03. Mai 2019

Swissgrid hat Ende März das Plangenehmigungsdossier für das 380-kV-Leitungsprojekt Chippis – Mörel beim Eidg. Starkstrominspektorat (ESTI) eingereicht. Vom 3. Mai bis 3. Juni ist das Projektdossier in den betroffenen Gemeinden öffentlich aufgelegt.

Swissgrid: Baut neue Höchstspannungsleitung zwischen Chippis und Mörel

(PM) Swissgrid verstärkt die Übertragungsleistung zwischen den Walliser Unterwerken Chippis und Mörel und ermöglicht damit einen vollständigen Abtransport der Energie aus der Walliser Wasserkraft. Der Neubau der 380-Kilovolt-Leitung ist Teil des «Strategischen Netzes 2025». Die bestehende 220-kV-Leitung zwischen Chippis und Mörel wird nach Inbetriebnahme der neuen Freileitung demontiert. (Article en français >>)


Die Spannungserhöhung der Leitung zwischen Chippis und Mörel von 220 auf 380 Kilovolt ist Teil des «Strategischen Netzes» von Swissgrid und wichtiges Element der Energiestrategie 2050. Sie dient dazu, die Energie aus der Walliser Wasserkraft in die Ballungszentren im Schweizer Mittelland zu transportieren und soll langfristig die Versorgungssicherheit im Wallis und in der ganzen Schweiz erhöhen. Ohne die Anbindung der Übertragungsleitungen im Wallis an das 380-kV-Netz können nur rund zwei Drittel der Walliser Wasserkraftproduktion abgeführt werden, sobald das neue Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance in Betrieb geht.

Neue Leitung entlastet Siedlungsgebiete
Das Projekt sieht den Bau einer neuen, rund 44 Kilometer langen 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen den Unterwerken Chippis und Mörel vor. Der Bundesrat hat den Korridor für die Freileitung im Jahr 2012 im Sachplan festgelegt. Innerhalb dieses Korridors plante Swissgrid das Leitungstrassee am schattigen Südhang entlang. Ab Visp bis Mörel wird ein zusätzlicher 220-kV-Strang (Stalden – Mörel) mitgeführt. Ab Ried-Brig bis Mörel verlegt Swissgrid zudem die 220-kV-Leitung Mörel – Pallanzeno (Simplonleitung) auf das neue Trassee. Das Projekt umfasst auch die Genehmigung für die 220-kV-Leitung Chippis – Stalden (Törbelleitung). Auf dieser Leitung ist heute erst ein Stromkreis aufgelegt. Nun wird ein zweiter Stromkreis ergänzt. Auf dem Abschnitt von Chippis bis Agarn wird die Leitung neu parallel zur neuen Leitung Chippis – Mörel gebaut.

Die bestehende 220-kV-Leitung zwischen Chippis und Mörel wird nach Inbetriebnahme der neuen Freileitung demontiert. Dies entlastet das Siedlungsgebiet insbesondere im Raum Leuk-Susten, Niedergampel, Gampel, Raron, Steg, Baltschieder und Brig. Heute führt die bestehende Leitung teils mitten durch die Dörfer, was die Siedlungsentwicklung erheblich einschränkt. Durch die grössere Entfernung der Leitung zu den Siedlungen wird die Belastung für die Bevölkerung insgesamt stark reduziert. Swissgrid hält alle neuen und strengen Vorschriften bezüglich Grenzwerte für elektromagnetische Felder ein oder unterschreitet diese deutlich. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 120 Millionen Franken.

Bau einer Erdverkabelung geprüft
Swissgrid prüft bei jedem Netzprojekt sowohl Kabel- als auch Freileitungsvarianten. Für das Netzprojekt Chippis – Mörel erstellte Swissgrid auf dem Abschnitt Agarn – Mörel in Zusammenarbeit mit einem Walliser Ingenieurbüro eine Studie für eine Erdverlegung. Dies mit dem Ziel, die lokalen Gegebenheiten detaillierter zu berücksichtigen und die technische Lösung und Kosten einer Erdverlegung besser abzuschätzen zu können. Dabei wurden neben technischen Aspekten, die Faktoren Raumentwicklung, Umwelt und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Die Kabelstudie kommt zum Ergebnis, dass sich in den letzten Jahren diese Parameter nicht geändert haben. Der Bau der Erdverlegung wäre sehr aufwändig und teuer, da das Kabeltrassee teilweise in steilem und schwer zugänglichem Gebiet verläuft. Im Pfynwald kam die Kabelstudie zum Schluss, dass eine Erdverlegung der Leitung keinen Mehrwert für diese Naturlandschaft bringt.

Swissgrid hat Ende März 2019 das Plangenehmigungsdossier für das 380-kV-Leitungsprojekt Chippis – Mörel beim Eidg. Starkstrominspektorat (ESTI) eingereicht. Vom 3. Mai bis 3. Juni 2019 ist das Projektdossier in den betroffenen Gemeinden öffentlich aufgelegt.


Text: Swissgrid

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