Entwicklung des durchschnittlichen Meeresspiegels seit Januar 1993 (in cm) für die Weltmeere, geschätzt basierend auf Höhenmessungen von Satelliten. Bild: Copernicus Marine Service/Copernicus Climate Change Service

Temperaturanomalien der Luft an der Meeresoberfläche im Jahr 2019 im Vergleich zum Durchschnitt der Vergleichsperiode 1993-2014. Bild:: Copernicus Marine Service/Mercator Ocean International

Copernicus: Meeresspiegel steigt schneller aufgrund zunehmender Erwärmung von Ozean

(WMO) Die Copernicus-Daten zeigen, dass der Meeresspiegel zunehmend in einer beschleunigten Rate steigt und der Ozean sich weiter Jahr für Jahr von der Oberfläche bis hinunter zu tieferen Meeresebenen erwärmt. Rund 40 % des gegenwärtigen Anstiegs des Meeresspiegels können auf erhöhte Meerestemperaturen zurückgeführt werden. Der Ozean absorbiert fast 90 % der überschüssigen, menschengemachten Wärme, die sich im Umweltsystem der Erde sammelt.


Der Copernicus Marine Service (CMEMS), der von Mercator Ocean International im Auftrag der Europäischen Kommission implementiert wird, berichtet, dass der Meeresspiegel in einer beschleunigten Rate steigt. Diese Daten wurden für den letzten “State of the Global Climate”-Report der Weltwetterorganisation genutzt. Der globale Mittelwert des Meeresspiegels ist den Daten zufolge seit 1993 konstant gestiegen, dem Jahr, in dem Beobachtungen durch Fernerkundung begannen. In ihrem Ocean State Report nennen Wissenschaftlerinnen und -schaftler des Copernicus Marine Service eine Steigungsrate von 3.3 ± 0,4 mm pro Jahr. Neue Berechnungen zeigen, dass der Anstieg des Meeresspiegels sich zusätzlich um 0.12 ± 0.073 mm pro Jahr beschleunigt. Die neueste, fünfte Ausgabe des Reports soll im Herbst 2021 öffentlich gemacht werden.

Laut Wissenschaftlerinnen und -schaftler des Copernicus Marine Service können rund 40 % des gegenwärtigen Anstiegs des Meeresspiegels auf erhöhte Meerestemperaturen zurückgeführt werden, auch thermosterischer Anstieg genannt.

90% der überschüssigen Wärme
Der Ozean absorbiert fast 90 % der überschüssigen, menschengemachten Wärme, die sich im Umweltsystem der Erde sammelt. In den letzten drei Jahrzehnten führte das laut den Daten von Copernicus Marine zu einer Erwärmung der Meeresoberflächentemperatur von 0,014 ± 0.001 °C pro Jahr. Seit 1993 erwärmt sich auch der Ozean selbst mit einer Rate von 0.9 ± 0.1 W/m2.

Die Zahlen mögen klein erscheinen, haben jedoch schwerwiegende Auswirkungen. Oberflächentemperaturen und Hitzegehalt der Ozeane haben direkten Einfluss auf den Meeresspiegel, da der Ozean durch Erwärmung expandiert und schmelzendes Meereis zusätzlich sein Volumen vergrössert.

Verheerende Folgen für das Ökosystem
Langzeiterwärmung der Ozeane haben zudem verheerende Folgen für das Ökosystem der Meere und führen zum Verlust von Lebensraum. Das wiederum betrifft die gesamte Nahrungskette und auch die menschliche Lebensmittelversorgung.

Mehr Stürme und Zyklone
Wärmere Meerestemperaturen führen nicht nur zu einem Anstieg des Meeresspiegels, sondern beeinflussen auch das Wettersystem und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von verschiedenen schwerwiegenden Wetterereignissen. So entwickeln sich beispielsweise Zyklone oft, wenn 60 Meter unter der Meeresoberfläche die Wassertemperatur eine Temperatur von 26.5 °C erreicht.

Häufigkeit von Hitzewellen zugenommen
Ausserdem entstehen Hitzewellen im Meer, wenn die Temperatur des Ozeans vorübergehend ansteigt und diese Erwärmung über einen längeren Zeitraum, normalerweise fünf Tage oder mehr, anhält. Wissenschaftlerinnen und -schaftler des Copernicus Marine Service melden, dass sowohl die Häufigkeit von Hitzewellen im Ozean als auch deren Ausmass in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen hat. Besonders betroffen ist unter anderen das Mittelmeer. 2017 wurde für das westliche Mittelmeer die höchste Anzahl an Tagen mit marinen Hitzewellen seit 1982 gemeldet. Obwohl es noch unklar ist, wie genau Hitzewellen im Meer ausgelöst werden, geht man davon aus, dass die Oberflächentemperatur und andere Variablen, die von Copernicus Marine beobachtet werden, einen grossen Einfluss auf diesen Prozess haben.

Informationen über den Anstieg des Meeresspiegels und andere Variablen des Copernicus Marine Service (CMEMS) >>

Text: Copernicus Marine Service (CMEMS)

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