Die Preisträger des German Renewables Awards 2020 anlässlich der Preisverleihung. ©Bild: EEHH

Zukunftsweisende Ideen für eine erfolgreiche Energiewende: German Renewables Awards 2020 verliehen

(ee-news.ch) Modulare Wasserstofferzeugung und -vertrieb, künstliche neuronale Netze zur Überwachung von Offshore-Anlagen, Transformation des Hamburger Wärmenetzes – die Gewinner des diesjährigen neunten German Renewables Award überzeugen durch Ideenreichtum und Mut. Für die Kategorien ‚Produktinnovation des Jahres‘, ‚Projekt des Jahres‘, ‚Studentenarbeit des Jahres‘ und ‚Journalistenpreis‘ reichten Bewerberinnen und Bewerber ihre Arbeiten ein.


In der Rubrik ‚Lebenswerk‘ schlugen Experten Kandidaten vor. Eine achtköpfige unabhängige Jury kürte die Sieger. Die Preise wurden am 22. September in Hamburg vom Branchennetzwerk Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) vergeben.

Produktinnovation des Jahres
Eine Anwendung für ein digitales und automatisiertes Korrosions-Management entwickelte Global Tech I gemeinsam mit Semco Maritime. Betreffende Bereiche werden mit Drohnen abgefilmt, Schadstellen erkannt und herausgefiltert. Das Programm dokumentiert diese und überführt sie in eine 3D-Darstellung. Das Programm stellt damit eine Lebenslaufakte in Form eines 3D-Modells dar. An diesem Projekt hat ein multidisziplinäres Team gearbeitet, in dem neben Global Tech I Offshore Wind als Offshore-Windparkbetreiber und Semco Maritime als internationaler Engineering-Partner Experten aus der Digitalisierung und KI vertreten waren. Die Universität Aarlborg und das Energy Cluster Denmark begleiteten das Projekt.

Insgesamt bewarben sich sechs Unternehmen in der Rubrik ‚Produktinnovation des Jahres‘.

Projekt des Jahres
Das von GP Joule initiierte Verbundunternehmen eFarming GmbH und Co. KG reichte das Konzept für ein modular erweiterbares Wasserstofferzeugungs- und -vertriebsnetz in Nordfriesland ein. An fünf Standorten wird Wasserstoff mittels Windkraft produziert und in mobilen Speicher-Containern zu zwei eFarm-Tankstellen in Niebüll und Husum transportiert. Eine Akzeptanzsteigerung für erneuerbare Energien wird durch die lokale Nutzung regional erzeugten Stroms geschaffen.

In der Kategorie ‚Projekt des Jahres‘ reichten fünf Unternehmen ihre Bewerbungen ein.

Studentenarbeit des Jahres
Nina Kicherer, von der HAW Hamburg, entwickelte in ihrer Masterthesis eine Strategie für die ‚Langfristige Transformation des Hamburger Wärmenetzes‘ bis 2050 und untersuchte dafür verfügbare Energie- und Abwärmequellen und regionale Infrastruktur-Anforderungen. Aus diesen Ergebnissen werden allgemeine Handlungsempfehlungen für die Wärmenetzentwicklung in Hamburg abgeleitet.

Insgesamt wurden fünf Bachelor- bzw. Masterarbeiten eingereicht.

Lebenswerk des Jahres
Wohnhaft in Ellhöft an der dänischen Grenze initiierte der ausgebildete Landschaftsmeister Reinhard Christiansen gemeinsam mit 28 Dorfbewohnern den Windpark Ellhöft, der nach jahrelanger Planung im Juni 2000 ans Netz ging. Der überzeugte Nordfriese lässt keine Gelegenheit aus, die erneuerbaren Energien, die Einspeisung, Nutzung und Speicherungvon Energie in der Küstenregion zu fördern. Mittlerweile ist er Geschäftsführer mehrerer Windparks und Firmen der Erneuerbaren-Energien-Branche. Er setzte sich frühzeitig und erfolgreich für das Repowering ein – den Ersatz von alten durch neue Windanlagen.

„Zu Beginn eines Projektes habe ich mir immer ein klares Ziel gesetzt und dieses Ziel nie aus den Augen verloren, egal wie viele Hindernisse sich auftaten. Bei fast jedem Projekt stand schon nach den ersten Schritten eine Schwierigkeit, eine Mauer im Weg. Diese Mauer, das war immer mein Motto, kann man zur Überwindung umstürzen, überspringen, untertunneln oder sonst wie umgehen, bloss um danach festzustellen, es steht eine weitere Mauer im Wege. Ein Projekt aufzugeben, kam aber nicht in Betracht. Die Ziele behielt ich stets fest im Blick“, erklärt Reinhard Christiansen das Geheimnis seines Erfolgs.

Journalistenpreis
Die erstaunliche Geschichte eines Elektromeisters aus Zursmannhausen bei Augsburg, der sein Haus mit Hilfe von Wasserstoff und Photovoltaik das ganze Jahr über ohne fossile Brennstoffe mit Strom und Wärme versorgt, skizzierte Stefan Hajek, von der Wirtschaftswoche, in seinem Siegerbeitrag: ‚Total unabhängig? Geht doch!‘ Die Story des schwäbischen Tüftlers Markus Hörmann inspiriert und macht Lust auf die Energiewende.

„Bei kaum einem Thema hört man so oft Sätze wie ‚Das geht noch nicht‘ oder ‚Das ist viel zu teuer‘ wie bei der Dekarbonisierung von Verkehr, Industrie und Gebäuden. Allgemein sind immer alle dafür; doch, wenn es konkret wird, sind es immer die anderen, die es angeblich damit leichter haben als man selbst. Als ich erfuhr, dass der bayerische Elektromeister Markus Hörmann eine der schwierigsten Fragen dabei (Wie speichert man genügend PV und Windstrom über den deutschen Winter?) selbst in die Hand genommen und für sich und seine Familie gelöst hat, habe ich sofort zum Hörer gegriffen und ihn um einen Vor-Ort-Termin gebeten. Ich freue mich sehr, dass sein mutiges Handeln nun indirekt – über die Auszeichnung meines Textes zu seinem Projekt – die verdiente Anerkennung in einer breiteren Öffentlichkeit findet“, so Stefan Hajek.

Insgesamt bewarben sich 15 Journalisten um den diesjährigen Journalistenpreis des EEHH-Clusters.

Text: Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur GmbH (EEHH)

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