Atomstrom war ohne den Ausbau der Erneuerbaren im Winter, wenn viel Strom fürs Heizen verbraucht wird, wichtig. Doch mit der Windenergie hat die Schweiz eine verlässliche, sichere und einheimische erneuerbare Winterstromquelle.

Suisse Eole: Kernkraftwerk Mühleberg geht vom Netz – die Windenergiebranche steht in den Startlöchern

(Suisse Eole) Am 20. Dezember wird das Kernkraftwerk Mühleberg abgeschaltet. Die Windenergiebranche hat ihre Hausaufgaben gemacht und genügend Windenergieprojekte in der Pipeline, um gemeinsam mit der Sonnenenergie eine sichere, einheimische und erneuerbare Stromversorgung ohne Kernkraft zu garantieren. (Article en français >>)


„Wir freuen uns, dass die BKW das Atomkraftwerk Mühleberg vom Netz nimmt und damit die Schweiz ein Stück sicherer macht“, erklärt Isabelle Chevalley, Präsidentin von Suisse Eole und Nationalrätin. „Atomstrom war ohne den Ausbau der erneuerbaren Energien gerade im Winter, wenn viel Strom fürs Heizen verbraucht wird, wichtig. Doch mit der Windenergie haben wir eine verlässliche, sichere und einheimische erneuerbare Winterstromquelle: Zwei Drittel der Windstromproduktion fällt im Winter an, weil dann die Winde häufiger und stärker wehen.“ Damit ergänzt Windenergie die Solar- und Wasserkraft in idealer Weise, denn diese beiden Energiequellen produzieren in der Heizsaison weniger als sonst. Zudem ist Windstrom deutlich günstiger als Strom aus neuen Atomkraftwerken.

Windbranche hat Hausaufgaben gemacht
Mit der Abschaltung des Kernkraftwerks Mühleberg, aber auch mit dem rascher als von der Wissenschaft vorhergesagten fortschreitenden Klimawandel ist die Bedeutung von Wind- und Solarenergie stark gestiegen. „Nicht nur als Ersatz für den aus Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsgründen wegfallenden Atomstrom werden wir künftig zunehmend auf Strom setzen, sondern auch für den Klimaschutzgründen, um fossile Energien bei der Wärmeerzeugung und der Mobilität zu substituieren“, führt Reto Rigassi, Geschäftsführer von Suisse Eole, aus. Doch die Windenergiebranche hat ihre Hausaufgaben gemacht: Die Windenergieziele 2020 der Energiestrategiekönnten erreicht werden, die für 2035 sogar übertroffen werden.

Augenmass bei Einsprachen
„Doch leider werden Windenergieprojekte durch Einsprachen von einzelnen Personen und einigen Umweltverbänden zum Teil massiv verzögert“, bedauert Reto Rigassi. „Das steht im klaren Widerspruch zu den Entscheiden der Gemeinden: Seit 2012 haben sich 19 von 22 Gemeinden für konkrete Windenergieprojekte in ihrer Gemeinde ausgesprochen.“ Suisse Eole ist optimistisch, dass sich die juristischen Verfahren nach den anstehenden Gerichtsentscheiden u. a. durch das Bundesgericht beschleunigen werden, fordert aber gleichzeitig die Umweltverbände auf, bei Einsprachen Augenmass zu halten und gemeinsam mit der Windenergiebranche der Umsetzung der Energiewende in der Schweiz mehr Schub zu verleihen.

Windenergie übertrifft Braunkohle
Dass der Ausbau von Windenergie eine wichtige Stütze der Energiewende ist, zeigen neueste Zahlen aus Deutschland: Dort wurde der Windstromanteil von praktisch null Prozent vor rund 20 Jahren auf über 26 Prozent im Jahr 2019 gesteigert (siehe ee-news.ch vom 17.12.2019 >>). Damit hat die Windenergie bei unserem nördlichen Nachbarn die Stromerzeugung aus Braunkohle auf den Platz zwei der wichtigsten Stromquellen verwiesen. In Österreich stieg der Anteil der Windenergie in den vergangenen 20 Jahren von praktisch null Prozent auf rund 11 Prozent.

Text: Suisse Eole

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