Die Windenergie an Land braucht mindestens zwei Prozent der Fläche in jedem Bundesland, um ihren Beitrag für die erneuerbare Energiewirtschaft und den Klimaschutz zu leisten“, machte Hermann Albers deutlich. Bild: BWE

Deutschland: Bürde für die Energiewende - nur 2672 Megawatt Wind an Land in 2020 bezuschlagt

(BWE) Die deutsche Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Dezember 2020 bekannt gegeben. Dazu erklärt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Wind-Energie: „In 2020 wurden insgesamt 3860 MW Wind an Land ausgeschrieben, aber nur 2672 MW bezuschlagt. 1188 MW verlorenes Volumen lasten als schwere Hypothek auf der Energiewende. Die Energie aus diesen nicht umgesetzten Volumen fehlt, um die dynamisch wachsende Nachfrage nach CO2-freiem Strom zu bedienen.“


„Es braucht eine zügige Dynamisierung bei Genehmigungen und Zubau, um die entstandene Lücke zu schliessen. Das Versprechen der Koalition aus dem Entschliessungsantrag zum EEG in der vergangenen Woche, noch im 1. Quartal 2021 zu handeln, gewinnt damit nochmals an Bedeutung“, fügt Albers hinzu.

Anpassung der Abstände um die Drehfunkfeuer an internationalen Massstäbe
Die erstmalige Überzeichnung einer Ausschreibung im laufenden Jahr war erwartet worden. Die Ursache liegt nach Angaben des Verbandes in dem positiven Trend bei Genehmigungen, die sich die Branche in den zurückliegenden Monaten hart erarbeitet habe. Noch mehr Genehmigungen wären möglich, wenn der Bundesgesetzgeber die Aufgabenliste Wind an Land endlich umsetzen würde. Eine Anpassung der Abstände um die Drehfunkfeuer an internationalen Massstäbe wäre als „low-hanging fruit" beispielsweise sofort umsetzbar. Der zweite Aspekt, der zu einer starken Bewerberzahl geführt habe, dürften die Unsicherheiten zu den Regelungen ab 1. Januar 2021 gewesen sein. Dadurch nahmen Projekte teil, die erst unmittelbar vor dem Stichtag genehmigt wurden. Die Projektträger versuchten so, noch unter die planbaren Regelungen des EEG 2017 zu gelangen.

Mindestens 2% der Fläche in jedem Bundesland
„Das Netzausbaugebiet hat zum zweiten Mal blockierend gewirkt. Schon anlässlich der Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Oktober 2020 wurden hier nicht alle eingereichten Projekte berücksichtigt. Es ist gut, dass dieses im kommenden Jahr nicht mehr greift und damit die Projekte in den norddeutschen Ländern nicht weiter ausgebremst werden. Gleichzeitig begrüssen wir, dass das EEG 2021 einen klaren Impuls für einen stärkeren Ausbau in den süddeutschen Bundesländern gibt. Hier sind nun Landes- und Regionalplanung gefordert, die Weichen für eine tragfähige Flächenkulisse zu stellen. Die Windenergie an Land braucht mindestens zwei Prozent der Fläche in jedem Bundesland, um ihren Beitrag für die erneuerbare Energiewirtschaft und den Klimaschutz zu leisten“, machte Hermann Albers deutlich.

Text: Deutscher Bundesverband Wind-Energie (BWE)

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