12. Jun 2018

Das Projekt sieht vor, bis 3000m Tiefe zu bohren. Grafik: SIG

Statt wie geplant auf 650 Meter wurde schliesslich bis in 744 Meter Tiefe gebohrt, um zusätzliche Informationen zu sammeln. Grafik: SIG

SIG: Erste Bohrungen von Geothermie 2020 bringen Temperatur von 33 Grad und bei 50 Litern pro Sekunde.

(ee-news.ch) Die im Rahmen des Programms GEothermie 2020 durchgeführte erste Phase der Erkundungsbohrung bestätigt die Prognosen der Explorationsphase. In einer Tiefe von 744 Metern wurde Warmwasser gefunden. Das Wasser steigt auf natürliche Weise auf und erreicht die Erdoberfläche mit einer Temperatur von 33 Grad und einer Abflussmenge von mehr als 50 Litern pro Sekunde. (Texte en français >>)


Das vom Kanton Genf geführte Pilotprojekt wurde im Rahmen des Programms GEothermie 2020 durch die Industriellen Werke von Genf (SIG) umgesetzt. Die theoretischen Daten, die in den Seismik-Kampagnen seit 2014 zusammengetragen wurden, sollten mit dem Projekt bestätigt werden. Es ist zu prüfen, ob sich die angepeilten geologischen Schichten und Verwerfungen an der vom Modell vorausgesagten Stellen befinden und ob die Wassertemperatur und die Abflussmenge in einem interessanten Bereich liegen. Dieses erste Ziel wurde vollumfänglich erreicht und die Erwartungen bezüglich Wassertemperatur und Abflussmenge sogar übertroffen.

Wasser steigt natürlich an die Oberfläche
Das Wasser steigt aufgrund des Drucks mit einer Abflussmenge von mehr als 50 Litern pro Sekunde auf natürliche Weise an die Oberfläche. «Diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend und ermöglichen dem Kanton Genf, seine Energiewende umzusetzen, insbesondere dank erneuerbarer Wärme», freut sich Antonio Hodgers, der für das «Département du territoire (DT)» verantwortliche Staatsrat. «Wir sind bestrebt, bis zum Jahr 2035 20% des Wärmebedarfs unseres Kantons mittels Geothermie zu decken.»

Die Bohrung von Satigny hat es den SIG, der Universität Genf und den in der mitteltiefen Geothermie tätigen Unternehmen der Region ermöglicht, ihre Kompetenzen zu erweitern. Statt wie geplant auf 650 Meter wurde schliesslich bis in 744 Meter Tiefe gebohrt, um zusätzliche Informationen zu sammeln. Die Bohrung dem Kanton Genf dienen als Referenz bei der Erstellung des Reglements gedient, welches das Gesetz über die Nutzung der Bodenschätze begleiten wird. Das Gesetz strebt eine nachhaltige und kontrollierte Entwicklung der Geothermie an.

Weitere Bohrungen
Die Ergebnisse der Bohrung von Satigny werden nun eingehend analysiert und möglichst viele Lehren daraus gezogen, bevor weitere Erkundungsbohrungen ausgeführt werden. Daneben wird das Programm GEothermie 2020 seine Arbeiten mit neuen seismischen Untersuchungen weiterführen. Diese werden 2018 und 2019 zwischen Jura und Salève beidseits der Landesgrenze und in Absprache mit den französischen Behörden durchgeführt.

Weitere Informationen: www.geothermie2020.ch

Text: ee-news.ch, Quelle: SIG

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