08. Mai 2019

Auch wenn das geea-Massnahmenpaket umgesetzt wird, fehlen weitere 15 Millionen Tonnen CO2, die über zusätzliche Massnahmen eingespart werden müssen. ©Bild: dena

Energiewende in Gebäuden: geea-Massnahmenpaket bringt deutsche Klimaziele in Reichweite

(dena) Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) hat ein politisches Massnahmenpaket vorgelegt, mit dem Deutschland im Jahr 2030 im Wärmesektor Treibhausgasemissionen im Umfang von 13 Millionen Tonnen zusätzlich einsparen kann. Es setzt vor allem auf Fördermassnahmen wie die lange angekündigte steuerliche Förderung für private Hausbesitzer, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft, mehr Förderung von Einzelmassnahmen, Effizienzhäusern und Nichtwohngebäuden sowie das gezielte Vorantreiben neuer Technologien.


Gleichzeitig spielen Beratung und Kommunikation sowie die Verbesserung des Ordnungsrechts eine zentrale Rolle. Investoren, Hausbesitzer und Mieter sollten verstärkt über die Vorteile von Energieeffizienz informiert werden.

Emissionen um 13 Millionen Tonnen senken
„Auch wenn der Gebäudebereich seine Treibhausgasemissionen seit 1990 bereits um mehr als 40 Prozent reduziert hat: Mit Blick auf die Sektorziele der deutschen Bundesregierung bleibt der Handlungsbedarf gewaltig“, sagt Andreas Kuhlmann, geea-Sprecher und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Die jährlichen Emissionen im Gebäudesektor sollen laut Klimaschutzplan der Bundesregierung auf 72 Millionen Tonnen im Jahr 2030 sinken. Das bedeutet eine Reduzierung um weitere fast 50 Millionen Tonnen – und das in den nächsten zehn Jahren. Davon sind wir weit entfernt. Die bereits stattfindende Gebäudesanierung – Austausch von Heizungen und Fenstern, neue Dämmung usw. – bringt erst eine Einsparung von rund 20 Millionen Tonnen. Das geea-Massnahmenpaket ermöglicht weitere 13 Millionen Tonnen. Das schliesst die Lücke noch nicht ganz, aber es bringt uns immerhin in Reichweite zu den Klimazielen und sollte rasch umgesetzt werden. Entscheidend sind jetzt die Verhandlungen im Klimakabinett über das Klimaschutzgesetz 2030. Wir brauchen deutlich mehr Tempo im Gebäudesektor. Wenn wir die Klimaziele verfehlen, kommen hohe Kosten für Ausgleichszahlungen auf Deutschland zu.“

Verbleibende Lücke muss geschlossen werden
Um die über das geea-Massnahmenpaket hinaus verbleibende Klimaziellücke von 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Gebäudesektor zu schliessen, drängt Kuhlmann auf eine Diskussion über weitere Optionen. Diese können von einer beschleunigten Markteinführung von klimaneutralen, synthetischen Brennstoffen über einen CO2-Preis bis hin zum Handel mit Energieeinsparzertifikaten im Gebäudesektor reichen. Zudem seien weitere Klimaschutzpotenziale bei Themen absehbar, die zwar bereits diskutiert werden, aber nicht schnell genug vorankommen. Der geea-Sprecher nennt hier beispielhaft die energetische Sanierung von Quartieren anstelle einzelner Häuser, Chancen durch Automatisierung und Digitalisierung im Gebäudebetrieb oder auch die Entwicklung neuer Geschäfts- und Investitionsmodelle.

Was ist die geea?
Die geea ist ein branchenübergreifender Zusammenschluss führender Vertreter aus Industrie, Forschung, Handwerk, Planung, Handel und Energieversorgung. Das Ziel der geea ist, die Energieeffizienz in Gebäuden in Deutschland durch Empfehlungen für die Politik und konkrete Massnahmen seitens der Wirtschaft zu verbessern. Die dena hat die geea initiiert und koordiniert ihre Aktivitäten.

Politisches Massnahmenpaket der geea >>

Weitere Informationen zur geea >>

Text: Deutsche Energie-Agentur (dena)

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