Die Installation eines CBR-Fischleitrechen-Bypass-Systems am Kraftwerk Herrentöbeli an der Thur ist ein Novum in der Schweiz, wie er sagt: «Zum ersten Mal wird ein solcher Fischleitrechen unter realen Bedingungen getestet. Bild: SAK

Der neue Fischrechen wurde in der Testanlage der VAW entwickelt und mit wilden Bachforellen getestet. Bild: ETH Zürich/VAW

SAK und ETH Zürich: Starten Fischleitrechen-Forschung beim Thur-Wasserkraftwerk Herrentöbeli

(PM) Mit der Wiederinbetriebnahme des Wasserkraftwerks Herrentöbeli an der Thur starten die SAK zusammen mit Forschenden der ETH Zürich den Feldversuch eines neu entwickelten Fischleitrechens mit Bypass (siehe ee-news.ch 9.3.21 >>). Dieser wurde während des vergangenen Jahres im Rahmen von ökologischen Sanierungen installiert und verfolgt das Ziel, den Fischen bestmöglichen Schutz beim flussabwärts-Passieren der Kraftwerksanlagen zu bieten.


Bei Erfolg kann das System bei weiteren Kraftwerken zum Einsatz kommen – aufgrund dieses grossen Potentials wird das Projekt vom Bundesamt für Umwelt begleitet und unterstützt.

Rund ein Jahr lang fanden beim Kraftwerk Herrentöbeli an der Thur ökologische Sanierungsarbeiten statt. Grund für den Umbau bildet das seit 2011 in Kraft getretene Schweizerische Gewässerschutzgesetz, welches Massnahmen zur Wiederherstellung der Fischwanderung in Schweizer Flüssen vorschreibt. Dieses neue Gesetz veranlasste Forschende der ETH Zürich, im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts, ein neues innovatives Fischleitrechensystem mit Bypass zu entwickeln, welches Fische besser von Kraftwerksturbinen fernhalten soll. Getestet wurde das System seit 2017 in der Versuchsanstalt für Wasserbau an der ETH Zürich und wurde während des letzten Jahres zu Feldversuchszwecken beim SAK Kraftwerk Herrentöbeli installiert.

Innovation für die Fische
Als wissenschaftlicher Leiter hinter dem Forschungsprojekt steht Robert Boes. Der neuentwickelte CBR-Rechen (Curved Bar Rack) zeichnet sich durch eine spezielle Stab-Krümmung aus, die im Wasser Druckunterschiede erzeugen. Fische erkennen dies als Hindernis und schwimmen dem Rechen entlang in einen sicheren Bypass, um flussabwärts abzusteigen. Die Installation eines CBR-Fischleitrechen-Bypass-Systems am Kraftwerk Herrentöbeli an der Thur ist ein Novum in der Schweiz, wie er sagt: «Zum ersten Mal wird ein solcher Fischleitrechen unter realen Bedingungen getestet. Die zukünftigen hydraulischen und fischbiologischen Messungen am Kraftwerk werden zeigen, ob die guten Erfahrungen mit der Fischleitung unter Laborbedingungen auch auf die Bedingungen an diesem Kraftwerk übertragbar sind. Im Erfolgsfall käme dieses neuartige System auch für den Fischschutz an vielen weiteren – auch grossen Wasserkraftwerken – in der Schweiz und im Ausland in Frage.»

Bund als Innovationstreiber
Rund 1000 Querbauten in der Schweiz müssen aufgrund der Gesetzesanpassung durch das Bundesamt für Umwelt (BafU) ökologische saniert werden. Die Massnahmen der einzelnen Kraftwerke werden vom Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen überprüft und finanziell unterstützt. Mit dem aktuellen Fischleitrechen-Forschungsprojekt entsteht eine neue, optimierte Lösung für den Fischschutz. Das BafU begleitet und unterstützt aufgrund des internationalen Einsatzpotenzials das Feldforschungsprojekt der ETH Zürich und SAK.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt und Feldversuch am Kraftwerk Herrentöbeli >>

Text: St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG

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