Funktionsweise einer Agrar-Photovoltaikanlage mit einachsigen Trackern. ©Bild: Solverde Projektentwicklung GmbH

Landwirtschaft wieder zurück: Erstes Repowering einer PV-Freiflächenanlage als Agrar-Photovoltaikanlage

(PM) Erstmals wird eine herkömmliche Photovoltaik-Freiflächenanlage in eine Agrar-Photovoltaikanlage umgewandelt – das Repowering mit der gleichen Leistung auf kleinerer Fläche macht Landwirtschaft wieder möglich. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist eine Projektgesellschaft der Solverde Bürgerkraftwerke Energiegenossenschaft eG.


In Lüptitz in der Nähe von Leipzig findet demnächst ein spannendes Repowering statt: Erstmals wird eine PV-Freiflächenanlage in eine Agrar-Photovoltaik-Anlage verwandelt. Eine Investition in das Projekt ist noch möglich. Die bisherige Photovoltaik-Freiflächenanlage war klassisch nach Süden ausgerichtet. Die Leistung der verbauten ASi-Dünnschichtmodule verringerte sich kontinuierlich, weswegen eine Reparatur nicht möglich war. Ein vollständiges Repowering wurde nötig. Dies bietet die Chance moderne Technologie einzusetzen, die bei gleicher Anlagenleistung einen deutlich höheren Ertrag erzielt.

Grösserer Abstand der Modulreihen für mehr Gewinn
Die neue Technik zeichnet sich durch einachsige Tracker aus, die mit leistungsfähigen, bifazialen Modulen bestückt werden. Die Modulreihen sind etwa in Nord-Süd-Richtung aufgestellt, so dass die Anlage bereits in den Vormittags- und auch in den Nachmittagsstunden deutlich bessere Erträge erzielt als eine Anlage mit starrer Südausrichtung. Die bifazialen Module wandeln dabei auch die vom Boden reflektierte Sonneneinstrahlung in Strom um. Hier kommt ein interessanter Nebeneffekt der Aufstellung als Agrar-PV-System zur Geltung: Mit grösserem Abstand der Modulreihen nimmt der Gewinn durch die Verwendung bifazialer Module zu.

N-Type-Module verkleinern Flächenbedarf
Durch die Verwendung hocheffizienter n-type Module reicht die Nutzung einer deutlich kleineren überbauten Fläche um die gleiche Anlagenleistung zu erzielen. Es konnte somit ein Modulreihenabstand von 12 m gewählt werden, so dass wieder Landwirtschaft zwischen den Modulreihen möglich wird. Derzeit werden mit verschiedenen Akteuren Gespräche geführt, um eine geeignete landwirtschaftliche Nutzung zu erreichen. Es wird also eine doppelte Ernte geben: landwirtschaftliche Produkte und Solarstrom.

Zwischenzeitlich wurde die Altanlage demontiert. Die vollständigen Antragsunterlagen werden eingereicht, so dass mit der sogenannten Genehmigungsfreistellung in Kürze zu rechnen ist. Anschliessend soll umgehend mit der Errichtung der neuen Anlage begonnen werden, die Fertigstellung wird für den Frühsommer diesen Jahres erwartet.

Genossenschaftliche Geschäftsguthaben und Nachrangdarlehen
Mit einer Leistung von 1.046 MW soll die Anlage auch für die Zukunft gerüstet und wieder voll wettbewerbsfähig sein. Finanziert wird die Investition von der Solverde Energiegenossenschaft durch genossenschaftliche Geschäftsguthaben und Nachrangdarlehen. Anlässlich des Agrar-Photovoltaik-Projektes ‚Repowering Lüptitz‘ werden Nachrangdarlehen und Genossenschaftsbeteiligungen zur Zeichnung angeboten.

Text: Solverde Projektentwicklung GmbH

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Newsletter abonnieren

Top

Gelesen
|
Kommentiert