Szenarienvergleich: Installierte Leistung der EE 2030 bei 17 GW Wind Offshore. Grafik: BDEW

Stromerzeugung der EE: Referenzszenario Wirkung Wind Offshore und 52 GW-Deckel. Grafik: BDEW

Deutschland: Flächenrestriktionen gefährden Ausbauziel Erneuerbare – 52 GW-Solardeckel muss fallen

(PM) Eine reine Fortschreibung der bisherigen Pfade aus dem EEG 2017 reicht nicht aus, um Ziel von 65% erneuerbaren Energien bis 2030 zu erreichen, damit würde lediglich ein Anteil von 54% erreicht. „Die derzeit bestehenden Flächenbegrenzungen für verschiedene EE-Technologien behindern Zubauraten und das Ausschöpfen bestehender Potenziale in den jeweiligen Segmenten“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.


Konkret geht es dabei um die 10 MW-Grössenbeschränkung für PV-Freiflächenprojekte im EEG und den 15-GW-Deckel für Wind auf See bis 2030 und den 52-GW-Deckel für PV-Anlagen ausserhalb des Ausschreibungsregimes. Letztgenannter Deckel sollte aus Sicht des BDEW aufgehoben werden, verbunden mit weiteren Massnahmen zur besseren Markt- und Systemintegration von Strom aus PV-Anlagen.

17 GW Offshore
Um den Flächenbedarf an Land zu reduzieren, ist laut BDEW eine Anhebung des 2030-Ziels für die Windenergie auf See auf mindestens 17 GW sinnvoll. Die Szenarien-Berechnungen zeigen, dass eine Aufstockung der Windenergie auf See den zusätzlichen Bedarf an Windenergie an Land oder Photovoltaik überproportional mindert, da Windenergie auf See die vergleichsweise höchste Auslastung erreicht.

Die Berechnungen zeigen, dass höhere Ausbauziele für Windenergieanlagen auf See und Photovoltaik sinnvoll sind, um Zeit für die Lösung der Akzeptanzprobleme von Windenergie an Land zu gewinnen. Auch bei forciertem Ausbau von Wind Offshore und Photovoltaik bleibt allerdings ein erheblicher Zuwachs auch von Wind an Land erforderlich, um das 65-Prozent-Ziel zu erreichen.

Alle Technologien in ausreichender Menge
Szenario A setzt einen Schwerpunkt auf besonders kostengünstige Technologien, Szenario B legt einen demgegenüber verminderten Ausbau von Wind an Land zugrunde. Mit höheren Anteilen an Windenergie (Onshore und Offshore) sind insgesamt geringere Zubaumengen erforderlich. Die Abschätzungen ergeben, dass alle infrage kommenden EE-Technologien (Wind Onshore, Wind Offshore, PV-Freifllächen sowie PV-Dachflächen) in ausreichenden Mengen zugebaut werden müssen und dementsprechende Voraussetzungen benötigen, insbesondere auch hinsichtlich der Flächenverfügbarkeit.

Die Flächenverfügbarkeit dürfe deshalb keinesfalls weiter massiv eingeschränkt werden. „Das gilt insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um Mindestabstände zur (Wohn-) Bebauung oder Höhen-beschränkungen für Windenergieanlagen an Land. Diese würden die Erreichbarkeit des 65-Prozent-Ziels massiv gefährden und darüber hinausgehend die Erreichung des CO2-Minderungszieles für die Energie-wirtschaft verhindern.“

„3-Säulen-Modell“ für einen neuen Finanzierungsrahmen
Gerade weil ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich ist, muss weiter intensiv an einem möglichst wirtschaftlichen Förderregime gearbeitet werden. Der BDEW hat deshalb sein „3-Säulen-Modell“ für einen neuen Finanzierungsrahmen für EE-Anlagen weiter konkretisiert. „Eine erfolgreiche Energiewende ist ohne Verantwortung für das Gesamtsystem nicht möglich. Mit seinem „3-Säulen-Modell“ will der BDEW die Förderung der Erneuerbaren fit für das kommende Jahrzehnt machen. Es ist damit der Vorschlag der Energiewirtschaft für eine zukunftsweisende EEG-Reform“, so Kapferer. „Insbesondere die Weiterentwicklung der Direktvermarktung wird dazu beitragen, dass künftig mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne Inanspruchnahme des EEG errichtet werden. Damit werden EEG-Konto und Verbraucher entlastet und die Effizienz gesteigert.“

Säule 1 sieht die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Erneuerbarer Energien im Rahmen des Strommarktes vor. Der Markt und dessen Preissignale sollen die Basis für die Investitionsentscheidung darstellen. Säule 2 dient der Flankierung des Erneuerbare-Energien-Zubaus und stellt das Erreichen der Ausbauziele für Erneuerbare Energien sicher. Säule 3 soll dazu beitragen, Prosumer-Lösungen effizient voranzubringen und auf sinnvolle Weise in das Energieversorgungssystem zu integrieren.

Text: Deutscher Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren