China hat sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2030 den Höhepunkt seiner CO2-Emissionen zu erreichen. Deswegen sollte der Kohleverbrauch sollte bis 2025 um 11 Prozent zurückgehen. ©Bild: CREO

Änderung des Primärenergiemixes während der Laufzeit des 15. und des 16. Fünfjahresplans. ©Bild: CREO

China Renewable Energy Outlook: Empfiehlt stärkeren Ausbau der Erneuerbaren und Ausbaustopp für Kohlekraftwerke in China

(dena) Um langfristig die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen, sollte China von 2020 bis 2025 den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter beschleunigen und den Kohleverbrauch senken. Die Kapazitäten für Windenergie müssten durchschnittlich um 53 Gigawatt (GW) pro Jahr erhöht werden (Ausbau 2018: 21 GW), die für Solarenergie um 58 GW (Ausbau 2018: 44 GW). Der Kohleverbrauch sollte bis 2025 um 11 Prozent zurückgehen. Das empfiehlt der diesjährige China Renewable Energy Outlook (CREO).


Er wurde am Donnerstag auf der Weltklimakonferenz in Madrid vorgestellt. Herausgeber des CREO sind der Thinktank China National Renewable Energy Center (CNREC) und das staatliche Forschungsinstitut Energy Reform Institut (ERI). An der Erstellung des Berichts waren neben der Deutschen Energie-Agentur (dena) die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und weitere Institute, Thinktanks und Universitäten aus China, Deutschland, Dänemark und den USA beteiligt.

Neue Rahmenbedingungen schaffen
Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren ist entscheidend, dass die chinesische Regierung nach dem geplanten Auslaufen der Subventionen für Photovoltaik- und Onshore-Windanlagen in den kommenden Jahren neue Rahmenbedingungen setzt, die die Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Wichtig seien zum Beispiel gut funktionierende Strommärkte und optimierte Planungsprozesse. Die Elektrifizierung insbesondere des Industrie- und Transportsektors mit grünem Strom sei neben der Reduktion der Kohleverstromung eine Voraussetzung dafür, dass der derzeit noch steigende Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert werden kann. Um den Kohleverbrauch zu senken, solle China keine neuen Kohlekraftwerke mehr planen oder bauen sowie Anlagen und Kohlebergwerke geordnet nach Ineffizienz sukzessive stilllegen.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, sagt zur Veröffentlichung des CREO 2019: „China wird mit seinem 14. Fünfjahresplan nicht nur die Richtung und Geschwindigkeit für die Energiewende im eigenen Land vorgeben. Es kann auch wesentlich den Erfolg der internationalen Klimaschutzanstrengungen beeinflussen. Umso wichtiger ist der Austausch Deutschlands und anderer Länder mit China über die Umgestaltung der Energiesysteme.“

Erneuerbare weiter fördern
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien werden sich in China in den nächsten Jahren ändern: Die Subventionen für Photovoltaik und Onshore-Wind werden aktuell bereits reduziert, da ihre Erzeugung wettbewerbsfähig wird. Gleichzeitig plant die chinesische Regierung, Strommärkte und Emissionshandelssysteme zu etablieren, die derzeit in regionalen Pilotprojekten erprobt werden. Um einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in dieser Zeit des Übergangs zu garantieren, empfiehlt der CREO eine schrittweise Teilnahme erneuerbarer Energien an den Strommärkten sowie die Ausweitung und Umsetzungskontrolle der Quotenregelungen für Erneuerbare auf Provinzebene, die im Mai 2019 eingeführt wurden.

Als einen weiteren wichtigen Aspekt nennt der Bericht die Nutzung von Flexibilitäten im Stromnetz wie zum Beispiel Speicher und Demand Side Management. Hierfür sollte der chinesische Strommarkt effiziente Preissignale setzen, damit Abregelungen vermieden und die Systemstabilität des Netzes gewährleistet werden können.

Mehr Sicherheit durch langfristige und integrierte Planung
Um Unsicherheiten und potenzielle Risiken bei der weiteren Entwicklung der chinesischen Energiewende zu vermeiden, empfiehlt der CREO ausserdem einen langfristigen, integrierten Planungsprozess. Ein geeignetes Planungsmodell und einheitliches Planungsverfahren können dazu beitragen, Investitionen in Infrastruktur, Erzeugungs- und Speicherkapazitäten zu bewerten und koordinieren. Netzbetreiber und grosse Stromverbraucher sollten verpflichtet werden, jedes Jahr langfristige Strombedarfsprognosen zu veröffentlichen, damit diese als Grundlage für die Planung des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energie genutzt werden können.

China ist das Land mit den höchsten Treibhausgasemissionen weltweit. Sein Anteil am globalen Ausstoss lag 2018 bei knapp 30 Prozent. Der Pro-Kopf-Ausstoss ist mit knapp acht Tonnen aber bislang geringer als in Ländern wie Deutschland (9.15 t) oder den USA (16.14 t). China hat sich im Rahmen der internationalen Klimaschutzverhandlungen das Ziel gesetzt, bis spätestens 2030 den Höhepunkt seiner Emissionen zu erreichen. Der 14. Fünfjahresplan wird massgeblich darüber entscheiden, wie schnell dies gelingen kann.

Der China Renewable Energy Outlook
Der CREO 2019 ist der vierte Bericht einer jährlichen Publikationsreihe. Er analysiert die aktuelle chinesische Energiepolitik und zeigt auf Basis umfangreicher Modellierungen die Lücke zwischen den beschlossenen Massnahmen der Regierung und dem tatsächlichen Handlungsbedarf bis 2050 auf, damit das Land seine Klimaschutzziele erreicht. Der diesjährige CREO beinhaltet ausserdem konkrete Empfehlungen für den 14. Fünfjahresplan des Landes.

Zusammenfassung des aktuellen China Renewable Energy Outlook (CREO) >>

dena-Report: Small is Beautiful – The Great Potential of Distributed Renewables >>

Text: Deutsche Energie-Agentur (dena)

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