Der Gesetzesentwurf sieht für die Windenergie, die einen wichtigen Beitrag zu Gewährleistung der Stromversorgungssicherheit in den Wintermonaten leistet, keine ausreichende Planungs- und Investitionssicherheit vor. Bild: Ruppert Käppeli

Revision des Energiegesetzes: Windenergie muss für die Winterversorgung als « prioritär » eingestuft werden

(Suisse Eole) Auch wenn der Bundesrat in seinem Gesetzesentwurf für das neue Energiegesetz die Schlüsselrolle der Winterstromproduktion erkennt, enthält dieser nicht die nötigen Instrumente, um Technologien wie die Windenergie, die zwei Drittel ihrer Produktion im Winter liefert, genügend auszubauen (ee-news.ch 5.4.20 >>). Suisse Eole verlangt vom Bundesrat, Rahmenbedingungen für die Windenergie zu schaffen, die für Investitionssicherheit sorgen. Denn die Bewilligungsverfahren von Windenergieprojekten dauern über 15 Jahre. Neben der Speicherwasserkraft muss auch die Windenergie für die Winterstromversorgung als « prioritär » eingestuft werden. (Texte en français >>)


Der Bundesrat erkennt in verschiedenen Punkten die Bedeutung der Winterstromversorgung an. Er sieht vor, spezifische Ausschreibungen einzuführen, um die Produktionskapazität im Winter in der Schweiz zu erhöhen. Dazu soll ein Gesetzesartikel zur Versorgungssicherheit angepasst werden. Die breite Allianz der Energiewirtschaft rund um die AEE Suisse und auch die Elcom verlangen, dass die Winterstromversorgung in besonderem Masse unterstützt wird, um die Versorgungssicherheit zu garantieren.

Windenergie als « prioritär » einstufen
Der Entwurf des Energiegesetzes sieht vor, dass die erneuerbaren Energien beim Ausbau der Winterstromversorgung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen sollen und diese vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommutation (UVEK) als « prioritär » eingestuft werden können. Aus diesem Grund müssen auch Windenergieparks, die zwei Drittel ihrer Produktion im Winter liefern, vom UVEK zusätzlich zu den grossen Speicherkraftwerken als « prioritär » eingestuft werden können. Sie dürfen nicht durch Ausschreibungen benachteiligt werden. Die Windenergie ist aufgrund ihres Produktionsprofils für die Winterstromversorgung sehr wichtig: Die Windenergieanlagen im Jura produzieren rund 70 % ihres Stroms zwischen Oktober und März. Das entspricht der durchschnittlichen Stromproduktion von Windenergieanlagen im Winter.

Marktprämien, um Investitionen in der Schweiz zu sichern
Suisse Eole teilt den Vorschlag der AEE Suisse und einer Allianz der Schweizer Energiewirtschaft, zu der sich grosse Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke und Verbände verschiedener Branchen zusammengeschlossen haben. Gemeinsam verlangen wir vom Bundesrat, ein marktnahes Finanzierungsmodell zu entwickeln, um die Blockade von Investitionen im Inland zu beenden und die Versorgungssicherheit zu garantieren. Die Allianz verlangt einen Mindestpreis für die erneuerbaren Energien. Denn sie müssen sich auf dem internationalen Strommarkt mit fossilen Energiequellen wie Kohle und Erdöl konkurrenzieren, die mit hohen Subventionen unterstützt werden. Zur Erinnerung: Die Subventionen für fossile Energien werden jedes Jahr erhöht. Gemäss dem Internationalen Währungsfonds betragen sie rund $ 5'200 Milliarden jährlich.

Unsere eigene Energie nutzen
Der schnelle Ausbau unseres erneuerbaren Energiemixes aus Wind, Sonne und Biomasse als Ergänzung zur Wasserkraft, ist für die Energie- und Klimawende unerlässlich. Dies gilt auch für die Erhöhung der Versorgungssicherheit mit einheimischer lokal produzierter Energie – ein Potenzial, was bisher noch weitgehend ungenutzt bleibt. Die Windenergie spielt dabei eine wichtige Rolle für die Versorgung im Winter.

Text: Suisse Eole

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