Die Schnellabschaltung ereignete sich bei der Revision am 14. August 2013. Bei einem Test vor der Entladung der Brennelemente aus dem Reaktor kam es zu einer Schnellabschaltung.

AKW-Mühleberg: Schnellabschaltung drei Monate verheimlicht!

(PM) Fokus Anti-Atom entdeckte am 29. November eine auf der ENSI Homepage diskret platzierte Vorkommnis-Meldung(1). Die Meldung wurde am 22. November 2013 aufgeschaltet, einen Tag nach der Medienkonferenz(2) des ENSI zum Verzicht auf nötige Sicherheitsnachrüstungen im AKW Mühleberg. Bis zum Super-GAU in Fukushima wurden Schnellabschaltungen immer innert Tagesfrist als Vorkommnisse vermeldet. Seit Fukushima hat das ENSI seine Politik geändert, Vorkommnisberichte werden erst nach Monaten aufgeschaltet.


Fokus Anti-Atom erkennt: Betreiber und Aufsicht lassen erst Gras über die Sache wachsen!

BKW, Nuklearforum und ENSI verschweigen Schnellabschaltung

Die Schnellabschaltung ereignete sich bei der Revision am 14. August 2013. Bei einem Test vor der Entladung der Brennelemente aus dem Reaktor kam es zu einer Schnellabschaltung. Das ENSI meldet nun: “Zur Vermeidung ähnlicher Vorkommnisse hat der Betreiber Folgemassnahmen identifiziert, die eine Anpassung der Testprozedur inklusive gezielter Schulung beinhalten.“ Weder auf der Homepage der BKW(3), des ENSI(4) noch in den Monatsberichten des Nuklearforums(5) wurde die Zwischenabschaltung vermeldet. Fokus Anti-Atom veröffentlichte im November 2013 eine Zusammenstellung gravierender technischer Probleme im AKW Mühleberg und verlangte gleichzeitig vom ENSI das AKW auf die Ausserbetriebnahmebedingungen zu überprüfen(6). In Betreiber und Aufsicht haben wir kein Vertrauen mehr.

Zeitpunkt war unpassend, also wurde verschwiegen
Im Sommer dieses Jahres sorgte das AKW Mühleberg für reichlich schlechte Nachrichten. Die Sonntagszeitung (7) meldete, dass ForscherInnen radioaktives Cäsium-137 im Bielersee gefunden haben, welches aus dem AKW Mühleberg stammt. Erst leugnete das ENSI, später gab es bekannt, dass die radioaktive Belastung tatsächlich auf Abwässer des AKW zurückgeführt werden konnten. ENSI: (8) „Die Ursache für die erhöhten Abgaben sind nicht auf Zwischenfälle zurückzuführen, sondern auf die endlagerfähige Konditionierung von Altharzen aus dem Zwischenlager mit der im Jahr 1995 in Betrieb genommenen Verfestigungsanlage CVRS.“

Nach der Welle, welche die Cäsium-Meldung schlug, war die Meldung einer Schnellabschaltung im August für Betreiber und Aufsicht offensichtlich unerwünscht. Ende Juni musste die BKW auch den Nachrüst-Umsetzungsplan(9) an das ENSI einreichen – ebenso ein mediales Ereignis.

Mühleberg: Nicht das erste Problem im laufenden Jahr

Dieses Jahr hatte das AKW Mühleberg bereits weitere Pannen: Aufgrund von Dichtheitsproblemen und Leckagen an ein und derselben Reaktorumwälzpumpe erfolgte für Reparaturarbeiten zweimal, im Januar(10) und im Mai11 2013, über mehrere Tage eine Zwischenabschaltung des Reaktors; diese wurden damals auf der Front der ENSI Homepage vermeldet. Eine Schnellabschaltung, wie sie im August 2013 zustande kam, ist eine weit kritischere Situation als eine geplante Zwischenabschaltung, wie sie für die Pumpe stattfand.

1 http://static.ensi.ch/1385110849/vorkommnis_kkm-2013-08-14_stand-2013-11-21_web.pdf

2 http://www.ensi.ch/de/2013/11/21/kernkraftwerk-muhleberg-ensi-fordert-hohe-sicherheit-bis-zum-letzten-betriebstag/

3 http://www.bkw.ch/kkm-aktuell.html

4 http://www.ensi.ch/de/category/news/page/4/

5 http://www.nuklearforum.ch/sites/default/files/monatsberichte/MB_August2013_d.pdf

6 http://www.fokusantiatom.ch/

7 http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=256952

8 http://www.ensi.ch/de/2013/07/15/die-fakten-zur-radioaktivitat-im-bielersee/

9 http://www.ensi.ch/de/2013/07/02/kernkraftwerk-muhleberg-reicht-umsetzungsplan-fristgerecht-ein/

10 http://www.ensi.ch/de/2013/01/22/kernkraftwerk-muhleberg-kann-nach-zwischenabschaltung-wieder-anfahren/

11 http://www.ensi.ch/de/2013/05/26/kernkraftwerk-muhleberg-ensi-stimmt-wiederanfahren-nach-zwischenabschaltung-zu/

Text: Fokus Anti-Atom

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2 Kommentare

Redaktion ee-news

Danke für den Hinweis, wir hatten die Pressemeldung direkt von Fokus Anti-Atom übernommen und zu wenig aufmerksam gelsen. Die Fehler haben wir korrigiert

Andreas

"gab es bekannts dass"...
"Cäsum"...
"ENS,I"...

Wenigstens einmal Korrekturlesen vorm Veröffentlichen wäre hilfreich.

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