In der Arbeitsgruppe Bautechnik des BSW haben sich Montagesystemhersteller mit Windkanalgutachtern für PV-Flachdachsysteme an einen Tisch gesetzt und auf einheitliche Berechnungsmethoden verständigt. ©Bild: BSW-Solar

Photovoltaik-Windlasten: BSW und Branchenexperten vereinheitlichen Berechnungsmethoden

(BSW) Unter der Leitung des deutschen Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) haben sich Branchenexperten erstmals auf vereinheitlichte Berechnungsmethoden für Windlasten von Solarstromanlagen auf Flachdächern geeinigt und diese in einem neuen Hinweispapier des Verbandes publiziert.


Photovoltaikanlagen auf Flachdächern werden in der Regel nur durch ihr Eigengewicht und zusätzlichen Ballast an Ort und Stelle gehalten, vor allem um die Dachhaut nicht zu beschädigen. Dabei muss der Planer allerdings oft zwischen der Sicherheit gegen Windsog und der Tragfähigkeit des Daches abwägen. Damit der Wind die Solaranlagen nicht vom Dach weht, sollten sie möglichst schwer sein. Um bei einer eingeschränkten Tragfähigkeit des Daches jedoch möglichst viele Solarmodule auf dem Dach installieren zu können, sollte die Anlage möglichst leicht sein.

Norm für Berechnung von Windlasten fehlt
Für den Planer kommt erschwerend hinzu, dass es in Deutschland keine Norm für die Berechnung von Windlasten für PV-Anlagen auf Flachdächern gibt. Die Hersteller der Montagesysteme lassen für ihre Produkte daher Windkanalversuche durchführen und die Kennzahlen für den auftretenden Windsog ermitteln. Doch auch mit diesen Werten fiel der berechnete Ballast für ähnliche Anlagen in der Vergangenheit sehr unterschiedlich aus.

In der Arbeitsgruppe Bautechnik des BSW haben sich deshalb die führenden Montagesystemhersteller mit Windkanalgutachtern für Photovoltaik-Flachdachsysteme an einen Tisch gesetzt und jetzt auf einheitliche Berechnungsmethoden verständigt. „Ich freue mich, dass es damit gelungen ist, die Unsicherheiten, die bisher bei der sicheren Auslegung von Flachdachsolaranlagen herrschten, zu beseitigen“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die Ergebnisse der Experten-Abstimmungen sind in das ‚Hinweispapier zur Bemessung von Montagesystemen auf Grundlage von Windkanalversuchen‘ eingeflossen, das ab sofort über den BSW-Shop vertrieben wird. Darin werden Hinweise zur sicheren Auslegung von sogenannten ballastierten Solaranlagen auf Flachdächern und leicht geneigten Schrägdächern gegeben.

Inhalte des Hinweispapiers
Folgende Inhalte finden Sie in dem Hinweispapier, das sich an Planer, Projektierer und Installateure richtet:

– Sicherheitskonzept und Sicherheitsbeiwerte nach EN 1990
– Erforderliche Nachweise
– zu betrachtende Modulblockgrössen und Modulbereiche
– Lastumlagerung lokaler hoher Windsogkräfte durch den Systemverbund
– Ermittlung des Systemverbunds mittels Versuchen
– Aufbau, Auswertung und Dokumentation von Windkanalversuchen
– Beispielrechnung zur Ballastermittlung

Das Hinweispapier zur Bemessung von Montagesystemen auf Grundlage von Windkanalversuchen steht ab sofort im BSW-Shop zum Download bereit. Für BSW-Mitglieder kostet das Hinweispapier 25 Euro.

Hinweispapier zur Bemessung von Montagesystemen auf Grundlage von Windkanalversuchen >>

Text: Deutscher Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)

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