Spätestens im Frühjahr 2024 sollen sich keine Brennelemente mehr in Mühleberg befinden. Die Menge der Radioaktivität im AKW wird sich bis dahin exponentiell reduziert haben. Bild: Ensi

AKW Mühleberg: Erste hundert Brennelemente abtransportiert

(SDA) Die Stilllegung des AKW Mühleberg kommt plangemäss voran. Seit April läuft der Abtransport der Brennelemente ins Zwischenlager Würenlingen. Bislang wurden 102 von 418 Brennelementen nach Würenlingen AG gebracht und dort in zwei Castorbehälter umgeladen. Das gab BKW am 13. Juli bekannt.


66 Fahrten sind nötig, bis alle Brennelemente im Zwischenlager sind. Details zu den Transporten nennt die BKW nicht. Es handle sich um Fahrten mit normalen Lastwagen ohne Sonderabmessungen, sagte Stefan Klute, Leiter Stilllegung und Entsorgung. Wann die Transporte durchgeführt werden, bleibt aus Sicherheitsgründen geheim.

Meilenstein in zwei Jahren
Spätestens im Frühjahr 2024 sollen sich keine Brennelemente mehr in Mühleberg befinden. Die Menge der Radioaktivität im AKW wird sich bis dahin exponentiell reduziert haben. Die sogenannte Kernbrennstoff-Freiheit ist der wichtigste Meilenstein im gesamten Rückbauprojekt und Voraussetzung für die zweite Stilllegungsphase.

Diese soll 2024 starten. Das entsprechende Gesuch wurde Ende Juni bei der Atomaufsicht Ensi eingereicht. Das grüne Licht der Behörde erwartet die BKW innert Jahresfrist. Sämtliche noch verbliebenen Anlageteile und Gebäudestrukturen, die mit Radioaktivität in Kontakt gekommen sind, sollen ab 2024 demontiert, behandelt und gereinigt werden.

Asbest entdeckt
Die aufwendige Demontage des Werks ist längst im Gang. Nach wie vor stünden viele komplexe Herausforderungen an, erklärten die Verantwortlichen. So gab es bereits einen Asbestfund, der ungeplante Sanierungsarbeiten nach sich zog. Überraschend sei das bei einem Bau aus den 1960er-Jahren nicht, sagte Stilllegungsleiter Klute. Es sei gut möglich, dass weitere asbesthaltige Materialien entdeckt würden.

Rund 290 Mitarbeitende sind vor Ort mit dem Rückbau beschäftigt. Darunter sind viele erfahrene, langjährige Angestellte. Ein Drittel von ihnen wird gegen Ende der Rückbauarbeiten das Pensionsalter erreichen. Die zweite Phase ist zu Ende, wenn sämtliche Radioaktivität aus der Anlage und vom Areal entfernt ist. Im Anschluss kann der konventionelle Rückbau beginnen.

Neunutzung ab 2034
Ab 2034 soll das Areal westlich von Bern neu genutzt werden können. Denkbar ist eine industrielle Nutzung. Im Gespräch sind aber auch andere Ideen, beispielsweise ein Freibad. Entscheide sind noch keine gefallen.

©Text: Keystone SDA

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