28. Aug 2019

Laut "SonntagsZeitung" ist das Personal im AKW Leibstadt "verunsichert und frustriert", wie eine interne Befragung ergeben haben soll. Das Unternehmen wolle die Ergebnisse jedoch nicht veröffentlichen. Bild: KKL

AKW: Personalabbau mitverantwortlich für Zwischenfälle im AKW Leibstadt

(SDA) Der Personalabbau im Aargauer AKW Leibstadt ist einer der wesentlichen Gründe für mehrere Zwischenfälle in den letzten Monaten. Die Werksleitung muss der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewährleisten will.


Der Befund der Nuklearaufsicht des Bundes (Ensi) stammt aus dem Protokoll einer bundesinternen Sitzung vom 20. Juni, auf das sich die "SonntagsZeitung" in einem Artikel der neusten Ausgabe stützte. Ensi-Sprecher Christoph Trösch bestätigte am Sonntag den Inhalt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Ensi überprüfe nach Mitarbeiterfehlern den Stellenabbau im AKW Leibstadt. Der Personalabbau seit 2015 ist gemäss erwähntem Protokoll einer der "wesentlichen Gründe für die Probleme im AKW Leibstadt ". Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen "wesentlichen Anteil" an den Vorkommnissen.

Der letzte Vorfall ereignete sich am 4. Juli dieses Jahres. Nur einen Tag, nachdem das AKW Leibstadt nach der Jahresrevision wieder ans Netz gegangen war, wurde es wegen eines Öllecks am Hydrauliksystem des Ventils eines Pumpensystems wieder abgeschaltet. Am 8. Juli ging es nach der Behebung des Lecks wieder ans Netz.

Kein direkter Kausalzusammenhang
Trösch präzisierte auf Nachfrage, ein direkter kausaler Zusammenhang im Bereich Mensch und Organisation lasse sich aus der angeordneten Überprüfung nicht ableiten. Der laufende Personalabbau sei jedoch einer von verschiedenen denkbaren Faktoren. Diese Annahme sei "naheliegend", weil knappe Ressourcen generell Fehler und Verunsicherung in der Organisation begünstigten. Laut Trösch erfüllt das AKW Leibstadt L jedoch die Anforderungen der Kernenergiegesetzgebung und der Ensi-Richtlinien und hält die Vorgaben ein.

Das AKW Leibstadt will die Zahl der Mitarbeitenden bis 2022 von rund 500 auf 470 Stellen senken, vor allem bei nicht sicherheitsrelevante Posten, wie das AKW Leibstadt betonte. Das Ensi hat das AKW Leibstadt laut Trösch bereits im Sommer 2018 schriftlich aufgefordert, aufzuzeigen, wie es die gesetzlichen Vorgaben trotzdem einhalten könne.

Verschärfte Aufsicht
Konkret muss das AKW Leibstadt "nachvollziehbar darlegen", wie die Sicherheit der Anlage trotz der geplanten Verringerung des Personalbestandes weiterhin gewährleistet bleibt. Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des AKW Leibstadt Mitte August eingereicht hat. Zudem unterstellte das Ensi das AKW Leibstadt aufgrund seiner Vorbehalte gegen die Sicherheitskultur einer verschärften Aufsicht. Laut "SonntagsZeitung" ist das Personal im AKW Leibstadt "verunsichert und frustriert", wie eine interne Befragung ergeben haben soll. Das Unternehmen wolle die Ergebnisse jedoch nicht veröffentlichen.

©Text: Keystone-SDA

1 Kommentare
> alle lesen
Max Blatter @ 30. Aug 2019 10:57

Würde man die Schlagzeile ergänzen zu "... für nicht sicherheitsrelevante Zwischenfälle ...", wäre sie weniger irreführend.

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Job-Plattform

Suchen Sie einen Mitarbeitenden 
oder eine Stelle? 
Bei uns sind Sie richtig!

Hier geht's weiter >>

Aktuelle Jobs

Solarberater Nordwestschweiz 100% (m/w)

Die AGROLA AG ist eine Tochtergesellschaft der fenaco Genossenschaft und ein führender Energieanbieter in der Schweiz. Das umfangreiche Angebotsportfolio umfasst den Energiehandel mit fossilen Bre...

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren

Follow us

In order to provide the best quality for you, our system uses "cookies", which are stored on your device. Cookies are necessary to identify what information (job advertisement, questionnaire, etc) you have already seen. IP address is used for the same purposes as described above.

When creating a profile, applying to the newsletter, job subscriptions and etc, you agree that the data, which you have entered, will be stored and processed in the system in order to provide services, which you have applied for.

We do NOT sell your personal data to any 3rd party services.

You must be 18 or older years old to use our services. If you are underage, you must have a permission to use our services from your parent or guardian. It is necessary in order to store and process your data.

By continuing to use our services, you agree with the these terms. You can withdraw your agreement at any time, by deleting cookies from your device and by sending request for deleting your data to the administrator.

Close