Sonnenuntergang am Strand der Insel Borkum, Urlauber in Strandkörben. ©Bild: ÖDP, Moseler

ÖDP: Lehnt Gasbohrungen vor Borkum ab

(PM) „Die geplante Gasbohr-Plattform im Wattenmeer vor den Ostfriesischen Inseln wird von der Ökologisch-Demokratischen Partei strikt abgelehnt. Dieses Projekt konterkariert ganz klar die Klimaschutzziele in Deutschland und Europa sowie Beschlüsse von Gerichten“, so ÖDP-Generalsekretär Claudius Moseler. „Es ist völlig widersinnig weiterhin auf fossile Energieträger zu setzen. Jetzt müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, das Projekt zu verhindern.“


Im Mai dieses Jahres hat allerdings der niedersächsische Landtag – trotz bisheriger Ablehnung – die Gasförderung im Wattenmeer vor Borkum möglich gemacht. Die ÖDP lehnt das Projekt mit gravierenden Auswirkungen auf die Meeresumwelt und das Weltnaturerbe Wattenmeer mit seinen Insel- und Küstengebieten konsequent ab. Diese unumkehrbare Zerstörung von Natur würde wohl auch auf den Lebensraum von Seehunden, Kegelrobben und Schweinswalen beeinträchtigen, die im Meer vor Borkum leben.

Erdgas aus FFH- und Natura 2000-Gebiet?
Etwa 20 Kilometer nordwestlich von der Insel Borkum soll 500 Meter vor deutschen Hoheitsgewässern die geplante Gasplattform auf dem ‚Feld N05-A‘ errichtet werden. Dieser Standort grenzt direkt an den Nationalpark, der als Weltnaturerbe einen besonderen Schutz geniesst. Die Plattform soll im Gebiet ‚Borkumse Stenen‘ liegen, für das die Niederlande gerade eine Eignung als FFH- und als Natura 2000-Gebiet prüfen. Nach Angaben des niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie beabsichtigt das niederländische Unternehmen ‚One Dyas B.V.‘, in den nächsten 10 bis 25 Jahren in diesem Bereich Erdgas zu fördern. Laut ntv.de ist die Hälfte des auf 60 Milliarden Kubikmeter geschätzten Vorkommens an förderbarem Erdgas auf deutschem Hoheitsgebiet verortet.

Koalition aus Verbänden gegen das Projekt
Moseler begrüsst, dass sich eine „grosse Koalition“ von Naturschutzverbänden, über die betroffenen Kommunen Borkum und Norderney bis hin zu Fischereiverbänden gegen dieses Projekt aussprechen und auch entsprechende Einwendungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens abgegeben haben. „Es gibt Risiken durch ein mögliches Austreten von Kohlenwasserstoffen, Bohrschlämmen und Lagerstättenwasser, aber auch durch Erdbeben und erhebliche Absenkungen von Land und Meeresboden“, so die Argumente der Naturschutzverbände gegen das Projekt. „Aber auch für den Tourismus auf Borkum ist dieses Projekt in Sichtweite von den Hauptstränden eine Katastrophe“, betont Moseler, der seit Jahren im Sommer die Insel Borkum besucht.

Bis zum 15.07.2022 kann eine Klage bei der Abteilung für Verwaltungsrecht im Bezirksgericht Den Haag eingereicht werden.

Weitere Informationen und Links zum Projekt >>

Text: ÖDP

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