Umsatzerlöse der deutschen Energiespeicherbranche 2016-2019. Grafik: BVES

Während sich das Wachstum bei Heimspeichern fortsetzt werden in 2019 voraussichtlich nur wenige Großbatteriespeicherprojekte realisiert. Grafik: BVES

Deutschland: Energiespeicher-Branche wächst über alle Technologien hinweg und knackt 5 Mrd. Euro Umsatzmarke

(ee-news.ch) Mehr Hausspeicher, mehr Industriespeicher, mehr Grossspeicher und thermische Speicher: Die Branchenzahlen 2019 des BVES, dem deutschen Branchenverband der Energiespeicherindustrie, bestätigt den 2018 prognostizierten Wachstumskurs. Mit über 40'000 neuen Batterien in Haushalten wuchs dieser Sektor überproportional. Der Bereich Grossbatterien blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück.


Im Untersuchungszeitraum weisen alle Speichertechnologien eine positive Marktentwicklung auf. So wächst nicht nur die Zahl von Batterien in Haushalten um mehr als 40‘000 Stück, sondern auch der bereits in den letztjährigen Branchenzahlen überproportional wachsende Bereich der Industriespeicher weiter an. Die deutsche Energiespeicherbranche erreicht die 2018 die fünf Mrd. Euro Umsatzmarke. Allein der Bereich der Grossbatterien, primär für Regelenergie eingesetzt, konnte seinen Wachstumskurs nicht wie prognostiziert fortsetzen. Hier wurden aufgrund der schlechten Preisentwicklung im Regelenergiemarkt einige Projekte gestoppt oder zumindest verschoben. Zudem ist der Markt in der Grösse begrenzt und mit den bestehenden Grossspeichern bereits gut besetzt.

Grossspeicher zur Optimierung der Eigenversorgung
Das schwache Wachstum bei Grossbatterien schlug jedoch nicht durch, da die Branche mit Industriespeichern die Umsätze mehr als auffangen konnte. Industriespeicher werden zumeist für verschiedene Anwendungen genutzt (z.B. Spitzenlastkappung, Unterbrechungsfreie Stromversorgung, Notstromversorgung) und sind nun zunehmend auch zur Optimierung der Eigenversorgung im Industrieunternehmen mit grünem Strom im Einsatz. Als weitere Anwendung für Speicher im Industrie-, Gewerbe- und Handelsbereich rückt der Einsatz als Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität in den Vordergrund.

Damit werden Speicher auch eine Schlüsseltechnologie für die Sektorenkopplung. Insbesondere Ladeinfrastruktur mit Pufferspeichern als Leistungs-Booster für schnelle Ladezeiten sind ein wichtiger Baustein für die Alltagstauglichkeit von E-Autos und damit für die Verkehrswende.

Auch thermische Speicher im Aufwind
Deutlich im Aufwind sind dieses Jahr auch thermische Speicher. Die innovativen technischen Lösungen entwickeln sich rasch und die Zahl der Anbieter (von Abwärme bis Prozesswärme) steigt. Eine Vielzahl von Hausspeichern wird mittlerweile zusammen mit einer Wärmepumpe und einem Wärmespeicher installiert. Dezentrale Energielösungen über die Sektoren Strom, Wärme, Mobilität in einem digitalen System vereint, sind so zunehmend Alltag.

„Die deutsche Speicherbranche hat gerade bei innovativen Speichersystemen über Sektorengrenzen hinweg einen technologischen Vorsprung vor den internationalen Wettbewerbern und ist für die künftigen Anforderungen an das Energiesystem grundsätzlich hervorragend aufgestellt“, zieht Urban Windelen, BVES-Bundesgeschäftsführer, Bilanz. Sorge bereiten jedoch die weiterhin mangelnden regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Das Wachstum der Branche findet zunehmend im Ausland statt. Dagegen droht dem Inlandsmarkt von widersinniger Regulatorik ausgebremst zu werden.

Branchenzahlen Deutschland 2019 >>

Text: ee-news.ch. Quelle: BVES, Branchenverband der gesamten Energiespeicherindustrie

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