07. Jan 2016

Der Neubau in Berlin-Pankow erfüllt dank des zukunftsweisenden Energiekonzepts die verschärften Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 1. Januar 2016 in Kraft ist. ©Bild: BWP

Wärmewende: Innovative GeoHybrid-Anlage in Berlin übergeben

(PM) Ein Neubauprojekt im Berliner Stadtteil Pankow zeigt modellhaft, wie auch grosse Gebäude in einer Metropole kostengünstig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden können. Nach einer mehrmonatigen Testphase wurde die innovative GeoHybrid-Anlage im Dezember 2015 offiziell übergeben. Die Anlage beheizt und kühlt die 70 Wohnungen des Wohnprojekts „Himmel und Erde“ ökologisch mit Erdwärme.


Die GeoHybrid-Anlage kombiniert 20 Erdwärmesonden mit einem Blockheizkraftwerk, das gleichzeitig den Strombedarf der Wärmepumpen deckt. „Durch das innovative Energiekonzept sparen die Bewohner gegenüber einer Gasbrennwertheizung dauerhaft rund 50 Prozent der sonst anfallenden Heizkosten“, erläutert Dr. Nikolaus Meyer, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Geo-En, das die Anlage plante und realisierte. Auch die Umwelt profitiert, denn die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen wurden halbiert.

Saisonaler Speicher für Sonnenenergie
Die Anlage dient nicht nur zur Beheizung, sondern auch zur Kühlung – ein besonderer Komfort für die Bewohner und das quasi zum Nulltarif „Sommerliche Kühlung wird angesichts des Klimawandels immer wichtiger“, so Meyer. Die abgeführte Wärme aus den Wohnungen wird zur Warmwasserbereitung und zur Regeneration der Erdwärme genutzt. Zusätzlich laden solarthermische Absorber auf dem Dach im Sommer die Erdwärmesonden auf. Die Geothermie-Anlage ist damit zugleich ein saisonaler Speicher der Sonnenenergie.

Mit diesem zukunftsweisenden Energiekonzept erfüllt der Neubau in Berlin-Pankow die verschärften Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 1. Januar 2016 in Kraft ist. „Die neuen Anforderungen sind ohne Umweltwärme nur noch mit hohen Mehrkosten zu erfüllen“, sagt Dr. Martin Sabel vom Bundesverband Wärmepumpe. Bauherren, die mit Gas heizen möchten, müssten z. B. zusätzlich eine Solarthermieanlage und eine Wärmerückgewinnungsanlage einbauen sowie in Dämmung investieren, um die Anforderungen zu erfüllen, so Sabel. Und weiter: „Die Wärmepumpe genügt den neuen Anforderungen aufgrund ihrer guten Energieeffizienz auch als alleinstehende Technik.“

Potentiale in oberflächennaher Geothermie
„Die Anlage zeigt, welche Potentiale in oberflächennaher Geothermie stecken“, fasst Meyer zusammen. Auch die Politik setzte deshalb verstärkt auf Geothermie. Erst im November hat die vom Berliner Abgeordnetenhaus eingesetzte Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“ in ihrem Abschlussbericht ein ganzes Bündel von Massnahmen vorgeschlagen, um den Ausbau Geothermie zu forcieren.

Text: Deutscher Bundesverband Wärmepumpe e. V. (BWP)

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