Auf Grundlage des «Nachhaltigkeits-Deal» werden Sektoren, Branchen und Organisationen gestärkt, denen die Zukunft gehört, weil sie ressourcenschonend operieren und die gesamte Lebensqualität verbessern.

AEE Suisse: «Nachhaltigkeits-Deal für die Schweiz» - Win-win-Situationen für die Wirtschaft und das Klima für heutige und zukünftige Generationen

(AEE Suisse) Aufgrund der aktuellen Situation durch die Covid-19-Pandemie wurde die Generalversammlung der AEE Suisse in virtuellem Rahmen abgehalten. Die Mitglieder waren sich einig: Es gilt die Schweizer Wirtschaft generell und insbesondere die Branchen der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz zu stärken und die Schweiz damit widerstandsfähiger in die Zukunft zu führen. Sie haben die Resolution zum «Nachhaltigkeits-Deal für die Schweiz» verabschiedet. (Texte en français >>)


Die Generalversammlung der AEE Suisse fand am 30. April 2020 statt. Auf Grundlagen eines «Nachhaltigkeits-Deals für die Schweiz» sollen im Nachgang zur Pandemie auch im Sinne eines Konjunkturprogramms Sektoren, Branchen und Organisationen stimuliert werden, die erneuerbar, ressourcenschonend und zukunftsorientiert operieren. Dies fordert die AEE Suisse in sieben Punkten in ihrer Resolution. Die notwendigen Technologien und Möglichkeiten sind vorhanden. Die inländische Wertschöpfung steht dabei im Fokus. Es gilt Win-win-Situationen zu nutzen – für die Wirtschaft und das Klima, für heutige und zukünftige Generationen.

Resolution «Nachhaltigkeits-Deal» für die Schweiz. Jetzt!
Die Covid-19-Pandemie führt uns vor Augen, wie verletzlich unsere Wirtschaft ist – insbesondere dort, wo sie auf einem nicht nachhaltigen Umgang mit Ressourcen basiert. Die Pandemie hat auch gezeigt, wie schnell die Umwelt und die Gesellschaft auf eine (vorübergehende) Verringerung von Umweltbelastungen reagiert: Die Natur erholt sich sichtbar, die Bedürfnisse der Menschen ändern sich grundlegend. Gleichzeitig zeigen die immer neuen Rekord-Temperaturen und die immer häufiger auftretenden Trockenperioden, dass die Zeit zum handeln drängt.

Die Entwicklungen der letzten Wochen manifestierten klar, wie schnell Themen, die bis vor Kurzem noch oben auf der politischen Agenda standen, von derselben gefegt werden – und wie schnell, politische und wirtschaftliche Prioritäten anders gesetzt werden. Dies gilt auch für die Energie- und Klimapolitik. Dabei ist auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga überzeugt, dass der Schutz der Umwelt, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums im Einklang mit den Zielen des Klimaübereinkommens von Paris von strategischer Bedeutung sind für eine nachhaltige Krisenbewältigung.

Daher ist jetzt der Zeitpunkt, um mit den Erfahrungen aus einer Krise, wie sie unsere Gesellschaft noch nicht erlebt hat, und der übergreifenden Einsicht in die Notwendigkeit entschlossenen Handelns, die unmittelbaren Folgen der Krise zu bewältigen. Es gilt deutliche Impulse für eine Transformation der Wirtschaft und unseres Lebensstils zu geben. Die Stärkung der einheimischen Wirtschaft steht dabei im Fokus, d.h. es gilt Investitionen auszulösen, die die Wertschöpfung im Inland mit nachhaltiger Wirkung ermöglichen.

Während die Diskussion über die Sinnhaftigkeit staatlicher Konjunkturprogramme und erst recht der Verteilungskampf um die finanziellen Mittel in vollem Gange ist, steht nur eines fest: Ob mit einem zusätzlichen Konjunkturprogramm oder ohnehin beschlossenen, nun aber konsequenter und schneller umzusetzenden Massnahmen – die Schweiz braucht einen ambitionierten «Nachhaltigkeits-Deal» mit klaren Zielen und Zwischenzielen, statt den Träumereien einer Welt und einer Schweiz von früher nachzuhängen.

Neben der Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Einzelpersonen in der akuten existenzbedrohenden Situation, stützt und fördert der «Nachhaltigkeits-Deal» nur Branchen und Unternehmen, die überzeugende Nachhaltigkeitskonzepte vorlegen können. Dies stärkt die Schweizer Wirtschaft langfristig und schont gleichzeitig das Klima – eine Win-win-Situation. Sämtliche dazu notwendigen Technologien und Möglichkeiten sind vorhanden. Die Konzepte sollen sich also an einem kurzfristigen Realisierungsstart, einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Stossrichtungen in den Bereichen Ressourcenschonung, Klima, Energie, Mobilität und Aufklärung orientieren:

  1. Vollständige Dekarbonisierung aller Prozesse und Wirtschaftssektoren: Vollständige Dekarbonisierung aller Prozesse in allen Wirtschaftssektoren und Lebensbereichen, konkret Netto-Null bis 2050 (z.B. Beschleunigte Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Gebäudeparks gem. dem Programm «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz, gem. der Studie der Wärme Initiative Schweiz etc.). Wo dies nicht innert nützlicher Frist möglich ist: entsprechende Belastung der Emissionen.

  2. Laufende Effizienzsteigerung: Laufende Effizienzsteigerung beim Einsatz von Strom und Brenn-/Treibstoffen dank zügiger Gebäudesanierungen, Digitalisierung, Eco-Design von Produkten und Prozessen sowie neuen Entwicklungs-, Verwendungs- und Finanzierungsmodellen.

  3. Ausbau erneuerbarer Energien: Schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien und nachhaltigen Konversionstechnologien mit Vorrang heimischer Energieträger und -produktion (z.B. gem. Positionspapier der Allianz der Schweizer Energiewirtschaft); nützliche Einbindung in den europäischen Energiemarkt.

  4. Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte: Beschleunigte Durchsetzung der E-Mobilität sowie weiterer alternativer Antriebe und CO2-neutraler Treibstoffe dank flächendeckender Ladeinfrastruktur und Kostenwahrheit (Bepreisung externer Effekte fossiler Antriebe); Umsetzung integraler Mobilitätskonzepte im Personenverkehr und der Güterlogistik auf dem Boden, in der Luft und auf dem Wasser (z.B. Aviatik mit Wasserstoff). Stärkung des öffentlichen Verkehrs.

  5. Kostenwahrheit: Entsprechende Belastung der Emissionen bzw. Internalisierung externer Kosten, angemessener Wert und lenkende Preissignale für den Verbrauch von Ressourcen (insbesondere die Befrachtung mit Treibhausgasen und den Bezug/Einsatz von nicht erneuerbarer Energie).

  6. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, Kreislaufwirtschaft: Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen (Kreislaufwirtschaft) und Umsetzung von Innovationen zur Steigerung der Gesamtlebensqualität heutiger und künftiger Generationen. Technologien sind vorhanden und rechnen sich bereits mittelfristig.

  7. Aufklärung: Sensibilisierung und transparente Information der Verbraucher*innen, Produzent*innen, Investor*innen und Multiplikator*innen über Effekte ihrer Entscheidungen und beste Lösungen sowie Stärkung der Forschung.

Auf Grundlage des «Nachhaltigkeits-Deal» werden Sektoren, Branchen und Organisationen gestärkt, denen die Zukunft gehört, weil sie ressourcenschonend operieren und die gesamte Lebensqualität verbessern. Gleichzeitig sollen für Geschäftsmodelle der Vergangenheit, die mit nicht erneuerbaren Ressourcen verschwenderisch umgehen und die Lebensgrundlagen heutiger und künftiger Generationen schädigen, klare Leitplanken hin zu nachhaltigen Strategien aufgezeigt werden. Im Zentrum stehen Massnahmen, die Wertschöpfung in der Schweiz generieren. Das stärkt die Zukunftsfähigkeit und Resilienz der Schweiz nach innen und nach aussen auf den Märkten.

Mit dem «Nachhaltigkeits-Deal» will die AEE Suisse die ohnehin strapazierte Wirtschaft keinem weiteren Belastungstest unterziehen. Die unmittelbaren Lehren aus der Krise und der Auftrag für die Zukunft muss sein, unsere Stärken – der Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft – dort einzusetzen, wo sie heute und künftig die beste Wirkung entfalten und zugleich die grössten unternehmerischen Chancen liegen (z.B. auch Export von Lösungen). Als Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz ist die AEE Suisse dabei nicht nur um die Herkunft der Energie und deren effiziente Verwendung besorgt, sondern in dieser ausserordentlichen Situation auch dafür, dass die Schweizer Wirtschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgeht, in dem jetzt sie die Weichen für einen neuen, nachhaltigen, zukunftsgerichteten Pfad stellt.

Text: AEE Suisse

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1 Kommentare

Max Blatter

Nicht Neues, aber viel Richtiges.

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