Für die Studie wurden verschiedene Annahmen im Bereich der Einflussfaktoren auf Windpark- und Elektrolyseseite herangezogen: die Leistungsdichte, Volllaststunden sowie Auslegung und Wirkungsgrad der Elektrolyseure. Bild: Stiftung Offshore-Windenergie

Stiftung Offshore-Windenergie: Potential der Windenergie auf See in Deutschland beträgt laut Studie mindestens 60 GW

(PM) Die Stiftung Offshore-Windenergie hat erstmals eine Bedarfs- und Potentialanalyse zur Erzeugung von Grünem Wasserstoff durch Windenergie auf See in Deutschland veröffentlicht. Die Berechnungen zeigen, dass über 60 GW installierbare Offshore-Leistung auf Basis des neuen Raumordnungsplans (ROP) möglich sind, wenn alle verfügbaren Möglichkeiten genutzt werden. Damit liessen sich auch erhebliche Mengen Grüner Wasserstoffs erzeugen. Um die Potentiale zu heben, bedarf es jedoch nach der Bundestagswahl der richtigen politischen Entscheidungen und regulatorischen Weichenstellungen.


Diese 60 Gigawatt würde in etwa die erzeugte Strommenge von 60 grossen Kohlekraftwerken überflüssig machen. Das Potential ist also gewaltig und es zeigt: Deutschland wird der Strom nicht abgeschaltet, im Gegenteil, es besteht die Möglichkeit diese neue Form der Stromerzeugung weiter auszubauen mit den entsprechenden Effekten für Arbeitsplätze und Investitionen an der Küste.

Enorme Potentiale, hoher Zeitdruck, vielfältiger Handlungsbedarf
„Die Ergebnisse zeigen erstmalig eindrucksvoll das enorme Potential der Offshore-Windenergie in Kombination mit der Produktion von Grünem Wasserstoff für Deutschland“, unterstreicht Karina Würtz, Stiftungsgeschäftsführerin. „Wir werden monatlich mit den Auswirkungen der sich verschärfenden Klimakrise konfrontiert. Aus diesem Grund sehen wir als Stiftung die alternativlose Dringlichkeit eines Primats aller Klimaschutzmassnahmen. In der aktuellen Raumordnung sind – bei konsequenter Ausnutzung aller im aktuellen Raumordnungsplan enthaltenen Potentiale inklusive des befristeten Vorranggebietes Schifffahrt - über 60 GW Windenergie auf See rechnerisch möglich – und das bezieht noch keine Ko-Nutzungspotenziale mit ein. Wir brauchen schnellstmöglich einen Ausbaupfad in diese Richtung. Darüber hinaus könnte ein Teil der erzeugten Energie zur Produktion von Grünem Wasserstoff eingesetzt werden und so einen substantiellen Beitrag zur Erreichung der deutschen Ziele in der Nationalen Wasserstoffstrategie bis 2040 leisten. Dafür braucht es eine verbindliche Zielsetzung und ausreichende Ausweisung von Meeresflächen für die Offshore-Wasserstoffproduktion durch die kommende Bundesregierung – zusätzlich zu den Flächen zur reinen Stromerzeugung. Dies unterstützen wir auch im Rahmen einer gemeinsamen Brancheninitiative. Neu genehmigte Offshore Windparks brauchen aktuell 6 Jahre bis zur Umsetzung – hier droht uns die Zeit davonzulaufen. Es braucht jetzt ambitionierte Vorgaben und eine Gleichzeitigkeit von Umsetzungsmassnahmen. Mit der Studie wollen wir einen entsprechenden Anstoss geben.“  

Berechnungen auf Basis des gültigen maritimen Raumordnungsplans (ROP)
Den Berechnungen zufolge könnten jährlich über 1.2 Millionen Tonnen Grüner Wasserstoff (bis zu 44.2 Terrawattstunden (TWh)) produziert werden, wenn die errechnete Windenergieleistung, die über den zur Stromerzeugung im Windenergie-auf-See-Gesetz verankerten 40 GW liegt, ausschliesslich zur Wasserstofferzeugung genutzt würde. Zum Vergleich: Die Nationale Wasserstoffstrategie sieht bis 2035/40 ein Wasserstoffproduktionsziel von 28 TWh vor.

Für die durch die Deutsche WindGuard erstellte Studie wurden verschiedene Annahmen im Bereich der Einflussfaktoren auf Windpark- und Elektrolyseseite herangezogen. Dies waren insbesondere die Leistungsdichte (installierte Megawatt pro Quadratkilometer), Volllaststunden (Degression bei einem weiteren Offshore-Zubau) sowie Auslegung und Wirkungsgrad der Elektrolyseure.

Flächenverfügbarkeit
Darüber hinaus ist die Flächenverfügbarkeit als ein entscheidender Faktor untersucht worden. Als Referenzpunkt zur Erstellung der zwei Szenarien („ROP Basis“, „ROP Plus“) wurde die seit dem 01. September gültige maritime Raumordnung gewählt. Das ROP Plus-Szenario bezieht sämtliche ausgewiesene Vorrang- und Vorbehaltsgebiete sowie bedingte Gebiete und das befristete Vorranggebiet in der Schifffahrtsroute 10 mit ein. So wurden bei einer Annahme von 8 MW pro Quadratkilometer Leistungsdichte, wie sie gegenwärtig auch dem Flächenentwicklungsplan zugrunde liegt, über 60 GW installierbare Windenergieleistung ermittelt. Beide Szenarien klammern Potenziale im Küstenmeer (2 GW) und in der Doggerbank (4-6 GW) aus.

Text: Stiftung Offshore-Windenergie

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