Im Vergleich mit dem Schweizerischen Strommix mit 56.4% Wasserkraft und 35.2% Atomkraft (BFE 2020) fällt die Bilanz der Stromversorger somit deutlich klima- und umweltschädlicher aus. Grafik: SES

Umweltbelastung der grössten Schweizer Stromproduzenten. Bild: SES

BKW-Strommix. Bild: SES

Axpo-Strommix. Bild: SES

Alpiq-Strommix. Bild: SES

Repower-Strommix. Bild: SES

Axpo, Alpiq, BKW und Repower: Erzeugen zwei Drittel ihres Stroms aus fossilen und nuklearen Energiequellen

(SES) Die Analyse der Umweltbelastung aus der Stromproduktion der vier grössten Schweizer Stromversorger zeigt: Axpo, Alpiq, BKW und Repower erzeugen zwei Drittel ihres Stroms aus fossilen und nuklearen Energiequellen. Damit gehen eine hohe CO2- und Umweltbelastung einher. Daran ändert auch die Verschiebung von Kohle zu Gas nicht allzu viel. Der Produktionsanteil neuer erneuerbarer Energien bleibt mit 5.2% auf sehr tiefem Niveau.


In der Kurzstudie «Strommix 2019» hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES die Stromproduktion der vier grössten Schweizer Energieversorger Axpo, Alpiq, BKW und Repower untersucht. Dabei zeigt sich, dass die fossile und nukleare Stromerzeugung nach wie vor zwei Drittel der Stromproduktion ausmacht. Ein Drittel wird durch erneuerbare Energien gedeckt, vornehmlich Wasserkraft. Im Vergleich mit dem Schweizerischen Strommix mit 56.4 Prozent Wasserkraft und 35.2 Prozent Atomkraft (BFE 2020) fällt die Bilanz der Stromversorger somit deutlich klima- und umweltschädlicher aus.

Trotz Abwärtstrend: Fossilanteil bleibt hoch
Die Kurzstudie analysiert auch die Klima- und Umweltbelastung der Energieversorgungsunternehmen durch deren Stromproduktion. Die Treibhausgasemissionen pro Kilowattstunde sind 2019 gegenüber den Vorjahren leicht gesunken. Die ausländischen Kohlekraftwerke haben weniger Strom produziert. Dennoch bleibt der Anteil an fossiler Stromerzeugung mit knapp 24 Prozent hoch. An der Spitze steht die Alpiq mit durchschnittlich 256 g CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde. Auch bei der Bewertung der Umweltschädlichkeit über die Umweltbelastungspunkte verzeichnet der Stromproduktionsmix der Alpiq mit durchschnittlich 322 UBP pro Kilowattstunde die höchste Umweltbelastung. «Trotz leichter Verbesserung steckt die Energiewende bei den grossen Schweizer Stromversorgern immer noch in den Kinderschuhen», bilanziert Florian Brunner, Leiter Fachbereich Klima bei der SES.

Kohle wird zunehmend durch Gas ersetzt
Die Kohleverstromung ging zurück, wurde jedoch durch eine höhere Erdgasverstromung kompensiert. Der rekordhohe Preis von bis zu 25 Euro je Tonne CO2 hat dazu geführt, dass Kohle durch Gas verdrängt wurde. Doch die Verschiebung von der Kohle zum ebenfalls fossilen Gas trägt zum Klimaziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen nur wenig bei. Die Treibhausgasbilanz von Gas ist zudem mit Vorsicht zu geniessen. In den Ökobilanzen werden Methanverluste beim Transport unterschätzt. So zeigt sich, dass Erdgas wegen steigender Methanemissionen sogar ähnlich klimaschädlich wie Kohle und Erdöl sein könnte. «Auch Erdgas heizt das Klima auf. Ein wirksamer Klimaschutz sollte also nicht auf Gaskraftwerke setzen, sondern vielmehr auf einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien», so Florian Brunner.

Rahmenbedingungen für Erneuerbare im Inland verbessern
Neben einer Reduktion des Energieverbrauchs kommt dem Ausbau der erneuerbaren Energien aus Sicht des Klimaschutzes eine Schlüsselrolle zu. Die erneuerbaren Energien müssen die Dekarbonisierung, das heisst den Ersatz der fossilen Energieträger, sicherstellen. Die Produktion durch neue erneuerbare Kraftwerke wie Sonne und Wind nahm zwar auch 2019 zu, verbleibt aber mit ihrem 5.2%-Anteil auf sehr tiefem Niveau. Der Ausbau ist zudem vornehmlich auf Investitionen im Ausland zurückzuführen, in der Schweiz nahmen die Investitionen nur geringfügig zu. Hierzulande ist das Problem der fehlenden Investitionssicherheit bis heute nicht ausreichend gelöst. «Will die Schweiz die im Pariser Klimaabkommen und der Energiestrategie 2050 gesteckten Ziele erreichen, so müssen bei der laufenden Revision des Energiegesetzes für die Schweiz und das Ausland gleich lange Spiesse geschaffen werden», bilanziert Florian Brunner. Eine Verbesserung der Investitionssicherheit im Inland würde auch im Interesse der grossen Schweizer Energieversorger liegen.

Kurzstudie «Strommix 2019» >>

Text: Schweizerische Energie-Stiftung

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