Befliegung einer PV-Anlage der N-Ergie mit einer Drohne. ©Bild: Hagen Ruhland

Forschungsprojekt Cosima: Inspektion von Photovoltaikanlagen aus der Luft

(ee-news.ch) Damit Photovoltaik-Anlagen auch nach vielen Jahren noch leistungsfähig sind, müssen sie regelmäßig geprüft und gewartet werden. Für die Prüfung der Anlagen erproben der Energieversorger N-Ergie und das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg mit weiteren Partnern seit Juli 2018 im Forschungsprojekt Cosima den Einsatz von Drohnen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Photovoltaikanlagen zu liefern, die auf einer effizienten und intelligenten Inspektion beruhen.


Die Idee hinter Cosima: zunächst ein möglichst genaues Bild vom Zustand einzelner PV-Module ermitteln. Dafür überfliegt eine Drohne automatisch die Anlage und prüft mit einer Hochleistungskamera deren Leistungsfähigkeit – einerseits visuell, andererseits im Thermografie- und Elektrolumineszenz-Verfahren. Etwaige Fehler wie die sogenannte potential-induzierte Degradation und Risse sollen so zuverlässig aufgedeckt werden. Auch Verschmutzung und Glasbruch, die häufig zu einer Leistungsverminderung der Module führen, sollen automatisch erkannt werden – vor allem an weitläufigen oder schlecht erreichbaren Anlagen.

Software soll Empfehlungen liefern
Wesentlicher Part des Forschungsprojekts ist die Entwicklung einer Software, die die riesigen Datenmengen der hochauflösenden Bilder, der Leistungs-, Wetter- und sonstigen Messungen verarbeitet. Das Ergebnis dieser Datenanalyse soll eine konkrete Empfehlung für jedes einzelne Modul sein: Automatisiert soll geprüft werden, ob die Module unter Berücksichtigung von zu erwartenden Kosten und Ertrag ausgetauscht werden oder so belassen werden sollten.

Bereits 56 Drohnen-Flüge
Um Erfahrungen darüber zu sammeln, wie sich die Daten optimal erheben lassen und um Material für die Erprobung der Software zu gewinnen, fanden bis August 2020 bereits 56 Befliegungen von verschiedenen Photovoltaik-Anlagen (20 kW bis 10 MW) statt. Die Software steht laut den Forschungspartnern in Grundzügen schon bereit, die zugrundeliegenden Algorithmen sollen stetig weiterentwickelt werden. Der Abschluss des Projekts ist bis zum 30. Juni 2021 vorgesehen.

Text: ee-news.ch, Quelle: N-Ergie

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1 Kommentare

Max Blatter

Da erschließt sich mir der Sinn jetzt nicht ganz! Ich nehme an (und hoffe), dass bei jeder PV-Anlage die produzierte Energie zumindest in Stunden-Auflösung registriert wird; diese kann man mit dem Sollwert vergleichen (wenn auch die einfallende Solarstrahlung und die Zellentemperatur erfasst werden, geht das sogar sehr genau), wodurch sich eine allfällige Degradation erkennen lässt.
Wenn eine solche erkannt wird (und erst dann) ist es sinnvoll, der Sache nachzugehen; bei schlecht zugänglichen Anlagen meinetwegen auch mit Drohnen.
"Monitoring" heißt für mich nicht, möglichst viele Mittel einzusetzen, die gerade in Mode sind (wie eben Drohnen), sondern im Gegenteil: Mit dem kleinstmöglichen Aufwand an Datenerfassung (im Idealfall mit denjenigen Daten, die man ohnehin schon hat) die größtmögliche Menge an Information zu gewinnen.

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