umfang dazu beitragen, den Herausforderungen der Energiewende zu begegnen», erklärte Alessandro Dazza, der Generaldirektor von Imerys.

In der Europäischen Union, die sich das Ziel gesetzt hat, bis 2035 fossile Treibstoffe vollständig zu verbannen, um ihre Treibhausgasemissionen zu senken, ist zwar der Bau zahlreicher Werke zur Herstellung elektrischer Batterien geplant, aber es herrscht zugleich ein dramatischer Mangel an kritischen Rohstoffen, wie etwa Lithium, für das China ebenso wie bei Batterien quasi ein Monopol hält.

30'000 Tonnen Porzellanerde
Am Standort Beauvoir im Departement Allier gibt es seit 1850 einen Steinbruch, in dem jährlich 30‘000 Tonnen Porzellanerde für die Herstellung von Porzellan oder Fliesen produziert werden. Dieses Werk wurde 2005 von Imerys übernommen.

30 Millionen Euro für die Erkundung
Schon in den sechziger Jahren hat das französische Forschungsbüro für Geologie und Bergbau «Bureau de Recherches Géologiques et Minières» (BRGM) festgestellt, dass es im Boden unter diesem Steinbruch Lithium-Vorkommen gibt. Dennoch blieb Imerys bisher ausgesprochen zurückhaltend, wenn es darum ging, dieses Lithium möglicherweise abzubauen, und wies noch im Frühjahr darauf hin, dass weder genaue Informationen zum Lithium-Gehalt noch zu den Methoden für einen rentablen Abbau vorliegen. «2021 und 2022 investierte Imerys 30 Millionen Euro», darunter eine Million staatliche Gelder aus einem französischen Konjunkturprogramm, zur eingehenden Erkundung und Analyse des Standorts.

34‘000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich
«Nach ersten Schätzungen könnten im Rahmen dieses Projekts mindestens 25 Jahre lang 34‘000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich gefördert werden», heisst es in der Pressemitteilung. «Es soll sich um eines der grössten Projekte zur Lithiumgewinnung innerhalb der Europäischen Union handeln; mit dem Lithium könnten, sobald der Abbau beginnt, etwa 700‘000 Elektrofahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet werden», ergänzte Imerys. Das Unternehmen schätzt seine Produktionskosten auf «7 bis 9 Euro pro Kilo», was eine «interessante Kapitalrendite» garantieren würde.

1000 direkte und indirekte Arbeitsplätze
Langfristig verspricht dieses Projekt die Schaffung von 1000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, die sich auf zwei Standorte verteilen. Beim ersten Standort handelt sich um die unterirdische Mine zum Abbau von Lithium aus einem Glimmergestein. Der zweite Standort wäre eine Anlage zur Reinigung der Mineralien und zur Umwandlung in Lithiumhydroxid, die weniger als 100 km von der Mine entfernt und mit ihr über Schienen verbunden wäre.

©Überstzung Text: ee-news.ch, Quelle: Keystone SDA

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