Die Maßnahmen zur Emissionsreduzierung im Schiffs- und Luftverkehr sind nicht ehrgeizig genug, so die Abgeordneten. Sie wollen, dass der Seeverkehr in das Emissionshandelssystem (ETS) der EU einbezogen wird.

Europäisches Parlament: Ruft Klimanotstand aus und fordert Senkung der CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent

(PM) Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP25, die vom 2. bis 13. Dezember in Madrid stattfindet, verabschiedete das Europäische Parlament am Donnerstag eine Resolution, mit der es den Klima- und Umweltnotstand ausruft. Es fordert die Kommission zudem auf, dafür zu sorgen, dass alle relevanten Gesetzes- und Haushaltsvorschläge vollständig mit dem Ziel übereinstimmen, die Erderwärmung auf unter 1.5°C zu begrenzen.


In einer getrennten Entschließung fordert das Parlament die EU nachdrücklich auf, ihre Strategie zur Klimaneutralität im Rahmen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über den Klimawandel vorzulegen, die aufzeigen soll, wie die EU Klimaneutralität so bald wie möglich, spätestens aber bis 2050, erreichen will. Die Abgeordneten fordern die neue Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen auf, in den von ihr angekündigten ‚Green Deal für Europa‘ eine Vorgabe von 55% Emissionsreduzierung bis 2030 aufzunehmen.

Stärkerer und schnellerer Rückgang der Emissionen im Schiffs- und Luftverkehr
Die derzeitigen Maßnahmen zur Emissionsreduzierung im Schiffs- und Luftverkehr sind nicht ehrgeizig genug, so die Abgeordneten. Alle Länder sollten die Emissionen des internationalen Schiffs- und Luftverkehrs in ihre national festgelegten Beiträge (Nationally Determined Contribution, NDC) aufnehmen, fordern sie, und verlangen von der Kommission, vorzuschlagen, dass der Seeverkehr in das Emissionshandelssystem (ETS) der EU einbezogen werden soll.

Mehr Geld für die Bekämpfung des Klimawandels
Das Parlament hebt die große Bedeutung der Auffüllung des globalen Klimaschutzfonds hervor und hält die Mitgliedstaaten dazu an, ihre Beiträge mindestens zu verdoppeln. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind die größten öffentlichen Geber von Finanzmitteln für den Klimaschutz, so der Text der Entschließung, und der Haushalt der EU sollte mit ihren internationalen Verpflichtungen in diesem Bereich im Einklang stehen. Die Abgeordneten stellen ebenfalls fest, dass die tatsächlichen Zusagen der Industrieländer immer noch weit hinter dem gemeinsamen Ziel von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr ab 2020 zurückbleiben.

Schließlich fordern sie alle Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, alle direkten und indirekten Subventionen für fossile Brennstoffe bis 2020 abzuschaffen.

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 28. November 2019 zum Klima- und Umweltnotstand >>

Text: Europäisches Parlament

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