04. Jul 2018

Rolf Schmid (Rudolf Schmid AG, Thörishaus), Jan Remund, Präsident Neue Energie Bern (Aee Suisse), Dimitar Koychev (Halle 58 Architekten GmbH, Bern), André Flückiger (eicher+pauli Bern AG). ©Bild: T. Rütti

Laut Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann «nehmen dies prämierten Unternehmen geradezu eine Vorbildfunktion ein und machen deutlich, dass die Energiewende viele Facetten hat». ©Bild: T. Rütti

Dr. Andrea Vezzini: «Innovationen für das Smart-Home der Zukunft – Solarstromspeicher, E-Mobilität und Digitalisierung als Treiber der Gebäudetechnik von morgen». ©Bild: T. Rütti

Die Joulia SA war diesmal zusammen mit der Creaholic SA Gastgeberin der Preisverleihung. Früher war hier in Biel-Madretsch die Seifenfabrik Schnyder tätig, heute ist es die Denkfabrik Creaholic SA. ©Bild: T. Rütti

Hier setzt die von Jan Remund (Aee Suisse) präsidierte Berner Unternehmerinitiative Neue Energie an: Politik und Wirtschaft zusammenzubringen. ©Bild: T. Rütti

Durch den Abend geführt wurden die Gäste von Samuel Moser, Vorstandsmitglied Berner Unternehmerinitiative Neue Energie, die rund 100 Berner Unternehmen vereint. ©Bild: T. Rütti

Berner Unternehmenspreis: Drei Firmen für nachahmenswertes Engagement prämiert

(©TR) Am 29. Juni 2018 wurde auf dem Schnyder-Areal in Biel-Madretsch zum vierten Mal der Berner Unternehmenspreis Neue Energie verliehen. Die eicher+pauli Bern AG, Halle 58 Architekten GmbH und die Rudolf Schmid AG wurden für ihr nachahmenswertes Engagement in Sachen erneuerbare Energien und Energieeffizienz ausgezeichnet. Damit wurden Unternehmen aus den Branchen Energie-/Gebäudetechnik, Architektur und Präzisionsmechanik prämiert.


Die drei Preisträger durften für ihre Leistungen und Innovationen die Auszeichnung und je ein Preisgeld von je 5‘000 Franken entgegennehmen. Diese Honorierung soll deutlich machen, dass die erneuerbare Energiezukunft ein Projekt ist, an dem verschiedenste Akteure beteiligt sind. Die von Jan Remund (Aee Suisse) präsidierte Berner Unternehmerinitiative Neue Energie setzt genau hier an und setzt alles daran, Politik und Wirtschaft zusammenzubringen. Insgesamt wurden dieses Jahr zwölf Unternehmen, die in verschiedenen Sparten von erneuerbarer Energien und Energieeffizienz tätig sind, von der Fachjury als Kandidaten für den diesjährigen Unternehmenspreis beurteilt. Das Rennen machten schliesslich drei Unternehmen aus der Energie- und Gebäudetechnik, der Architektur und der Präzisionsmechanik: Die eicher+pauli Bern AG, die Halle 58 Architekten GmbH, Bern, und die Rudolf Schmid AG, Thörishaus.

Aus Biomasse erneuerbaren Strom und Dampf produzieren 
Die eicher+pauli Bern AG mit Sitz in Bern bietet seit 25 Jahren wirtschaftliche und innovative Lösungsansätze im Energie- und Gebäudetechnikbereich in der Schweiz an. Von der Projektentwicklung über die Planung bis zur Umsetzung steht der rationelle Einsatz von Energie, sowie der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern stets im Fokus, mit dem Ziel die CO2 Ausstösse im Gebäudebereich zu senken ohne dabei die Finanzierbarkeit zu vernachlässigen. Das Unternehmen hat bereits bemerkenswerte Projekte umgesetzt: Das Swisscom Rechenzentrum in Bern-Wankdorf mit nachhaltiger Kühlung und höchstem Effizienzstandard. Oder das Biomassezentrum der Grossbäckerei Coop in Schafisheim, in dem aus Biomasse erneuerbarer Strom und Dampf produziert wird. Die eicher+pauli Bern AG erfüllt Nachhaltigkeit gemäss Jury nicht nur aus dem ökologischen Blickwinkel betrachtet, sondern auch in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Entgegengenommen wurde der Unternehmerpreis von André Flückiger.

Markanter Fortschritt gegenüber bisherigen Freikolben-Stirlinggeräten
Die Rudolf Schmid AG aus Thörishaus BE hat folgende Anlage entwickelt: Eine Kraft-Wärme-Kopplungs-Einheit (WKK), basierend auf einer innovativen «Freikolben Resonanz Stirling»-Maschine. Diese liefert 25% Strom und 75% Wärme. Der international patentierte Resonanz Stirling läuft im Gegensatz zu allen bisherigen vergleichbaren Maschinen auch bei Temperaturen über 525°C stabil. Durch die wesentlich höheren Betriebstemperaturen bis 700°C sind erstmals elektrische Wirkungsgrade von ca. 25% erreichbar. Die neu entwickelte WKK-Einheit erfüllt die Anforderungen der MuKEn 2014, der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich. Der neue Resonanz Stirling stellt einen wesentlichen Fortschritt gegenüber allen bisher für kleine KWK-Einheiten verwendeten konkurrierenden Technologien dar. Er kann in Verbindung mit einem flammenlosen Brenner mit Biogas oder mit anderen aus erneuerbarer Energie erzeugten Energieträgern betrieben werden. Vor allem für kleine Wohneinheiten und Renovationsobjekte, alleine oder in Verbindung mit PV-Anlagen, ist dieser Stirling-Motor ideal geeignet, um mit erneuerbaren Energieträgern dezentral und je nach Bedarf Strom und Wärme zu erzeugen und effizient für den Eigenverbrauch zu nutzen. Rolf Schmid nahm den Unternehmerpreis entgegen.

Eigenproduktion übersteigt den Verbrauch um fast das Siebenfache 
Der Jury zufolge hat die Halle 58 Architekten GmbH aus Bern in den letzten Jahren eindrucksvolle Projekte realisiert, unter anderen das erste Minergie-P ECO-Gebäude der Schweiz im Jahr 2006 – ein Wohnhaus in Gerzensee, in dem die Eigenproduktion an Energie den Verbrauch um fast das Siebenfache übersteigt – oder die Wohnsiedlung Oberfeld in Ostermundigen, welche komplett selbstversorgend ist. Das Unternehmen überzeugt offenbar mit einer nachhaltigen und langfristig geprägten Unternehmensphilosophie. So werden bei der Ausschreibung der Bauarbeiten lokale Handwerker bevorzugt und die Verwendung von Schweizer Holz ist vorgeschrieben. Das Architekturbüro leistet laut Jury mit seinen Projekten einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und zeigt die Wichtigkeit der Rolle der Architekten beim nachhaltigen Bauen auf. Zur Preisverleihung erschien als Firmenvertreter Dimitar Koychev.

Lösungen für grosse Herausforderungen finden
Für AEE Suisse und den Unternehmerpreis-Präsidenten Jan Remund leisten alle drei prämierten Unternehmen diskussionslos auch «einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050». Und laut Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann «nehmen diese Unternehmen geradezu eine Vorbildfunktion ein und machen deutlich, dass die Energiewende viele Facetten hat». Zudem fördern sie laut Regierungsrat Ammann den Innovations- und Wirtschaftsstandort Kanton Bern. In der neuesten Rangliste der Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne landete die Schweiz punkto digitaler Wettbewerbsfähigkeit auf dem fünften Rang. Wird hingegen einzig und allein die Innovationskraft gemessen, belegt sie seit sieben Jahren schon den ersten Platz! Christoph Ammann zufolge verpflichtet diese Vorreiterrolle. Es sei durchaus vorstellbar, dass solche Unternehmen sogar Lösungen für die grosse Herausforderungen dieser Welt finden könnten. Dazu zählt Regierungsrat Ammann namentlich Lösungen für die Energiewende und damit auch für den Klimaschutz: «Der Erfolg der Energiewende wird also auch davon abhängen, wie gut und wie intensiv es uns gelingt, unterschiedliche Innovationen auf den Markt zu bringen und miteinander zu verknüpfen. Deshalb ist es notwendig und sinnvoll, dass wir neue Lösungen von hiesigen Unternehmen mit einem Preis sichtbar und bekannter machen. Ich hoffe stark, dass die heute gekrönten Unternehmen für ihren Einsatz in Zukunft belohnt werden.»

Treiber der Gebäudetechnik von morgen
Nicht unpassend dazu war denn auch das Referat von Andrea Vezzini: «Innovationen für das Smart-Home der Zukunft – Solarstromspeicher, E-Mobilität und Digitalisierung als Treiber der Gebäudetechnik von morgen». Dr. Vezzini wörtlich: «Weil in einem Haushalt fast 90 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser benötigt werden, lässt sich der Photovoltaik-Eigenverbrauch insbesondere durch einen Wärmepumpe oder den Einsatz von Heizelementen sinnvoll erhöhen.» Die Ausführungen des Professors für Industrieelektronik und Leiters BFH-CSEM-Zentrum, Energie Storage Research Centers ESReC, gipfelten in folgendem Fazit:

  • Die Energiewende ist eine der zentralen Antworten auf den Klimawandel
  • die Energiewende findet speziell auch im Verteilnetz statt und ist nur teilweise steuerbar
  • Netzparität der Speicherung wird den Markt für die Energieversorgungsunternehmen EVU grundlegend verändern
  • Elektromobilität und Photovoltaik sparen Geld und verbessern unseren CO2-Footprint
  • Gefordert sind neue Geschäftsmodelle durch Digitalisierung auf allen Ebenen.

Im Vorfeld des Referendums zur Teilrevision des Energiegesetzes
Die Joulia SA, letztjährige Gewinnerin des Berner Unternehmenspreises Neue Energie 2017, war diesmal zusammen mit der Creaholic SA Gastgeberin der Preisverleihung. Den Gästen wurde eine Führung durch das Schnyder-Areal geboten, wo diese beiden Unternehmen innovativ und kreativ wirken. Motto: Früher eine Seifenfabrik, heute Denkfabriken. Durch den Abend geführt wurden die Gäste von Samuel Moser, Vorstandsmitglied Berner Unternehmerinitiative Neue Energie, welche rund 100 Berner Unternehmen vereint, die im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz tätig sind und sich so auch für die Energiewende engagieren. Für Samuel Moser und seine Vorstandskollegen gilt: «Gerade im Hinblick auf das bevorstehende Referendum zur Teilrevision des Energiegesetzes im Kanton Bern ist es zentral, die Wichtigkeit dieser Themen für die Energiestrategie 2050 aufzuzeigen.»

Partner von AEE Suisse
Die Berner Unternehmerinitiative Neue Energie ist Partnerin der Aee Suisse, welche als nationale Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz die Interessen von 20 Branchenverbänden und 15'000 Unternehmen und Energieanbietern vertritt. Der Berner Unternehmenspreis Neue Energie wurde nun bereits zum vierten Mal verliehen und wird unterstützt durch die langjährigen Partner BKW Energie AG, Berner Kantonalbank und die Gebäudeversicherung Bern.

Mehr Infos: AEE Suisse

©Text: Toni Rütti, Redaktor ee-news.ch

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