22. Nov 2018

Die Windenergie-Produktion in Europa soll sich bis 2040 verdreifachen und dann 1100 Milliarden Kilowattstunden erreichen. Grafik: Wind Europe

Suisse Eole: Windenergie soll bereits 2027 grösste Stromquelle der EU werden

(Suisse Eole) Laut dem World Energy Outlook 2018 der Internationalen Energieagentur IEA wird Windenergieleistung schon vor bereits 2027 die von Kohle, Gas und Atomkraft überholt haben. 2017 ging die IEA noch davon aus, dass dies erst kurz nach 2030 eintreten werde. Rückenwind erhielten die Erneuerbaren auch vom EU-Parlament, das am 13. November die Erneuerbaren-Ziel für 2030 auf 32 % anhob. (Texte en français >>)


Die Windenergie-Produktion in Europa soll sich bis 2040 verdreifachen und dann 1100 Milliarden Kilowattstunden erreichen. Diese Einschätzung der IEA ist für Charles Dickson vom europäischen Branchenverband WindEurope ein Vertrauensbeweis für den weiteren Ausbau der Windenergie in Europa und auch eine logische Konsequenz, da Windenergie mittlerweile die günstigste der neuen Stromquellen ist. Der Windenergie-Ausbau werde mit der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen einhergehen. Strom mache aber nur 24% des europäischen Energiebedarfs aus, fährt Dickson fort, daher müssten jetzt Windenergie und andere erneuerbare Energien auch in den Sektoren Wärme, Verkehr und industrielle Prozesse verstärkt zum Einsatz kommen. Mit den nationalen Energie- und Klimaplänen, die die EU-Mitgliedstaaten vorlegen müssen, könne die Politik nun die Investitionen in diese Richtung lenken.

Rückenwind vom EU-Parlament
Rückenwind erhielten die Erneuerbaren auch vom EU-Parlament, das am 13. November grünes Licht für ein höheres Erneuerbaren-Ziel gab: 2030 müssen 32 % des europäischen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Damit bestätigte das Parlament eine Einigung, die im Juni auf politischer Ebene erzielt worden war. Die nationalen Regierungen der EU-Mitgliedstaaten müssen nun in ihren detaillierten Energie- und Klimaplänen darlegen, wie sie das 32-%-Ziel erreichen wollen.

Wichtige Informationen werden offen gelegt
Ausserdem müssen die Mitgliedstaaten zumindest über einen Zeitraum von 5 Jahren offenlegen, wie sie Erneuerbare unterstützen werden, dazu zählen auch Angaben über Zeitpunkt, Umfang und Budget zukünftiger Auktionen. Diese Informationen benötigt die Windenergiebranche dringend, um zu entscheiden, wann und wo sie investieren soll. Die EU-Mitgliedstaaten dürfen auch technologiespezifische Auktionen durchführen.

Das EU-Parlament stimmte auch der Vereinfachung von Verfahren zum Bau oder zum Repowering bestehender Windenergieanlagen zu. Zudem müssen die Mitgliedstaaten nun alle Hindernisse für Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) aus dem Weg räumen. Noch nicht abgeschlossen ist die Debatte über das europäische Strommarktdesign.

2018 World Energy Outlook >>

Text: Suisse Eole

1 Kommentare
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Max Blatter @ 23. Nov 2018 10:59

"... wird Windenergieleistung ... Kohle, Gas und Atomkraft überholt haben". Gut so! Was aber nicht geschehen darf, ist, Windenergie gegen andere erneuerbare Ressourcen auszuspielen: Solarenergie (mit dem grössten natürlichen Potenzial), Geothermie (nicht-volatil und daher grundlastfähig), Biomasse (lagerbar und daher spitzenlastfähig), Wasserkraft, ..., sie alle müssen ineinandergreifen, damit die Energiewende gelingen kann. Für viele "Player" wohl selbstverständlich, aber ich wollte es hier nochmals klar festhalten.

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