Reto Walter Edion und Regierungsrätin Susanne Hartmann: .Schluss mit dem Diesellärm, neu wird mit Sonne- und Wasserstrom gearbeitet. Ein Vorbild für andere Alpen, damit mit den Aus der Dieselgeneratoren aus wieder Stille einkehrt.

Die Alp Malun mit ihrem neuen Energiesystem ist im Besitz der Ortsgemeinde Berschis. vlnr: Reto Walter Edion, Christian Dürr WEW, Gianni Operto AEE Suisse, Susanne Hartmann Regierungsrätin, Jann Walder lm-tech, Thomas Schnider Ortsgemeinde Berschis

Einweihung Pilotprojekt Alp Malun: Sonne statt Diesel auf Schweizer Alpen – auch dank einem JA zum CO2-Gesetz

(AEE Suisse) Dank dem technologischen Fortschritt können heute auch grössere Alpen ihren Energiebedarf aus erneuerbaren Energien gewinnen und damit ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Pilotprojekt – Kleinwasserkraft und Solarenergie kombiniert mit einer Batterie - zeigt auf, dass die Energieversorgung der Schweizer Alpwirtschaft mit der heutigen Technik vollumfänglich klimaneutral und damit Dieselfrei betrieben werden kann.


Die Stimmung auf der Alp Malun ist friedlich an diesem Mittwochnachmittag, den 1. Juni 2021. Die Sonne scheint und Gämsen zeigen sich auf den Schuttkegeln. Vereinzelt liegt noch Schnee auf den Weiden hoch über dem Walensee. Einzig der knatternde Dieselgenerator hinter den Alpgebäuden stört die Idylle. Dessen Tage sind aber gezählt, denn an diesem Nachmittag kippt die St. Galler Regierungsrätin und Vorsteherin des Baudepartements Susanne Hartmann den Schalter des Generators und schaltet die frisch erstellte Solaranlage und das Kleinwasserkraftwerk mit dem mobilen Batteriespeicher ein.

Über 1000 Liter Diesel pro Jahr
«Damit eröffnen wir ein neues Kapitel» freut sich Susanne Hartmann, «dank dem technologischen Fortschritt des letzten Jahrzehntes können heute wirtschaftliche Lösungen mit Solarkraftwerken und Batterien erstellt werden. Damit kann auch die Energieversorgung von Alpbetrieben klimafreundlich betrieben werden.» Sennereien in dieser Grössenordnung brauchen schnell über 1000 Liter Diesel pro Saison für die elektrische Energieversorgung. Bis anhin wurden auf Alpen ohne Stromnetz Autobatterien eingesetzt für die sparsame Beleuchtung oder ein Radio. Für grössere Maschinen wie Melkanlage oder Einrichtungen in der Käserei mussten die Sennen aber auf die Unterstützung von Dieselgeneratoren zurückgreifen. Dank der weltweit steigenden Nachfrage und beachtlichen Leistungen in der Forschung und Entwicklung sind nun die Preise für Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen stark gesunken. Als Resultat können heutzutage auch grössere Alpbetriebe im sogenannten Inselbetrieb mit erneuerbarem Strom versorgt werden.

Kleinwasserkraft und Solarstrom kombiniert mit Batterie
Die Alp Malun ist im Besitz der Ortsgemeinde Berschis. Diese ist auch die Bauherrin und Besitzerin des Energiesystems. Im Zuge einer Gesamtsanierung der Alpgebäude wurde ebenfalls die Energieversorgung erneuert. Eine mobile Batterie speichert den Strom der neuen Solaranlage und des loaklen Kleinwasserkraftwerkes und versorgt den gesamten Melkbetrieb und die Käserei.

Batteriezüglete im Herbst
Nach der Sömmerung wird die mobile Batterie ins Tal transportiert und dort oberhalb Berschis in der Zentrale des Kraftwerks Berschnerbach ans örtliche Stromnetz angeschlossen. Die Batterie wird über die Winterzeit durch das Wasser- und Elektrizitätswerk Walenstadt betrieben und erbringt damit ausserhalb der Alpzeit netzdienliche Leistungen.

Ein Ja zum CO2-Gesetz
Ebenfalls interessiert am Projekt ist die Nationalrätin und Energiespezialistin Priska Wismer-Felder. Sie hält fest: «Die Wertschöpfung der Energieversorgung geschieht nun vor Ort. Statt dass die Sennen Diesel auf die Alp bringen müssen, ernten sie Sonnen- und Wasserstrom von hier. Diese Entwicklung müssen wir noch weiterbringen. Die Abstimmung zum CO2 Gesetz vom 13. Juni ist dafür zentral und schafft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.»

Die Projektpartner
Das energergetische Projekt wurde vom Geschäftsleiter des Wasser- und Elektrizitätswerk Walenstadt Christian Dürr initiiert und von Reto Walter Geschäftsleiter der Edion AG projektiert. Unterstützt wurde das Pilotprojekt von der Regionalgruppe Nordostschweiz der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie. Die AEE Suisse als Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien begleitet die Entwicklung auf politischer und kommunikativer Ebene.

Text: AEE Suisse

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