Brennstoffkosten in Deutschland im Vergleich. Bild: DEPI

Entwicklung Holzpelletproduktion in Deutschland 2019-2022. Bild: DEPI

Deutschland: Energiekrise treibt Nachfrage nach Pelletheizungen - Branche steigert Pelletproduktion im 1. Halbjahr auf 1.75 Mio. Tonnen

(DEPV) Die Unruhe an den Energiemärkten beeinflusst den auch den deutschen Pelletmarkt weiter in nicht vorhersehbarem Ausmass. Die Aufrufe der Politik, jetzt die Lager zu füllen, führt zu einer stark angestiegenen Nachfrage, was zusammen mit steigenden Rohstoff- und Produktionskosten im Juli zu einem weiteren Preissprung für Holzpellets führt. Die Branche hat bereits lange vor dem Ukrainekrieg die Produktionskapazitäten kontinuierlich erhöht. Auch die über 1.75 Mio. Tonnen (t) betragende, in dieser Höhe noch nie dagewesene Pelletproduktion im ersten Halbjahr 2022 kann den überhitzten Markt kaum beruhigen.


Die Versorgung von Neukunden und kritischer Infrastruktur steht für die Pelletbranche an erster Stelle. Bestandskunden mit Restmengen im Lager müssen auch in Deutschland mit längeren Lieferzeiten rechnen, werden aber zur Heizsaison versorgt werden.

Rund ein Drittel günstiger als Heizöl und Erdgas
Der Durchschnittspreis für Holzpellets in Deutschland liegt im Juli bei 507.83 Euro/t. Das sind 17.7 Prozent mehr als im Vormonat und 125.5 Prozent mehr als im Juli 2021. Ein Kilo Pellets kostet 50.78 Cent, die Kilowattstunde (kWh) klimafreundliche Wärme 10.16 Cent. Weiterhin besteht ein deutlicher Preisvorteil zu den fossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas von rd. 33 Prozent.

Exporte sinken
Die aktuelle Nachfrage nach Pelletfeuerungen ist so hoch wie noch nie. Das betrifft sowohl Pelletheizungen, die anders als in den zurückliegenden Jahren nun auch Gasheizungen ersetzen, als auch Pelletkaminöfen, deren Verkäufe als Ergänzung zur fossilen Heizung dieses Jahr eine sehr hohe Steigerung erfahren. Pelletproduzenten reagieren schon seit geraumer Zeit mit Werkserweiterungen und Neubauten auf die wachsende Nachfrage. Eine Produktionsmenge von über 1.75 Mio. t wie in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 gab es noch nie in einem Halbjahr. Deutschland festigt damit seine Position als grösster Pelletproduzent in Europa. Im laufenden Jahr ist der Export heimischer Ware zudem auf 11.0 Prozent gesunken.

Text: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV), Ergänzungen: pelletpreis.ch

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