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22. Jun 2019

Energieverbrauch der Schweiz seit 1910. Grafik: BFE

Energieverbrauch 2018 verglichen mit jenem von 1980: Der Anteil der Erdölbrennstoffe verringerte sich von 45% auf 14%. Während der von Erdöltriebstoffen von 26% auf 35% anstieg. Der Stromanteil stieg von 18% auf 25%. Grafik: BFE

BFE: Gesamtenergieverbrauch 2018 um 2.2% gesunken – Kerosinverbrauch stieg um 5.7%!

(ee-news.ch) Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2.2% auf 830'880 Terajoule (TJ) gesunken. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr wärmere Witterung. Der Rückgang ist vor allem bei der Heizenergie festzustellen. Der Treibstoffverbrauch nahm jedoch um 1.4% zu - bei einer weiteren Verschiebung hin zu Diesel! - der von Kerosin sogar um 5.7%. (Texte en français >>)


Die Abnahme des Endenergieverbrauches um 2.2% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die wärmere Witterung zurückzuführen: Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 10.6% ab. Zugenommen haben 2018 jedoch andere Faktoren, welche den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauches bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0.7%), das Bruttoinlandprodukt (+2.5%), der Motorfahrzeugbestand (+1.0%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirken sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches aus. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2019).

Rückgang von Energieträgern zu Heizzwecken
Die warme Witterung bewirkte einen deutlichen Rückgang des Verbrauchs von Energieträgern zu Heizzwecken: Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 10.1%, derjenige von Erdgas um 5.6% gegenüber dem Vorjahr. Der Elektrizitätsverbrauch nahm ebenfalls ab (-1.4%) (siehe Medienmitteilung BFE vom 18. April 2019). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2018: 51.9%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 1,9% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2018: 1.3%). Wie im Vorjahr hat der Verbrauch von Kohle (-6.9%) und den schweren Heizölsorten (-50.0%) abgenommen. 2018 stieg hingegen der Verbrauch von Petrolkoks (+42.1%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist sehr gering (<1%).

Treibstoffverbrauch gestiegen
Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen (+1.4%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl erhöhte sich um 1.3%, der Benzinverbrauch ging um 1.6% zurück. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 5.7% und wies die höchste absolute Zunahme von allen Energieträgern auf. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (35.4%) am gesamten Endenergieverbrauch aus.


Flugverkehr unter dem Radar - Reduktion vorerst einzige Lösung
«Weil der Flugverkehr vor allem international stattfindet, fliegt er bei den Massnahmen zur Senkung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen noch immer unter dem Radar der Politik. Hier braucht es rasche Korrekturen», kommentiert Florian Brunner, SES-Projektleiter Fossile Energien & Klima die Entwicklung. Die ungebremste Zunahme bei den Flugtreibstoffen zeigt die Notwendigkeit auf, Innovationen für Alternativen voranzutreiben. Da solche derzeit allerdings nicht absehbar sind, sind Massnahmen die auf eine Reduktion des Flugverkehrs abzielen unumgänglich. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre eine wirksame Flugticketabgabe, wie sie derzeit im Rahmen der Revison des CO2-Gesetzes diskutiert wird. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung vom letzten Jahr zeigte, dass eine solche Abgabe von der Bevölkerung mehrheitlich begrüsst würde. Daneben braucht es weitere Massnahmen, zum Beispiel die Stärkung von ökologischeren Fortbewegungsmitteln wie der Bahn. Text: Schweizerische Energie-Stiftung


Verbrauchsrückgang bei den erneuerbaren Energien
Die wärmere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch der erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus.

  • Der Verbrauch von Energieholz sank um 6.3%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 1.8% unter dem Vorjahreswert, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (-2.1%). Der Verbrauch von Solarwärme registrierte hingegen eine Zunahme (+2.0%). Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2018 betrug 9.2% (Energieholz: 4.6%, Umgebungswärme: 2.0%, Fernwärme: 2.3%, Solarwärme: 0.3%).

  • Die direkte Nutzung von Biogas stieg um 5.7%. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauches um 6.7%. Der Anteil des eingespeisten Biogases am gesamten Gasverbrauch betrug 2018 1,0%.

  • Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+36.2%) und deren Anteil am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2018 bei 3.5% (2017: 2.6%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus.

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2018 ist ab der zweiten Hälfte Juli 2019 auf Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick (siehe Anhang).

Überblick über den Energieverbrauch der Schweiz im Jahr 2018 >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Bundesamt für Energie

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