Die Bioraffinerie wird jährlich etwa 100‘000 Tonnen Stroh verarbeiten, das sonst auf den umliegenden Feldern verbrannt wird. Gleichzeitig entsteht Humusdünger, der die Bodenqualität verbessert. Bild: Verbio

Verbio: Betreibt Indiens erste und grösste Bioraffinerie zur Herstellung von Biomethan aus Stroh

(PM) In der indischen Region Punjab hat das Bioenergieunternehmen in den letzten drei Jahren eine Bioraffinerie nach dem Vorbild der Verbio-Anlagen in Deutschland aufgebaut. Im April 2022 wurden die ersten Mengen Biomethan (BioCNG) aus Reisstroh produziert. Nun wird die Produktion hochgefahren. Verbio India liefert Biomethan als Kraftstoff an das Tankstellennetz der Indian Oil Corp. Ltd. in der Region. Die Anlage in Lehragaga kann bis 33 TPD (Tonnen pro Tag) BioCNG und 650 TPD (Tonnen pro Tag) Humusdünger produzieren.


„Die Bioraffinerie wird jährlich etwa 100‘000 Tonnen Stroh verarbeiten, das sonst auf den umliegenden Feldern verbrannt wird. Gleichzeitig entsteht Humusdünger, der die Bodenqualität verbessert. Wir tragen dazu bei, dass die Luftverschmutzung vor Ort reduziert und die landwirtschaftliche Nutzung optimiert wird“, erklärt Verbio-Vorstandsvorsitzender Claus Sauter das Konzept bei der feierlichen Einweihung der Anlage in der vergangenen Woche.

Grosses Rohstoff- und Wachstumspotenzial
Indien hat grosse Probleme mit der Luftverschmutzung und fördert innovative Technologien zur Senkung der Emissionen in Verkehr und Industrie. Die Verbio AG hat eine einzigartige Technologie zur Produktion von Biomethan aus landwirtschaftlichen Reststoffen und Stroh entwickelt. Damit bietet Verbio eine praxistaugliche Lösung, um das klima- und gesundheitsschädliche Abbrennen des Reisstrohs auf indischen Feldern zu beenden. Stattdessen entsteht aus dem Reststoff ein klimafreundlicher und kostengünstiger Biokraftstoff.

300 Millionen Tonnen ungenutztes Stroh
Die Anlage in Lehragaga, Punjab, ist die erste und grösste Bioraffinerie-Anlage dieser Art in Indien und Asien, die im Rahmen des 2018 von der indischen Regierung aufgelegten Satat-Programms entstanden ist. Und das Potenzial für weiteres Wachstum ist gross: Mehr als 300 Millionen Tonnen ungenutztes Stroh sind in Indien pro Jahr verfügbar.

Das Land hat erkannt, wie gross das Potential an ungenutzter Biomasse ist und welche Möglichkeiten bestehen, unabhängiger von globalen Preisentwicklungen für fossile Energieträger zu werden. Wertschöpfung und Beschäftigung für den ländlichen Raum in Indien, kombiniert mit Klimaschutz und zunehmender Unabhängigkeit von Mineralöl und Erdgas, stehen auf der Agenda der indischen Regierung.

Einige Herausforderungen
Dennoch bietet der Markt einige Herausforderungen. Claus Sauter erläutert: „In Indien betreten wir einen Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien mit sehr grossem Potenzial. Wir würden gern weitere Anlagen bauen und das Regierungsprogramm Satat unterstützen, wenn ein stabiler Business Case das ermöglicht. Die indische Regierung nimmt sehr starken Einfluss auf den Energiemarkt insgesamt. Deshalb sind wir in laufenden Gesprächen auf höchster Regierungsebene, um den regulatorischen Rahmen für den gezielten Ausbau fortschrittlicher Biokraftstoffe entsprechend zu gestalten und eine Basis für langfristiges Wachstum zu definieren.“

Text: Verbio AG

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