Das von FEV koordinierte Verbundprojekt Methanolstandard ist im vergangenen Monat gestartet. ©Bild: FEV

Verbundprojekt Methanolstandard: Untersucht Standards für klimaneutrale Kraftstoffe zur kurzfristigen CO2-Reduktion

(ee-news.ch) Am 1. August 2020 ist das Verbundprojekt Methanolstandard gestartet. Es wird von FEV, einem Dienstleister in der Fahrzeug- und Antriebsentwicklung, koordiniert. Das branchenübergreifende Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, die technischen Grundlagen für eine Standardisierung von Methanolkraftstoffen in Europa zu untersuchen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Etwa 20 Partner aus Industrie und Wissenschaft sind an dem Vorhaben beteiligt.


An der Pariser Klimakonferenz wurde 2015 eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 38 Prozent bis 2030 und um 80 Prozent bis 2050 beschlossen. Die EU-Kommission hat mit dem ‚Green Deal‘ diese Anforderungen noch einmal verschärft und möchte bis 2030 eine Reduktion von mindestens 50 Prozent. Kommissionspräsidentin Von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der EU Mitte September 2020 bestätigt, dass die Kommission das Reduktionsziel für Treibhausgase bis 2030 nun auf 55 Prozent bezogen auf das Jahr 1990 anheben will. Vor allem im Verkehrssektor sind die Emissionen in den letzten Jahren aber nicht gesunken. Grund dafür sei das stetige Wachstum im Transportsektor, schreibt FEV. Um die wichtigen Ziele zu erreichen, setze FEV nicht nur auf eine Lösung, sondern auf einen effektiven Technologiemix.

Power-to-Liquid: vielversprechender Ansatz
Aufgrund der hohen Energiedichte flüssiger Kraftstoffe sind insbesondere im Langstrecken- und Güterverkehr sogenannte Power-to-Liquid Konzepte ein vielversprechender Ansatz, erläutert Christof Schernus, Vice President Research and Innovation bei FEV. Denn flüssige Energieträger können in grossem Umfang gespeichert und leicht über weite Strecken transportiert werden. Regenerative Drop-in-Fuels – also synthetische Kraftstoffe –, die mit den existierenden Kraftstoffnormen kompatibel sind, können unmittelbar in der gesamten Fahrzeugflotte eingesetzt werden und erzielen so eine klimaneutralisierende Wirkung. Eine zeitnahe Verfügbarkeit

Ein Beispiel für ein Power-to-Liquid Erzeugnis ist Methanol, das durch Synthese aus CO2 und Wasserstoff gewonnen wird. Die Erzeugung von Wasserstoff erfolgt mittels einer Elektrolyse unter der Verwendung von regenerativ erzeugtem Strom. Dadurch kann Strom aus besonders wind- oder sonnenreichen Regionen gespeichert werden. Das CO2 kann im besten Fall aus Abfall gewonnen oder längerfristig aus der Luft abgeschieden werden. Das gewonnene Methanol kann anschliessend per Schiff, Bahn oder Pipeline transportiert und in der bestehenden Infrastruktur genutzt werden. Schon heute weise die Herstellung von Methanol eine hohe technologische Reife auf, so FEV.

M100 und M15 im Fokus
Im neu gestarteten Projektverbund stehen zwei Methanolkraftstoffe im Fokus: M100, also reines Methanol, und M15, ein Methanol-Benzin-Gemisch. Der sogenannte Drop-in-Kraftstoff (M15) kann bereits in der Bestandsflotte eingesetzt werden, um kurz- und mittelfristig signifikante CO2-Einsparungen zu erzielen. Neben der Kraftstoffherstellung und Verwendung im Verkehrssektor sind auch sicherheitsrelevante Aspekte Bestandteil des Forschungsvorhabens. Die Ergebnisse sollen anschliessend an einem Prototypen-Motor umgesetzt werden.

FEV hat bereits in einem weiteren Projekt Erfahrungen mit der Untersuchung von methanolbasierten Kraftstoffen gesammelt: Das Konsortium C3-Mobility befasst sich mit Methanol sowie dessen Weiterverarbeitung zu anderen, synthetischen Kraftstoffen und deren Anwendung in verschiedenen Motorvarianten und -grössen. Regenerative Drop-in-Fuels – also synthetische Kraftstoffe –, die mit den existierenden Kraftstoffnormen kompatibel sind, können unmittelbar in der gesamten Fahrzeugflotte eingesetzt werden. Zudem könnten sie zeitnah zur Verfügung stehen.

Text: ee-news.ch, Quelle: FEV

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1 Kommentare

Max Blatter

"Power-to-Liquid" ist ein durchaus valabler Ansatz. Er steht und fällt mit der Energie- und Ökobilanz des Prozesses im Vergleich zu anderen Ansätzen (wie Power-to-Gas).

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