Beim kabellosen Laden wird elektrische Energie induktiv, also berührungslos, von einer Magnet-Spule im oder am Boden auf die Empfängerspule im Elektrofahrzeug übertragen. So sind viele kurze, aber schnelle Ladevorgänge möglich. ©Bild: Tesvolt

Tesvolt: Beteiligt sich an Think Tank für Hochleistungsladen, um induktives Laden von E-Autos voranzutreiben

(ee-news.ch) Tesvolt wird Anteilseigner von Stercom Power Solutions, einem der First Mover im Bereich induktives Laden. Beide Unternehmen wollen mit vereinten Kräften das kabellose Laden von E-Autos, Bussen und LKWs vorantreiben und das elektrische Fahren damit komfortabler, effizienter und kostengünstiger machen. Der Hersteller von gewerblichen Stromspeichern und der Think Tank für Hochleistungsladen haben nach eigenen Angaben auf bisher ungelöste Fragen – wie eine ausreichend starke Ladeleistung und die richtige Parkposition über der Magnetspule – Antworten gefunden.


Beim kabellosen Laden wird elektrische Energie induktiv, also berührungslos, von einer Magnet-Spule im oder am Boden auf die Empfängerspule im Elektrofahrzeug übertragen. So sind viele kurze, aber schnelle Ladevorgänge möglich – etwa vor Einkaufszentren, in Parkhäusern, aber auch Zuhause. Autohersteller wie Audi und BMW bauen in neue Fahrzeugmodelle bereits Ladespulen ein.

Induktive 44 kW-Ladestation
„Bisher ist das serienreife kabellose Laden nur mit 3.2 kW möglich. Wir wollen eine induktive Ladestation mit einer Ladeleistung von 44 kW auf den Markt bringen“, erklärt Daniel Hannemann, Gründer und Kaufmännischer Geschäftsführer von Tesvolt. Damit wäre es möglich, 14-mal schneller laden. Die marktreife Siliziumcarbid-Technologie von Stercom erlaube mit 95 Prozent Wirkungsgrad eine sehr effiziente Energieübertragung – sogar bei einem Abstand von bis zu 20 Zentimeter zwischen Sender- und Empfängerspule, so Hannemann. Zudem sollen die Ladestationen eine intelligente Software enthalten, die dem Fahrer die richtige Parkposition über der Magnetspule anzeigt.

Günstigere E-Autos durch kleinere Batterien
Durch die vielen kleinen Ladevorgänge würden grosse Autobatterien überflüssig, erläutert Robert Sterff, Gründer und Geschäftsführer von Stercom. Die Batterien müssten beim induktiven Laden nur noch rund halb so gross sein. Das mache E-Autos preiswerter und auch leichter. Kurze Ladevorgänge mit hoher Leistung stellen allerdings höhere Anforderungen an die Autobatterie. „In Deutschland läuft viel Forschung zu Feststoffbatterien, die dafür besonders gut geeignet sind, so Sterff.

Erste Fahrzeuge laden kabellos
Noch gebe es weitere Herausforderungen beim induktiven Laden. Ungeklärt sei zum Beispiel die Frage, wie das kabellose Laden abgerechnet werden könne. Auch die entsprechende DIN-Norm 61980-1 ‚Kontaktlose Energieübertragungssysteme für Elektrofahrzeuge‘ befinde sich noch in der Entwicklung. „Für internationale Autohersteller haben wir bereits induktive Ladetechnik geliefert, die Fahrzeuge sind weltweit im Test-Einsatz“, berichtet Sterff. Dem kabellosen Laden gehöre die Zukunft. Teststrecken mit Magnetspulen unter dem Asphalt gebe es bereits in Ländern wie Italien, Frankreich und Schweden. BMW prognostiziere ein flächendeckendes induktives Laden sogar schon bis 2030.

Text: eecomm, Quelle: Tesvolt GmbH

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1 Kommentare

Max Blatter

Weshalb muss heutzutage alles kabellos sein? Wo, bitte, sind die Vorteile? Außer dass es der um sich greifenden Bequemlichkeit entgegenkommt, wo manche offenbar noch zu faul sind, einen Stecker in eine Steckdose zu stecken?

Nachteile der Wireless-Sucht könnte ich dagegen ohne weiteres aufzählen: Energieverlust bei der induktiven Übertragung (ja, 95% Wirkungsgrad klingt viel, aber ein richtig dimensioniertes Kabel schlägt das locker); Elektrosmog (den kann man nicht wegdiskutieren); ...

In der Datenübertragung mag "wireless" seinen Platz haben, vielleicht noch bei der Energie-Übertragung mit kleiner Leistung (etwa zur Speisung von Kleingeräten), nicht aber für Energie-Übertragung mit großer Leistung. Ja, ich weiß: Der von vielen als Visionär gesehene Nikola Tesla (!) träumte genau davon ... aber auch ein Visionär hat machmal "Bier-Ideen"!

Apropos Datenübertragung – sogar da hängt bei mir der PC über ein 12-Meter-Kabel am Internet-Router: Läuft problemlos mit 1 Gbit/s !

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