Trotz stark steigenden Zahlen nimmt der Energieverbrauch insgesamt deutlich ab. Grafik: BFE

Der über alle Geräte gemittelte spezifische Verbrauch pro Gerät der Elektronikgeräte sank zwischen 2002 und 2018 von 125.9 kWh auf 51.8 kWh. Bild: BFE

Der über alle Geräte gemittelte spezifische Verbrauch pro Gerät der Haushaltgrossgeräten sank zwischen 2002 und 2018 von 386 kWh auf 292 kWh. Bild: BFE

BFE: Haushaltgrossgeräte und Elektronikgeräte brauchen 11% weniger Strom als 2002, trotz Anstieg um über einen Drittel der Anzahl Geräte

(BFE) Der Gesamtenergieverbrauch der Haushaltgrossgeräte und Elektronikgeräte hat zwischen 2002 und 20018 um 11.8% abgenommen. Und dies obwohl die Zahl der Geräte um über 36% angestiegen ist. Bei den Haushaltgrossgeräten sank der Verbrauch pro Grät in diesem Zeitraum von 386 kWh auf 292 kWh und bei den Elektronikgeräten von 125.9 kWh auf 51.8 kWh. (Texte en français >>)


2018 gab es in der Schweiz 47.44 Millionen Haushaltgrossgeräte sowie IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte, die zusammen 6806 Mio. kWh Strom (12% des schweizerischen Stromendverbrauchs) verbrauchten. Das sind 36.1% mehr Geräte als 2002 (Bestand 34.85 Millionen Stück). Ihr Stromverbrauch liegt aber um 914 Mio. kWh (-11.8%) tiefer als 2002 (7720 Mio. kWh).

Dank grösserer Technologiesprünge sind die Effizienzgewinne bei den IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräten mit 52.,9% seit dem Jahr 2000 mehr als doppelt so hoch als bei den Haushaltgrossgeräten (26% seit dem Jahr 2002). Dies verdeutlicht auch der über alle Geräte gemittelte spezifische Verbrauch pro Gerät: Bei den Haushaltgrossgeräten hat er zwischen 2002 und 2018 von 386 kWh auf 292 kWh abgenommen und bei den Elektronikgeräten von 125.9 kWh auf 51.8 kWh.

Haushaltgrossgeräte (2002 bis 2018)

  • In der Schweiz waren 2018 rund 18,1 Millionen Haushaltgrossgeräte im Einsatz, das sind 33.3% mehr als 2002 (13,6 Millionen). Ihr Energieverbrauch ist im gleichen Zeitraum aber nur um 0,8% gestiegen: von 5242 auf 5283 Mio. kWh.

  • Bei allen Gerätekategorien gibt es seit 2002 eine erhebliche Steigerung der Energieeffizienz.

  • Dank der Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der Haushaltgrossgeräte 2018 um 1844 Mio. kWh (oder 26%) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2002.

  • Die grössten Stromverbraucher in der Kategorie der Haushaltsgrossgeräte sind Elektroherde/Backöfen (1409 Mio. kWh), Kühlgeräte (1062 Mio. kWh) sowie Wäschetrockner (867 Mio. kWh).

  • Die Analyse zeigt, dass sich der Trend der letzten Jahre fortsetzt und der Einfluss der Energieetikette beim Kauf eines Haushaltsgrossgeräts sinkt. So sind 2018 (58'0000 Stück) weniger Kühlschränke der Kategorie A+++ verkauft worden als noch 2017 (59'500 Stück). Bei Kühlgeräten stagnieren die Verkäufe der bestklassierten Geräte seit drei Jahren. Dasselbe gilt bei den Geschirrspülern. Grund dafür dürfte sein, dass die Unterschiede der Energieeffizienz bei Geräten in den A-Kategorien (A/A+/A++/A+++) im Bezug zum Anschaffungspreise zu gering sind.

  • Ab März 2021 werden in der EU neue Energieetiketten eingeführt. Für Kühlgeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und Displays (Fernseher, Monitore) werden die neuen Labels wieder wie ursprünglich nur die Klassen A bis G aufweisen, ohne +-Erweiterungen. In der Schweiz sollen die neuen Energieetiketten voraussichtlich ebenfalls ab März 2021 gelten.

IT, Büro- und Unterhaltungselektronikgeräte (Zahlen von 2000 bis 2018)

  • In der Schweiz waren 2018 rund 29.4 Millionen IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte im Einsatz, das sind 46.1% mehr als im Jahr 2000 (20,1 Millionen). Trotz höherer Leistungsfähigkeit und längerer Nutzungsdauer ist ihr Energieverbrauch im selben Zeitraum um 39.8% zurückgegangen: von 2530 auf 1522 Mio. kWh.

  • Dank der erzielten Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte 2018 um 1707 Mio. kWh (oder 52.9%) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2000.

  • Gründe für den hohen Verbrauchsrückgang sind technologische Fortschritte aber auch Förderprogramme zugunsten effizienter Geräte (Energy Star, Stand-by Initiativen, neue Technologien usw.) sowie die Mindestanforderungen bezüglich des Standby-Verbrauchs.

  • Die stärkste Bestandszunahme seit dem Jahr 2000 gab es bei den Notebooks (+4,2 Millionen Stück), Tablets (+3,8 Millionen) und Set-Top Boxen (+2,9 Millionen).

  • In den letzten zwei Jahren sind die Verkaufszahlen aller Geräte rückläufig. 2018 wurden beispielsweise 6.5% weniger TV-Geräte, 6.4 % weniger Tablets und 7.2% weniger PCs verkauft.

  • Insbesondere bei den TV-Geräten zeigt sich, dass die Energieetikette an Einfluss auf die Kaufentscheidung verliert. Seit 2014 ist der Anteil an verkauften A+ und A++ Geräten rückläufig und lag 2018 noch bei 24% (2014: 55%). Die Zahl der verkauften A-Geräte stieg in der gleichen Zeit von 30 auf 59%. Grund dafür dürfte sein, dass immer mehr Geräte mit UHD-Auflösung verkauft werden. Diese brauchen mehr Energie pro Fläche, weil sie über zusätzliche Funktionen verfügen.

Faktenblatt Stromverbrauch Elektrogeräte >>

Verkaufszahlenbasierte Energieeffizienzanalyse von Elektrogeräten, Jahreswerte 2018 >>

Text: Bundesamt für Energie

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