Durch die Erneuerung konnte die heutige Energieproduktion von 39 GWh um ca. 20% auf 48 GWh erhöht werden. Dadurch können rund 2000 Haushalte zusätzlich mit Strom versorgt werden. Bild: SAK

Beschreibung der Sanierungsschritte – siehe Kasten. Bild: SAK

SAK: Neue Turbinengruppen für das Kraftwerk Sägengüetli

(PM) Die SAK hat das neue Kraftwerk Sägengüetli in Flums mit zwei modernen Wasserturbinen und Generatoren ausgestattet. Die Aufrüstung erfolgte im Rahmen der 2019 gestarteten zweiten Phase der umfangreichen Sanierungs- und Neubauarbeiten der Anlage. Durch die Sanierung kann das Kraftwerk seine Stromproduktion künftig um 20 Prozent steigern und somit rund 2'000 Haushalte mehr mit nachhaltigem Strom aus Wasserkraft versorgen.


Insgesamt investiert die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) 37 Mio. Franken in das Projekt und unterstützt so auch den Produktionsstandort Schweiz. Die Wasserturbinen, das Herz der beiden Maschinengruppen, kommen aus der Ostschweiz. Die Inbetriebnahme ist im April 2021 geplant.

Die SAK begann 2019 mit der zweiten Phase der Erneuerung des Kraftwerks Sägengüetli in Flums. Im Rahmen dieses umfangreichen Bauprojekts wird die Zentrale des Kraftwerks in Flums, die Wasserfassung Bruggwiti und zwei Druckleitungen von Pravizin nach Schils komplett neu gebaut. Im Herbst 2020 wurde das Kraftwerk mit seinem neuen Herzstück, bestehend aus je einer Turbinen-Generatorgruppe von den Wasserfassungen Bruggwiti und Äuli, ausgerüstet. Mit rund 45 Tonnen ist der Generator Bruggwiti das schwerste Anlagenteil des Kraftwerkes. Mit der Installation des 25 Tonnen schweren 14 MVA Maschinentransformators sind nun alle grossen Komponenten in der Kraftwerkszentrale installiert und es konnte mit den Montage- und Verkabelungsarbeiten begonnen werden.


Beschreibung der Sanierungsschritte (siehe Karte links oben)

  1. Die Ausbauwassermenge der Wasserfassung Bruggwiti wird auf 3'000 Liter pro Sekunde erhöht. Die Fischwanderung wird wieder hergestellt und die Hochwasserentlastung wird verbessert.
  2. Automatisierung der Wasserfassung Aeuli, leichte Erhöhung der Ausbauwassermenge auf 700 Liter pro Sekunde und Auflösung Fassung Gallibach.
  3. Triebwasserweg Bruggwiti-Pravizin wurde im Herbst 2015 bis Sommer 2016 erneuert.
  4. Alte Leitung Aeuli-Pravizin bleibt bestehen, punktuell werden Rodungen und Instandhaltungen der Fixpunkte und Viadukte vorgenommen.
  5. Zwischenstufe Pravizin wird aufgelöst, es muss eine Lösung für die seltene Fledermausart (kleine Hufeisennase) gefunden werden.
  6. Erstellung der neuen Druckleitungen zwischen Pravizin und Sägengüetli.
  7. Rückbau der Zentralen «Altes und Neues Sägengüetli» und Neubau der neuen Zentrale (Turbine Bruggwiti = 2600 Liter pro Sekunde, Turbine Aeuli = 700 Liter pro Sekunde).

20% mehr Strom
In die Erneuerung des Kraftwerks Sägengüetli investiert die SAK insgesamt 37 Mio. Franken. Durch die Aufrüstung der Anlage wird das Kraftwerk künftig die Stromproduktion um 20 Prozent steigern können, von heute 40 GWh auf rund 48 GWh. Adriano Tramèr, Leiter Geschäftsbereich Produktion SAK, ist erfreut: «Durch die verbesserte Leistung kann das Kraftwerk künftig 10'700 Haushalte mit Strom aus lokaler Wasserkraft versorgen, das sind 2000 Haushalte mehr als bisher. Die SAK investiert damit weiter in erneuerbare Energien aus der Region und unterstützt so den Produktionsstandort Schweiz.»

Ein umfangreiches Bauprojekt
Die Planungsarbeiten für das vielseitige Bauprojekt begannen bereits im Jahr 2014 und sahen Sanierungsarbeiten an verschiedenen Orten vor. Der Wasserstrang von der Wasserfassung Bruggwiti bis zur Zwischenstufe Pravizin wurde im Rahmen einer ersten Phase im Winter 2015/16 erneuert. Die damals aus fünf Zentralen und acht Maschinengruppen bestehende Anlage sollte auf eine Zentrale mit zwei Maschinengruppen (Äuli und Bruggwiti) reduziert werden. Zudem wurde entschieden, die Zwischenstufe Pravizin aus Altersgründen aufzulösen und die beiden Druckleitungen von den Wasserfassungen Bruggwiti und Äuli bis ins Tal nach Flums weiterzuziehen, wodurch das Gefälle optimal ausgenutzt werden kann. Die Baubewilligung für den Neubau in Flums erfolgte im Jahr 2018 ohne eine einzige Einsprache.

Inbetriebnahme im Frühjahr 2021
Die letzten Bau- und Umgebungsarbeiten an der Zentrale in Flums, den Druckleitungen Pravizin-Flums und an der Wasserfassung in Bruggwiti laufen zurzeit noch auf Hochtouren. Christian Neff, Projektleiter Produktion SAK, bestätigt: «Wir konnten trotz Corona unseren straffen Zeitplan sehr gut einhalten und befinden uns jetzt nach der Anlieferung der Turbinengruppen und des Transformators auf der Zielgeraden. Wir planen, Anfang 2021 mit den Tests der Anlage zu beginnen. Sofern alles positiv verläuft, nimmt das Kraftwerk spätestens im April 2020, mit dem Beginn der Schneeschmelze, den Betrieb wieder auf.»

Weiter Informationen zum Projekt >>

Text: SAK

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