Bei der Ausgestaltung der neuen Regeln zum Redispatch muss laut BEE-Präsidentin Simone Peter darauf geachtet werden, dass der Einspeisevorrang von erneuerbaren Energien vor allen fossilen Optionen durchgesetzt wird.

Blockierer der Energiewende: Fossile Anlagen verstopfen Netze - Erneuerbare werden abgeregelt

(BEE) „Es ist energiewirtschaftlich und unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Belastungen nicht weiter hinnehmbar, dass konventionelle Kraftwerke und fossil betriebene KWK-Anlagen die Netze verstopfen, während sauberer Strom abgeregelt wird“, kommentiert Simone Peter, Präsidentin des deutschen Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), den zweiten Bericht über die Mindesterzeugung der deutschen Bundesnetzagentur (siehe ee-news.ch vom 8.10.19 >>).


„Dieser belegt, dass nur ein sehr kleiner Teil des trägen konventionellen Kraftwerkssockels für den Betrieb des Stromsystems überhaupt erforderlich ist.“

Konventionellen Anteil an der Mindesterzeugung verringern
Die Mindesterzeugung lag in den betrachteten Situationen bei mindestens vier bis acht Gigawatt und machte damit laut Bundesnetzagentur den kleineren Teil der gesamten preisunelastischen Erzeugungsleistung aus. Der konventionelle Erzeugungssockel lag bei 14 bis 19 Gigawatt. Insgesamt lag die preisunelastische Erzeugungsleistung bei 18 bis 26 Gigawatt. Die Vorhaltung negativer Regelleistung durch konventionelle Kraftwerke hatte dabei einen bedeutenden Anteil an der Mindesterzeugung. Dieser Anteil könnte sich verringern, wenn mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen am Regelenergiemarkt teilnehmen dürfen.

Auch fossil betriebene KWK-Anlagen tragen wesentlich zum starren und technisch nicht notwenigen Erzeugungssockel bei. Diese können zusätzlich zu den Wärmeerlösen teilweise gleich mehrere Förderungen einnehmen, was dazu führt, dass sie nicht ausreichend auf Marktpreise reagieren. Dazu zählen Eigenverbrauchsprivilegien und teilweise vermiedene Netzentgelte.

Kraft-Wärme-Kopplung muss flexibler werden
„Nicht nur Grosskraftwerke, sondern auch die fossil-betriebene Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) muss deutlich an Flexibilität gewinnen, damit der überflüssige konventionelle Erzeugungssockel abgebaut werden kann. Fossil-betriebene KWK-Anlagen müssen auch tatsächlich flexibel betrieben werden, was heute nicht der Fall ist.“ Bei der Ausgestaltung der neuen Regeln zum Redispatch müsse daher darauf geachtet werden, dass der Einspeisevorrang von erneuerbaren Energien vor allen fossilen Optionen durchgesetzt wird, bekräftigt Peter. Zurecht verweist die deutsche Bundesnetzagentur darauf, dass die erneuerbaren Energien in Zukunft immer mehr Systemdienstleistungen übernehmen werden und dies auch können.

Text: Deutscher Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE)

show all

1 Kommentare

Max Blatter

Im Grunde genommen ist es ein Qualitätsmerkmal für die Produktionsanlagen "erneuerbarer" Energie, dass sie schnell regelbar sind, während nukleare und fossile Großkraftwerke als träge Kolosse im Weg stehen. Aber das ist ein schwacher Trost; denn heruntergeregelte PV-, Wind- und Wasserkraftwerke tragen nicht zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei! Da muss sich tatsächlich etwas ändern.

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Top

Gelesen
|
Kommentiert