Die Kombination aus selbst entwickelten Transportboxen und der passenden Logistik sind Markenzeichen des Start-ups Libycle. ©Bild: Libcycle

Áron Németh (l.) und Philipp Brunotte (r.) haben Libcycle 2021 aus dem Studium heraus gegründet. ©Bild: Libcycle

Tum-Ausgründung Libcycle: Bietet Komplettservice für Wiederverwertung von gebrauchten E-Auto-Akkus an

(PM) Was mit der Idee zu einer Transportbox für alte Akkus begann, hilft mittlerweile bei der Wiederverwertung alter Akkus. Das Start-up Libcycle, das an der Technischen Universität München (Tum) gegründet wurde, hat sich der Kreislaufwirtschaft verschrieben und trägt so seinen Teil zu einer nachhaltigen Mobilität bei.


„Wir wollen uns nicht von Finanzierungsrunde zu Finanzierungsrunde retten, sondern wollen unser Unternehmen nachhaltig gestalten!“ Was Firmengründer Philipp Brunotte mit Blick auf die Finanzlage seines Start-ups meint, trifft auf die gesamte Firma zu. Zusammen mit seinem Partner Áron Németh hat er 2021 Libcycle gegründet, einen Anbieter von Kreislaufwirtschaft für gebrauchte und kaputte Lithium-Ionen-Akkus. Grösster Kunde? Die Automobilbranche, die mit ihrer Transformation zu Elektromobilität einen gewaltigen Bedarf an Lösungen zur Entsorgung von Altbatterien hat und gerne an Dienstleister abgibt.

Eigens entwickelte Transportbox
Kernstück des Start-ups ist dabei eine eigens entwickelte Transportbox, die die Handhabung mit den Akkupaketen signifikant erleichtert. „Dank unserer Boxen machen wir es den Herstellern sehr einfach. Wir holen die Akkus ab und bringen sie direkt zum Recycler oder einem Second-Life-Anbieter. Alles was dazu nötig ist, ist der Auftrag, den Rest erledigt Libcycle“, so Áron Németh, CTO des Start-ups und gerade an der Tum im Master ‚Entwicklung, Produktion und Management im Maschinenbau‘ eingeschrieben.

Kunden wollen den kompletten Service
Die Idee zu Libcycle kam den beiden während ihres Studiums an der Tum. Im Zuge der Tum Entrepreneurial Masterclass, in der Studierende ihre Masterarbeit schreiben können und ihre Unternehmensgründung vorbereiten, entstand der erste Businessplan, nach dem Philipp Brunotte später mit Áron Németh Libcycle gründete. „Am Anfang hatten wir den Fokus noch auf unseren Transportboxen, auf den Wunsch unserer Kunden hin wurde aber schnell klar, dass wir ganzheitlich denken müssen und so nahmen wir auch die Logistik und das Recycling zusammen mit Partnerfirmen in die Hand“, erklärt Philipp Brunotte, der seinen Master in Maschinenbau und Management an der Tum machte, den Evolutionsprozess des heutigen Unternehmens.

Allerdings steht die Transportbox der beiden Gründer noch immer im Vordergrund. Erste Prototypen entstanden im Makerspace, einer Hightech-Werkstatt, in der Gründer:innen ihre Ideen vom Zeichenbrett in die Realität umsetzen können. Anders als in der Branche üblich, wird bei der Libcycle-Box als Füllmaterial zwischen den einzelnen Akkumodulen auf loses Schüttgut verzichtet und auf flexible Glasfaserkissen gesetzt. Ein nachhaltigerer Ansatz als bisher, der zudem die Handhabung vereinfacht und die Zeit verringert, die die Fahrer:innen zum Beladen der Boxen brauchen. Ein Patent für die Box und ihre Bestandteile ist angemeldet.

Cashflow-positiv nach nur einem Jahr
Dank ihres Investors aus der Logistikbranche ist es der jungen Firma möglich, neben der Verpackung den kompletten Transport alter, defekter und zerstörter Akkus zu ermöglichen. Genau das also, was der Markt aktuell verlangt. Automobilhersteller wollen nämlich das komplette Prozedere nach dem Ableben der Fahrzeugakkus aus der Hand geben. Das Unternehmen trägt damit zu einer nachhaltigen elektrischen Mobilität bei, denn der steigende Anteil von Elektro-Autos verbraucht auch eine Menge an Ressourcen wie seltene Erden. Kreislaufwirtschaft ermöglicht es, diese Ressourcen länger zu nutzen oder sie in neuen Akkus wiederzuverwerten. Nach nur einem Jahr ist Libcycle bereits ‚Cashflow-positiv‘. Das bedeutet, dass die Gründer mehr Geld einnehmen, als sie ausgeben müssen. Für die Zukunft plant das Unternehmen, internationaler zu werden. Bislang operiert es meist in Deutschland oder in den Nachbarländern.

Text: Technische Universität München (Tum)

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