Alle Akteure haben am 2. Wärmepumpengipfel das gemeinsame Ziel noch einmal bekräftigt: Ab 2024 sollen in Deutschland 500‘000 Wärmepumpen pro Jahr installiert werden. ©Bild: Bmwk

Energiewende im Gebäudebereich: Breites Akteursbündnis verständigt sich auf Eckpunkte zur Beschleunigung des Wärmepumpenhochlaufs

(ee-news.ch) Mit dem zweiten virtuellen Wärmepumpengipfel des deutschen Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministers Habeck und der deutschen Bundesbauministerin Geywitz, das am 19. November stattfand, wurde das Austauschformat mit den Akteuren rund um den Wärmepumpenhochlauf fortgesetzt. Nachdem sich bei einem ersten Gipfel Ende Juni 2022 die beteiligten Akteure auf eine allgemeine Absichtserklärung verständigt hatten, wurde jetzt ein Eckpunktepapier mit klaren Handlungsfeldern und Massnahmen verabschiedet.


Waren es im Juni noch rund 30 Akteure, so haben am 2. Wärmepumpengipfel bereits rund 50 Vertreterinnen und Vertreter u. a. aus den Bereichen Handwerk, Industrie, Wohnungswirtschaft, Strom und Netze sowie von Sozialpartnern, Gewerkschaften, Forschung und Wissenschaft teilgenommen. Alle Akteure haben an der Sitzung das gemeinsame Ziel noch einmal bekräftigt: Ab 2024 sollen in Deutschland 500‘000 Wärmepumpen pro Jahr installiert werden. Dazu wurde jetzt mit allen Akteuren ein Eckpunktepapier mit klaren Prioritäten und Massnahmen verabschiedet, bei dem drei Themen im Mittelpunkt stehen: Produktionsentwicklung, Fachkräfte und Wohnungswirtschaft.

Die drei Kernthemen des Eckpunktepapiers

Produktionshochlauf und Produkte
Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa müssen ausgebaut werden. Die Sicherung von Lieferketten hat dabei immense Bedeutung. Es wird eine stärkere europäische Zulieferindustrie benötigt, um Komponenten wie Verdichter, Halbleiter und Chips sowie Steuerungs- und Regelungstechnik lokal zu beziehen. Einen Ansatz hierfür kann die Europäische Plattform für Transformationstechnologien bieten.

Parallel muss die Produktentwicklung im Verbund mit Forschungseinrichtungen weiter vorangetrieben werden. Das deutsche Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium (Bmwk) wird dies in der Energieforschung mit dem aktuellen Förderaufruf ‚Klimaneutrale Wärme und Kälte‘ unterstützen.

Fachkräfte
Fachkräfte sind in vielen Branchen rar, aber vor allem im Handwerk. Daher soll die Attraktivität des Handwerks mit neuen Qualifikationen im Bereich Wärmepumpe und erneuerbare Energien gesteigert werden. Das gilt sowohl für Ausbildungsberufe wie für Fortbildungen. Zwei Beispiele: Das Handwerk plant im Bereich Fortbildung die Entwicklung einer/s ‚Geprüfte/r Berufsspezialist/in Wärmepumpe‘ als neuen Fortbildungsabschluss. Bereits umgesetzt wurde der neue Ausbildungsberuf ‚Elektroniker(in) für Gebäudesystemintegration‘. Mit dem ‚Aufbauprogramm Wärmepumpe‘ wird das Bmwk ab 2023 die Teilnahme von ausgebildeten Fachkräften im Handwerk, von Planenden und Energieberatenden an Fortbildungen speziell zum Thema Wärmepumpen fördern.

Und ganz praktisch arbeitet die Branche daran Synergien zu nutzen. Das bedeutet konkret: Die Zentralverbände des Handwerks, der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und der Elektrotechnik haben eine Vereinbarung geschlossen, um die gewerkeübergreifende Installation von Wärmepumpen besser gestalten zu können. Damit sollen Installationszeiten verkürzt werden und knappe Fachkraftkapazitäten effizient und effektiv genutzt werden.

Wohnungswirtschaft
Der Markt für Wärmepumpen ist derzeit noch stark auf den Neubau und das Segment Einfamilienhäuser konzentriert. Wärmepumpen im Gebäudebestand und besonders in grösseren Gebäuden werden daher 2023 ein Kernthema sein müssen. Die Wohnungswirtschaft arbeitet hieran intensiv in Kooperation mit weiteren Akteuren. In einem Leitfaden für Wärmepumpen in Mehrfamilienbestandsgebäuden sollen Best-Practice-Ansätze gebündelt werden.

Eckpunktepapier zur Diskussion der Beschleunigung des Wärmepumpenhochlaufs – Vorhaben und Massnahmen zum 2. Wärmepumpen-Gipfel >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Deutsches Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Bmwk)

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