27. Sep 2012

Die drei Heizkessel von Hans (l.) und Sven Vögeli erbringen zusammen eine Leistung von 500 Kilowatt. Bild: Klimastiftung Schweiz

Wärmeverbund Gächlingen: Alter Kachelofen wird zum Grossprojekt

(PM) Am Samstag, 29. September, wird der Wärmeverbund Gächlingen mit einem Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht. Die Bauernfamilie Vögeli produziert mit einer grossen Holzschnitzelheizung Wärme für 19 Liegenschaften. Angefangen hat alles mit einem alten Kachelofen.


Das Bauernhaus der Familie Vögeli wurde bis anhin mit einem alten Kachelofen geheizt. Gemeinsam mit seinem erwachsenen Sohn klärte Hans Vögeli die Möglichkeiten ab, diese ineffiziente Wärmequelle zu ersetzen. Holzschnitzel lagen als Lösung nahe, da rund um Gächlingen viel Wald wächst und Hans Vögeli selbst Waldflächen besitzt. Weil die Bäume wieder nachwachsen und das CO2 erneut binden, ist dies fast CO2-neutral.

«Bei den Berechnungen kamen wir bald darauf, dass es sinnvoll ist, nicht nur für uns, sondern gleich für mehrere Liegenschaften eine Lösung mit Holzschnitzeln umzusetzen», erzählt Hans Vögeli. Gemeinsam konzipierten Vater und Sohn ein Grossprojekt. Drei Heizkessel mit insgesamt 500 Kilowatt Leistung wurden gebaut. 19 Liegenschaften sind dem Verbund bereits angeschlossen. Weiter dazukommen sollte noch eine geplante Überbauung mit 40 Wohneinheiten.

Am Wochenende weiht die Familie Vögeli den neuen Wärmeverbund ein. Am Freitag, 28. September, feiern sie mit Lieferanten, Kunden und anderen geladenen Gästen. Die Öffentlichkeit kann die Heizzentrale am Samstag, 29. September, zwischen 10 und 16 Uhr bei einem Tag der offenen Tür besichtigen. Eine Festwirtschaft sorgt für das leibliche Wohl.

Geld für klimafreundliche Ideen
Der Wärmeverbund Gächlingen wird vom Kanton Schaffhausen und der Klimastiftung Schweiz finanziell unterstützt. Die Stiftung fördert kleine und mittlere Unternehmen, die mit kleinen Massnahmen oder grossen Projekten CO2 oder Strom sparen und solche, die ein klimafreundliches Produkt entwickeln. Ziel dabei ist, neben dem Klimaschutz auch den Wirtschaftsstandort Schweiz zu fördern.

Hans und Sven Vögeli betreiben den Wärmeverbund Gächlingen als zweites Standbein neben ihrer Rindermast. Bis sich die neue Idee lohnt, werden aber Jahre vergehen. «Wir rechnen mit fünf bis sechs Jahren, bis wir uns die ersten Löhne ausbezahlen können», schätzt Hans Vögeli. Vincent Eckert, Geschäftsführer der Klimastiftung Schweiz erklärt: «Bei grösseren Umweltprojekten dauert es oft Jahre, bis sich die Investitionen auszahlen. Mit unseren Beiträgen wollen wir diese Pay-Back-Zeit verkürzen, damit KMU solche Projekte überhaupt anpacken können.»

Für Hans Vögeli steckt eine persönliche Einstellung hinter dem Wärmeverbund: «Der Lebensstandard in der Schweiz ist sehr hoch. Deshalb müssen wir es uns leisten können, saubere Energie zu produzieren. Es geht nicht, dass wir Erdöl aus der Ferne zum Heizen verbrennen, während unser Holz in den heimischen Wäldern verfault und ähnlich viel CO2 freisetzt, wie wenn wir es sauber verbrennen.»

Text: Klimastiftung Schweiz

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