Hohe Zustimmung zu Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Umgebung des eigenen Wohnorts. ©Bild: AEE

82 Prozent der deutschen Bevölkerung hält den Ausbau der Windenergie an Land in Deutschland für wichtig. ©Bild: Fachagentur Wind an Land

Ausbauhemmnisse der Windenergie an Land in Deutschland. Der Grossteil der derzeit blockierten Windenergieanlagen geht auf Konflikte mit der zivilen und militärischen Luftraumnutzung zurück. ©Bild: Fachagentur Wind an Land

Neue AEE-Studie: Öffentlichkeitsbeteiligung bei Windenergie an Land ist keine akzeptanzfördernde Einbahnstrasse

(PM) Die deutscheAgentur für Erneuerbare Energien hat eine neue Akzeptanzstudie zur Windenergie an Land veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen: Die Zustimmung ist hoch. Doch es gibt auf kommunaler Ebene kein Allheilmittel, um die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger für die Energiewende zu gewinnen – viel entscheidender ist, wie die Menschen beteiligt werden.


Die sozialwissenschaftliche Analyse „Akzeptanz in der Fläche, Protest im Lokalen? Studie zur Windenergie an Land“ der deutschen Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) zeigt: Die finanzielle Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern hat nur unter bestimmten Bedingungen den gewünschten Effekt. „Es gibt kein Patentrezept für Akzeptanz und Beteiligung – und doch ist Partizipation auf kommunaler Ebene wichtig“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE. Entscheidend ist, wie die Beteiligung ausgestaltet wird. Theoretisch steigt die Akzeptanz mit der Möglichkeit, sich zu beteiligen, weil die wahrgenommene Selbstwirksamkeit (laut Ortwin Renn) ebenfalls steigt.

Die Formate sind entscheidend
In der Praxis können Beteiligungsformate wie etwa Bürgerversammlungen dazu führen, dass ablehnende Positionen ausgesprochen und damit auch von Menschen in Betracht gezogen werden, die vorher neutral eingestellt waren. Es handelt sich bei Öffentlichkeitsbeteiligungen also nicht per se um akzeptanzfördernde Einbahnstrassen. Die Formate sind entscheidend und sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Empirische Untersuchungen zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger es ablehnen, wenn ihnen Geld angeboten wird, ohne an anderer Stelle (Mitsprache bei Standort, Anzahl der Anlagen, usw.) beteiligt zu werden. Ein simples Verständnis von Bürgerbeteiligung als reine Akzeptanzbeschaffungsmassnahme lässt sich empirisch also nicht belegen. „Die Studie bekräftigt: Akzeptanz ist kein Produkt, das wir mithilfe eines einfachen Rezepts herstellen können“, sagt Yannick Schöpper, Autor der Studie. „Viel eher müssen die individuellen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt und jede Kommune unterstützt werden, passende Beteiligungsformate zu finden“, so Schöpper. Dass vielen Kommunen genau das gelingt, verdeutlichen die zahlreichen kommunalen Praxisbeispiele, die die AEE seit über zehn Jahren in Projekten und durch die Reihe Energie-Kommune des Monats sichtbar macht. Vor allem Windenergie in Bürgerhand ist dabei ein Erfolgsmodell.

Laute Minderheit, schweigende Mehrheit
Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet Windenergie an Land. Die repräsentativen Umfragen der AEE und der Fachagentur Wind an Land (FA Wind) belegen, dass die Windenergie eine flächendeckend akzeptierte Technologie ist. Die FA Wind hält spezifisch für die Windenergie an Land eine Zustimmungsrate von 82 Prozent fest. Die AEE ermittelt für erneuerbare Energien im Allgemeinen einen Zustimmungswert von 89 Prozent und die Mehrheit der Befragten bewertet Windenergieanlagen in der Nachbarschaft als „gut“ beziehungsweise „sehr gut“ (siehe ee-news.ch vom 21.10.2019 >>). Die grosse Mehrheit der deutschen Bevölkerung hält die Windenergie für eine Technologie, der auch zukünftig eine wichtige Funktion zukommt. „Auch wenn die Stimmen der Windenergie-Gegnerinnen und Gegnern in der Öffentlichkeit lauter sind und es eine schweigende Mehrheit gibt, müssen wir festhalten: Die Windenergie an Land wird akzeptiert“, resümiert Brandt.

Akzeptanz in der Fläche, Protest im Lokalen? Studie zur Windenergie an Land >>

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)

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