Laut einer Imf-Studie wurden 2020 weltweit Erdöl, Erdgas und Kohle mit 5.1 Billionen Euro (5.9 Billionen Dollar) subventioniert. Dies entspricht 6.8 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts (Bip). ©Bild: Imf

IG Windkraft: Weltweit steigen Subventionen für fossile Energie weiter - Europa mischt kräftig mit

(PM) Weltweit werden Erdöl, Erdgas und Kohle mit 5.1 Billionen Euro subventioniert. Auch Europa unterstützt die fossilen Energien mit 241 Milliarden Euro pro Jahr. Trotz mehrmaligen Beschlüssen auf unterschiedlichsten politischen Ebenen, diese Subventionen zu beenden, zeigen die Prognosen für die nächsten Jahre sogar eine Zunahme. „Die Bevorzugung der fossilen Energien muss endlich beendet werden“, fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft: „Den Worten müssen Taten und den Zielen endlich Massnahmen folgen.“


Laut einer erst kürzlich veröffentlichten Studie des International Monetary Fund (Imf) wurden 2020 weltweit Erdöl, Erdgas und Kohle mit unglaublichen 5.1 Billionen Euro (5.9 Billionen Dollar) subventioniert. Dies entspricht 6.8 Prozent des weltweiten Bruttoinlandproduktes (Bip). Bis 2025 erwartet der Imf auch noch eine Steigerung auf 7.4 Prozent des Bip. 8 Prozent der Subventionen zählen zu den direkten Förderungen und weitere 6 Prozent werden als Steuernachlässe nicht eingehoben. Der grösste Teil der Kosten entfällt auf externalisierte Kosten wegen Luftverschmutzung und Treibhausgasausstoss – sie werden von der Gesellschaft bezahlt. „Leider ist in diesem Bereich auch Österreich ein schlechtes Vorbild“, bemerkt Moidl: „Nach wie vor geben wir jedes Jahr 3.8 bis 4.7 Milliarden Euro für umweltkontraproduktive Förderungen aus und das vor dem Hintergrund der Klimakatastrophe.“

Europa subventioniert fleissig mit
In Summe werden die fossilen Energien in Europa mit 241 Milliarden Euro (279 Milliarden Dollar) unterstützt. Die direkten Subventionen machen in Europa sogar 10 Prozent der Gesamtsumme aus. Das ist doppelt so hoch wie in Nordamerika.

Worte und Taten passen nicht zusammen
Diese Entwicklung widerspricht diametral den politischen Zielsetzungen. Bereits 2009 haben die G20-Staaten das Auslaufen der „ineffizienten“ Förderungen von Fossilen beschlossen. 2016 wurde von den G7-Staaten dann ein Ende der fossilen Subventionen mit dem Jahr 2025 festgelegt. Auch das europäische Parlament hat vergangenes Jahr gefordert, dass die direkten und indirekten Subventionen für fossile Brennstoffe bis zum 31. Dezember 2025 abgebaut werden müssen.

Ziele müssen in Massnahmen münden
Würden die Subventionen für Erdöl, Erdgas und Kohle endlich beendet werden, könnte dies den Treibhausgasausstoss um ganze 36 Prozent reduzieren, Einnahmen von 3.8 Prozent des weltweiten BIPs generieren und 900‘000 Menschenleben pro Jahr durch verbesserte Luftqualität retten, so der Bericht des Imf. „Die gesetzten Ziele müssen endlich in passende Massnahmen münden“, fordert Moidl: „Subventionen für fossile Energien gehören jetzt beendet. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren.“

Imf Working Paper (2021): Still Not Getting Energy Prices Right – A Global and Country Update of Fossil Fuel Subsidies >>

Text: Interessengemeinschaft Windkraft Österreich (IG Windkraft)

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1 Kommentare

Max Blatter

Befremdend! Dabei müsste man die "fossile Lobby der fossilen Energieressourcen" eher für die Folgekosten des Klimawandels zur Rechnung ziehen.

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