Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Prof. Michael Sterner von der OTH Regensburg stellen den Wasserstoffatlas Deutschland vor. ©Bild: Bmbf/Hans-Joachim Rickel

Wasserstoffatlas Deutschland: Bee begrüsst Projekt, sieht aber noch Verbesserungspotenzial

(ee-news.ch) Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger und die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) haben den Wasserstoffatlas Deutschland vorgestellt. Er zeigt den „aktuellen Stand, die regionalen Fortschritte sowie die Chancen und Potenziale von Wasserstoff für Energiewende und Klimaschutz.“ Der Deutsche Bundesverband Erneuerbare Energie (Bee)Bee begrüsst das Projekt.


„Wir freuen uns, dass es jetzt einen Wasserstoffatlas gibt, der die Potenziale der inländischen Wasserstoffproduktion quantifiziert. Wir sollten alle heimischen Möglichkeiten ausschöpfen, um vor Ort flexibel steuerbare Quellen zum Ausgleich von Wind- und Solarstrom bereitzustellen. Neben grünem Wasserstoff können das auch Bioenergie, Wasserkraft, KWK oder Speicher leisten“, so Bee-Präsidentin Simone Peter. „Auf die Bedeutung der inländischen Elektrolyse für die Flexibilisierung des Strommarktes hat der Bee bereits in seiner Strommarktstudie hingewiesen.“

Verbesserungspotenzial
An einigen Stellen sieht der Bee jedoch noch Chancen zur Verbesserung des Tools: „Im derzeitigen Zustand ist unklar, in welchem Projektstatus die einzelnen Anlagen aufgenommen werden. Gegebenenfalls könnte der geplante Projektstart beziehungsweise Netzanschluss visualisiert werden“, so Peter. In seiner jetzigen Form dürfe der Atlas nicht zur Ausgestaltung der H2-Infrastruktur herangezogen werden. „Der Wasserstoffatlas betrachtet alle Verbrauchergruppen gleichberechtigt, egal ob es sich um ein Stahlwerk oder eine Tankstelle handelt. Die spätere Wasserstoffinfrastruktur sollte sich daran orientieren, dass die Wasserstoffproduktion in der Nähe der erneuerbaren-Erzeugungsanlagen stattfindet und sich beim Verbrauch nicht danach richten, wer zuerst Bedarf anmeldet, sondern welche Verbrauchergruppen am stärksten auf die Lieferung grünen Wasserstoffs angewiesen sind. Das ist überall dort der Fall, wo eine Elektrifizierung oder der direkte Einsatz von erneuerbaren Energien schwierig ist.“

Gleichberechtig erscheinen im Atlas auch fossile und biogene CO2-Quellen. Nach Ansicht des Bee sollte hier ebenfalls nachgebessert werden: „Bei Power-to-X-Verfahren sollten möglichst ausschliesslich Erneuerbare Quellen verwenden werden, da sonst dem fossilen CO2 ein neuer Wert beigemessen wird. Durch die so steigende Rentabilität würde die Abschaltung fossiler Anlagen weiter hinausgezögert. Das wäre nicht im Sinne der Klimaziele“, erklärt Peter.

Wasserstoffatlas Deutschland
Laut dem deutschen Forschungsministerium bietet der Wasserstoffatlas Deutschland die Möglichkeit Potenzial, Verbrauch, Kosten und Emissionsminderungen verschiedener Wasserstoffanwendungen auf regionaler Ebene in ganz Deutschland einzuschätzen. Damit soll ein flächendeckendes und frei zugängliches Instrument bereitstehen, das den Einstieg in konkrete technische Planungen erleichtert.

Neben dem ständig aktuell gehaltenen und seit 2012 erfassten Bestand aller deutschen Power-to-X-Anlagen werden alle Wertschöpfungsketten für Grünen Wasserstoff regional dargestellt. So kann ein Vergleich von Wasserstoff mit fossilen Energieträgern in allen Sektoren und Anwendungen (Strom, Gebäude, Verkehr, Industrie) erfolgen und Potenziale, Kosten sowie die mögliche CO2-Vermeidung einer Wasserstoffnutzung in Abhängigkeit des Standorts aufgezeigt werden.

Wasserstoffatlas Deutschland >>

Bee-Studie: Neues Strommarktdesign für die Integration fluktuierender erneuerbarer Energien >>

Text: Deutscher Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (Bee) und Deutsches Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

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