Einweihung der ETES Base in Hamburg. Ziel der Pilotanlage ist es, den Systembeweis des Speichers am Netz zu liefern und den Wärmespeicher ausgiebig zu testen. Bild: Siemens Gamesa

Siemens Gamesa: Nimmt neuartigen elektrothermischen Energiespeicher mit Vulkangestein als Speichermedium in Betrieb

(ee-news.ch) Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) hat in einer Weltpremiere seinen elektrothermischen Energiespeicher (ETES) - eine Pilotanlage - in Hamburg in Betrieb genommen. Der Speicher mit rund 1000 Tonnen Vulkangestein als Energiespeichermedium kann bis zu 130 MWh thermische Energie für rund eine Woche speichern. Ziel ist Speicherkapazität im Gigawattstunden-Bereich.


Er wird mit elektrischer Energie gespeist, die mittels einer Widerstandsheizung und eines Gebläses in einen Heissluftstrom umgewandelt wird, der wiederum das Gestein auf 750°C aufheizt. Bei Nachfragespitzen kann ETES die gespeicherte Energie mithilfe einer Dampfturbine rückverstromen. Zudem bleibt die Speicherkapazität des Systems über die Ladezyklen hinweg konstant.

Mehrere Gigawattstunden im Visier
Ziel der Pilotanlage ist es, den Systembeweis des Speichers am Netz zu liefern und den Wärmespeicher ausgiebig zu testen. In einem nächsten Schritt plant Siemens Gamesa, seine Speichertechnologie in kommerziellen Projekten einzusetzen und die Speicherkapazität sowie die Leistung zu erhöhen. In naher Zukunft soll Energie im Bereich von mehreren Gigawattstunden (GWh) gespeichert werden.

Sehr tiefe Kosten
„Mit der Inbetriebnahme unserer ETES-Pilotanlage haben wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Einführung leistungsfähiger Energiespeichersysteme erreicht. Unsere Technologie ermöglicht es, Strom für viele tausend Haushalte kostengünstig zu speichern", sagt Markus Tacke, CEO Siemens Gamesa Renewable Energy. Die Technologie reduziert die Kosten für grössere Speicherkapazitäten auf einen Bruchteil des üblichen Niveaus für die Batteriespeicherung.

Second-Live für alte Kraftwerke
Das Institut für Technische Thermodynamik der Technischen Universität Hamburg und der Energieversorger Hamburg Energie sind Partner in dem innovativen Future-Energy-Solutions-Projekt, das im Rahmen des Energieforschungsprogramms vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Die TU Hamburg erforscht die thermodynamischen Grundlagen der verwendeten Schüttgut-Technologie. Durch die Nutzung serienmässiger Komponenten können beispielsweise auch stillgelegte konventionelle Kraftwerke umfunktioniert und in grüne Speicher verwandelt werden (Second-Live-Option).

Text: ee-news.ch, Quelle: Siemens Gamesa

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