Die 750-Kilowatt-Anlage in Weeze soll im Jahr circa 637‘500 Kilowattstunden Strom erzeugen. Voraussichtlich sollen 75 Prozent des Stroms aus der Anlage vor Ort verbraucht werden.

Rheinland Solar: Installiert schwimmendes Solarkraftwerk auf Gewässer eines Kieswerkes

(ee-news.ch) Rheinland Solar hat zusammen mit der Hülskens-Gruppe eine 750-Kilowatt-Solaranlage auf dem Gewässer eines Kieswerkes installiert. Die Anlage dient zur Eigenversorgung und soll einen Grossteil des jährlichen Strombedarfs des Sand- und Kieswerkes decken. Projektpartner Hülskens war als Betreiber des Kieswerks nicht nur Empfänger der Solaranlage, sondern hat auch die schwimmende Unterkonstruktion entwickelt.


Die Anlage in Vorselaer in der Nähe von Weeze ist im Juli 2020 in nur vier Wochen auf dem Gewässer des Kieswerkes installiert worden. Mit einer Leistung von 750 Kilowatt sei sie nicht nur die grösste Floating-Solaranlage in Nordrhein-Westfalen, sondern auch echte Pionierarbeit mit Leuchtturmcharakter, schreibt Rheinland Solar. Die Unterkonstruktion wurde speziell für das Projekt entwickelt und kann als Prototyp Vorlage für weitere schwimmende Solaranlagen sein.

Stahlelemente sorgen für Auftrieb
Hauptbestandteil der Unterkonstruktion sind ca. zwölf Meter lange schwimmende Elemente, die aus Stahl bestehen, und die 1872 Solarmodule tragen. Sie sorgen für den nötigen Auftrieb auf dem Gewässer und sind durch Stahlträger verbunden. Auf die Stahlträger wurden Tragprofile befestigt und darauf die Module verschraubt. Zum Einsatz kamen 400-Watt Module des Herstellers Suntech mit Halbzellentechnologie. Sie seien korrosionsbeständig und hielten rauen Witterungsbedingungen stand, so Rheinland Solar. Die Module wurden mit einer Neigung von 10 Grad in Ost- und Westrichtung installiert. Die ganze Anlage misst ca. 40 mal 120 Meter und bildet eine homogene Fläche.

Die Installation ging laut Rheinland Solar Schritt für Schritt vonstatten. Zunächst haben die Montageteams jedes Element der Unterkonstruktion einzeln vor Ort zusammengebaut, lackiert, auf das Gewässer geschoben und dort die Solarmodule installiert. Im Anschluss wurden die fünf Felder zu einer stabilen, begehbaren Einheit verschraubt. Die feste Plattform mache die Anlage robust gegen Sturm und Wind, da sich die einzelnen Elemente nicht bewegen können. Die Installation dauerte insgesamt vier Wochen. Der Installation ging eine gut dreimonatige intensive Planungsphase voraus.

Gute Zusammenarbeit
Rheinland Solar hat nicht nur die Module geliefert, sondern auch die Projektsteuerung, Netzanbindung und Direktvermarktung des Stroms übernommen. Die Hülskens-Gruppe hatte wiederum eine Doppelfunktion: Das Unternehmen ist als Betreiber des Kieswerks nicht nur Empfänger der Solaranlage, sondern hat gleichzeitig die Entwicklung und das Engineering der Unterkonstruktion übernommen. Dieses war möglich, da zur Unternehmensgruppe auch Tochtergesellschaften im Wasserbau, der Logistik und im Betonbau gehören. Das Knowhow war im Haus vorhanden; die Kompetenzen mussten lediglich gebündelt werden. Wenn alles wie geplant läuft, will Hülsken in Zukunft noch weitere Werke mit Floating-Solar ausstatten. Eine schwimmende Solaranlage ist für ein Kieswerk nicht nur deshalb eine intelligente Lösung, da kein Boden an Land für die vergleichsweise grosse Fläche der Anlage verloren geht, sondern auch, weil durch die gute Kühlung und Hinterlüftung der Module höhere Erträge zu erwarten sind.

Die 750-Kilowatt-Anlage in Weeze soll im Jahr circa 637‘500 Kilowattstunden Strom erzeugen. Voraussichtlich sollen 75 Prozent des Stroms aus der Anlage vor Ort verbraucht werden. Das Kieswerk hat einen Stromverbrauch von ca. 1.3 Mio. Kilowattstunden im Jahr. In der Woche wird der Strom zum Betrieb der Saugbagger und Siebmaschinen genutzt; am Wochenende ins Netz eingespeist. Das Kieswerk bekommt dafür eine Einspeisevergütung. Wenn alles planmässig läuft, hat sich die Anlage nach ca. sechs Jahren amortisiert.

Text: ee-news.ch, Quelle: Rheinland Solar

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