09. Okt 2018

Teilnehmer/innen von Greenpeace Energy bei der Grossdemonstration für den Erhalt des Hambacher Waldes am 6.102018. ©Bild: Michael Friedrich/Greenpeace Energy

Wechseltrend: Jeder dritte Stromkunde erwägt Wechsel zu Ökostrom wegen Hambacher Forst

(PM) 35 Prozent der Stromkunden erwägen, angesichts der für den Braunkohleabbau geplanten Rodung des Hambacher Waldes (siehe ee-news.ch vom 9.10.2018 >>) zu einem reinen Ökostromanbieter zu wechseln. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag von Greenpeace Energy.


„Die Zahlen belegen: Viele Verbraucher haben die Nase voll vom aggressiven Verhalten des RWE-Konzerns im Hambacher Wald und kehren der konventionellen Energiewirtschaft den Rücken“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy.

16 Prozent wollen auf jeden Fall umsteigen
Kantar Emnid hat Anfang Oktober mehr als 1000 Verbraucher zu ihrer Wechselmotivation befragt. Demnach wollen 16 Prozent der Befragten, die bisher bei konventionellen Stromanbietern unter Vertrag waren, angesichts der Vorgänge im Hambacher Wald auf jeden Fall auf einen rein erneuerbaren Versorger umsteigen, weitere 19 Prozent können sich vorstellen, diesen Wechsel vielleicht zu vollziehen. Dass sie schon jetzt Ökostrom beziehen, gaben neun Prozent der Befragten an. 16 Prozent erklärten, dass sie in ihrem Haushalt nicht über den Stromvertrag entscheiden. Für 40 Prozent kommt ein Wechsel zu Ökostrom derzeit nicht in Betracht.

Zuwachs um 14 Millionen Privathaushalte
Wenn alle Verbraucher tatsächlich den Anbieter wechseln, die sich jetzt mit dem Gedanken tragen, würde das Ökostromsegment um rund 14 Millionen Privathaushalte wachsen. Das wäre in etwa eine Verdoppelung des heutigen Marktanteils. „Die Kohlekonzerne sollten dieses Signal und die damit verbundene Verbrauchermacht nicht unterschätzen. Wir erleben, dass immer mehr Menschen nicht nur über Stromwechsel nachdenken, sondern ihn auch vollziehen“, so Tangermann.

2000 Haushalte wechseln innerhalb 3 Wochen
Die wachsende Einstellung der Verbraucher gegen die Braunkohleförderung zeigte sich nicht nur eindrucksvoll bei der Grossdemonstration am 6. Oktober mit 50‘000 Menschen am Hambacher Wald, bei der auch Greenpeace Energy mit dabei war. Die Energiegenossenschaft registriert seit Beginn der Räumung des Hambacher Waldes Mitte September eine der stärksten Wechselwellen seit vielen Jahren. In den knapp drei Wochen bis Anfang Oktober waren bereits deutlich über 2000 Haushalte zu der Energiegenossenschaft gewechselt, drei- bis viermal so viele wie in vergleichbaren Zeiträumen.

Die meisten dieser Neukunden waren zuvor bei konventionellen Stromversorgern, die auch Kohlestrom anbieten, unter Vertrag. Mehr als ein Drittel kommen von Anbietern, die mit dem RWE-Konzern verbunden sind – wie Innogy, Eprimo oder Rheinenergie. Ebenfalls ein Drittel der aktuellen Neukunden bei Greenpeace Energy wechselt zudem bewusst in den Tarif Solarstrom plus, mit dem sie den Ausbau von Solaranlagen speziell in Braunkohlegebieten fördern.

Empfindliche Einbussen für konventionellen Energiewirtschaft
„Immer mehr Kunden wollen über ihre Stromrechnung lieber gezielt in die Energiewende investieren statt weiterhin die klimaschädliche Braunkohleförderung zu alimentieren“, sagt Sönke Tangermann. „Der konventionellen Energiewirtschaft dürften angesichts der anhaltenden Wechselwelle mittelfristig empfindliche Umsatzeinbussen drohen.“ Die Stromkosten für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden schlagen – ohne Wechselboni und Rabattaktionen – pro Jahr mit etwa 1000 Euro zu Buche.

Umfrageergebnisse von Kantar Emnid zum Wechseltrend unter Stromkunden >>

Text: Greenpeace Energy eG

1 Kommentare
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Max Blatter @ 12. Okt 2018 09:55

Na ja ... "Erwägen" ist zumindest mal der erste Schritt und macht die grossen Energieversorger hellhörig! Aber erst das wirkliche "Tun" lenkt die Geldflüsse so um, dass der Anreiz für die Produktion von "Ökostrom" steigt und für die Produktion von Kohlestrom sinkt. Das ist Marktwirtschaft, und so kann der oder die Einzelne (in der Summe!) etwas bewegen.

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