Mit den geplanten Massnahmen will Enercon den Standort Deutschland auch im Rahmen seiner Neuausrichtung auf internationale Märkte erhalten.

Enercon: Will Kernkompetenzen in Aurich und Magdeburg bündeln, um Know-how und Standort zu erhalten

(ee-news.ch) Enercon beabsichtigt, sein Produktionsnetzwerk in Deutschland neu aufzustellen. Im Zuge der Neuausrichtung auf internationale Märkte sollen an den Standorten Aurich und Magdeburg Kompetenzzentren für den Anlagen- und den Generatorbau entstehen. Die Neuaufstellung soll in enger Zusammenarbeit mit den bisherigen Produktionspartnern von Enercon erfolgen. Ziel sei es, einige der dafür zuständigen externen Unternehmen im Rahmen des Restrukturierungsprozesses in die Enercon-Gruppe einzugliedern, auch gesellschaftsrechtlich, schreibt Enercon.


Das Unternehmen möchte das Know-how für die Fertigung der wichtigsten Kernkomponenten für Enercon-Windenergieanlagen erhalten und die Produktionsstandorte in Deutschland zukunftssicher auszurichten. Das Vorhaben sei komplex und werde einige Zeit in Anspruch nehmen, so Enercon.

Kompetenzzentren in Aurich und Magdeburg
Am Standort Aurich/Niedersachsen soll dazu in den kommenden Monaten ein Kompetenzzentrum Mechatronic entstehen, das sämtliche für die Herstellung von Maschinenhäusern, Rotornaben und E-Komponenten erforderliche Fertigungsprozesse und Fachkenntnisse bündelt und das Leitwerk für diese Hauptkomponenten in der neu aufgestellten globalen Supply Chain von Enercon bildet. Am Standort Magdeburg-Rothensee/Sachsen-Anhalt ist dementsprechend ein Kompetenzzentrum Generator vorgesehen. Als Generator-Leitwerk soll es die für die Herstellung von fremderregten und Permanentmagnet-Generatoren der Marke Enercon erforderlichen Fachkenntnisse und Fertigungsprozesse konzentrieren.

Diese Komponenten seien gewissermassen das Herzstück einer Enercon-Windenergieanlage, erläutert der Enercon COO. Daher sei es unerlässlich, im Rahmen der Neuausrichtung auch zukünftig den direkten Zugriff auf die Produktionsprozesse dieser Komponenten zu haben. In den Kompetenzzentren soll State-of-the-art-Fertigungstechnologie etabliert werden, inklusive Automatisierung, modernster Verfahren und Standards.

Stärkung für das internationale Geschäft
Gleichzeitig sei es das erklärte Ziel von Enercon, mit diesem Schritt die Produktionsstandorte Aurich und Magdeburg für das internationale Geschäft zu stärken. An beiden Standorten sollen die Produktionsprozesse für die Hauptkomponenten sowie die damit verbundenen Materialbewegungen und Lagerhaltungen optimiert und Synergien genutzt werden.

Hintergrund
Hintergrund der beabsichtigten Reorganisation des Produktionsbereichs ist die Neuausrichtung Enercons auf internationale Märkte. Seit 2017 befindet sich die Onshore-Windbranche in einem harten Konsolidierungsprozess, von dem auch Partnerunternehmen von Enercon bereits betroffen waren. Nach dem Zusammenbruch des deutschen Onshore-Marktes hatte Enercon eine umfangreiche Restrukturierung eingeleitet, bei der sich das Unternehmen auf das aussichtsreiche internationale Geschäft fokussiert (siehe ee-news.ch vom 12.11.2020 >>). Damit verbunden ist der Plan einer Neuaufstellung der Zulieferketten, die einem notwendigen Kostensenkungsprogramm unterzogen und ebenfalls international ausgerichtet werden sollen. Neben der Fertigung in Zielmärkten aufgrund von Local-Content-Anforderungen vergibt Enercon Produktionsaufträge verstärkt an Zulieferer in Best-Cost-Ländern.

Die Integration der Produktion in der beabsichtigten Weise sei auch mit einer Konsolidierung verbunden, so Enercon. Es werde in einzelnen Gesellschaften erhebliche Veränderungen geben müssen. Bedauerlicherweise werde man sich im Zuge der Neuausrichtung auch von Produktionspartnern und Zulieferern trennen müssen, mit denen vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbs keine weitere Zusammenarbeit möglich sei. Mit den geplanten Massnahmen wolle Enercon den Standort Deutschland erhalten.

Text: ee-news.ch, Quelle: Enercon GmbH

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