17. Jul 2017

Der mikrostrukturierte Fischer-Tropsch Reaktor der Firma Ineratec verwandelt Gase in flüssige synthetische Kraftstoffe – vorgestellt wurde er an der Hannover Messe 2017. ©Bild: Andreas Drollinger

Umwelttechnikpreis: KIT an zwei Projekten beteiligt

(KIT) Einen doppelten Grund zur Freude hatten die Vertreter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bei der Verleihung des Umwelttechnikpreises Baden-Württemberg 2017: Zwei Projekte, an denen das KIT beteiligt war, wurden mit je einem Preis geehrt. Solink verbindet Photovoltaik und Solarthermie zu einem Tandemkollektor. Das Spin-off Ineratec entwickelt chemische Kompaktreaktoren, um nachhaltige Chemikalien und Kraftstoffe herzustellen.


„Am KIT schlagen wir mit unserer Innovationstätigkeit die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung“, erklärt Professor Thomas Hirth, Vizepräsident für Innovation und Internationales am KIT. „Wir wollen innovativ sein – zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Der Umwelttechnikpreis an zwei Technologien, die wir massgeblich vorangetrieben haben, bestärkt uns darin.“

1. Preis für Tandem-Kollektor
Der 1. Preis des Umwelttechnikpreises Baden-Württemberg 2017 in der Kategorie „Energieeffizienz“ wird für die photovoltaisch-thermische Versorgungseinheit Solink verliehen. Der Tandem-Kollektor vereint Photovoltaik und Solarthermie mit einem Luft-Wärmetauscher zu einer Versorgungseinheit für Wärmepumpen. Während auf der Oberseite des neuartigen Kollektors die Photovoltaik Strom produziert, wird thermische Energie für Wärmepumpen auf der Unterseite gewonnen. Die sogenannten PVT-Kollektoren lassen sich montagefreundlich elektrisch und thermisch über ein Stecksystem verbinden und nutzen die gleiche Dachfläche somit gleich zweimal. Die Markteinführung durch den Industriepartner Consolar Solare Energiesysteme GmbH ist für 2018 geplant.

Das Konzept baut auf mehrjährigen Voruntersuchungen auf, die in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie geleistet wurden. Andreas Wagner vom Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau des KIT hat im Projekt Solink die Energiegewinnung der PVT-Kollektoren mittels Computersimulationen optimiert und dazu verschiedene Konfigurationen von Modulgrössen, Wärmefluss und Lastverschiebung verglichen. Daneben haben er und sein Team die Wirtschaftlichkeit auf Vollkostenbasis berechnet. Ebenfalls eingebunden war Bodo Ruck, Leiter der Arbeitsgruppe Gebäude- und Umweltaerodynamik am KIT, zu Fragen der Luftströmungen, die für die Wärmeübertragung im System relevant sind.

3. Preis für Ineratec
Den 3. Preis in der Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ gewinnt die Ineratec GmbH, ein Spin off des KIT. Es entwickelt und vertreibt mikrostrukturierte, chemische Kompaktanlagen zur dezentralen Umwandlung von Treibhausgasen in Chemikalien und synthetische Kraftstoffe. Mikrosystemanlagen sind ein vielversprechender Trend, prozesstechnische Verfahren energie- und materialeffizient zu gestalten. Bei dem vorgestellten Verfahren werden synthetische Kraftstoffe nach der Fischer-Tropsch-Synthese hergestellt. Mit der Kompaktanlage entfallen aufwendige Komponenten, An- und Abfahren der Anlage erfolgt erheblich schneller und ein Abfackeln überschüssiger Prozessgase entfällt. Die Technologie von Ineratec wird derzeit auch in Finnland eingesetzt, um aus Sonnenenergie gewonnenen Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid aus der Luft in flüssige Treibstoffe umzusetzen.

Weitere Information zu Solink >>
Weitere Informationen über Ineratec >>

Text: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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