13. Mär 2019

Deutschland hat gegenüber dem Vorjahr um 68 % zugelegt. Die Türkei baute fast 1 GW weniger zu als 2017, die Niederlande überraschten mit einem Zubau von 1.4 GW. Grafik: Solarpower Europe

In der EU-28 wurde 36 % mehr Leistung zugebaut, in Europa waren es immerhin noch stattliche 20 %. Grafik: Solarpower Europe

Photovoltaik: EU im Solarstromrausch – Markt legte 2018 um 36 % zu!

(AN) Der weltweite Solarmarkt wächst konstant: 2018 lag das weltweite Wachstum 5 % höher als 2017, insgesamt wurden 104.1 GW zugebaut. 2017 waren es noch 99.1 GW. Das Wachstum in der EU war mit 36 % noch beeindruckender: Wurden 2017 noch 5.9. GW zugebaut, waren es 2018 bereits 8.0 GW. Europaweit, d. h. unter Einbeziehung der Länder, die nicht zur EU gehören, wurden 20 % mehr Leistung zugebaut, sprich 11 GW gegenüber 9.2 GW im Vorjahr. In der Schweiz war das Marktwachstum bescheiden.


Nach fünf Jahren ist Deutschland erstmals wieder Europas stärkster Photovoltaikmarkt: Er wuchs innerhalb eines Jahres um 68 %, insgesamt wurden 6 GW Leistung zugebaut. An zweiter Stelle folgt die Türkei mit einem Zubau von rund 1.6 GW, gefolgt von den Niederlanden – erstmals unter den Top 3 – mit einem Zubau von 1.4 GW. An vierter Stelle liegt Frankreich mit 0.9 GW zugebauter neuer Leistung, gefolgt von Italien mit 0.5 GW.

Rund 240 Megawatt in der Schweiz
Der Schweizer Photovoltaikmarkt entwickelte sich 2018 eher bescheiden: „Unsere Hochrechnungen gehen dahin, dass ungefähr gleich viel Leistung zugebaut wurde wie 2017. Das waren bescheidene 241 Megawatt. Doch aufgrund höherer Kontingente, kürzerer Wartefristen und Klarheit über die Verordnungen erwarten wir für 2019 wieder einen Zubau von deutlich über 300 Megawatt“, erklärt David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar. „Doch um die Energiewende zu schaffen, bräuchten wir jährlich das Vierfache an Zubau!“

Christian Westermeier, Präsident von Solarpower Europe: “Das Wachstum in der EU-28 ist viel höher als das weltweite Wachstum. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die EU einerseits die Zölle auf Module aufgehoben und andererseits die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst hat.“ Der Präsident von Solarpower Europe fordert von der EU nun eine Industriestrategie, die Solarstrom noch wirtschaftlicher mache und damit grosse Investitionen im Solarsektor auslösen würde. Damit könnten Hightech-Jobs geschaffen werden. Darüber hinaus würde eine solche Strategie es der EU auch ermöglichen, die eigenen Energie- und Klimaziele zu erreichen.

China bleibt an der Spitze
Weltweit bleibt China mit einem Zubau von 44.1 GW und einem Anteil von 42 % am weltweiten Zubau das Photovoltaikland per se, auch wenn der Zubau verglichen mit 2017 um 16 % zurückging. Damit ist der Rückgang deutlich höher ausgefallen, als die Marktexperten nach der Bekanntgabe der Photovoltaikförderkürzungen der chinesischen Regierung im Mai 2018 vorausgesagt hatten. Nummer zwei weltweit bleibt die USA mit einem Zubau von 11.4 GW, gefolgt von Indien mit 8.3 GW.

Phänomenales Solarjahr 2019
Nach der plötzlichen Umstrukturierung des chinesischen Solarprogramms im vergangenen Jahr sei der Weltmarkt stark genug gewesen, um die vorübergehende Verlangsamung des weltweit grössten Solarmarkts mehr als zu kompensieren. Die gute Nachricht sei, dass viele aufstrebende Solarmärkte auf die Solarenergie setzten und der chinesische Markt bereits zurückkehre, sagte Michael Schmela, Executive Advisor und Leiter von Market Intelligence bei Solarpower Europe. Für 2019 erwartet der Verband daher ein phänomenales Solarjahr.

Solarpower Europe wird anlässlich der Intersolar Europe den ‘Global Market Outlook for Solar Power 2019 – 2023’ mit detaillierteren Zahlen zu 2018 am 14. Mai in München vorstellen.

©Text: Anita Niederhäusern, leitende Redaktorin ee-news.ch, Quelle: Solarpower Europe

1 Kommentare
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Max Blatter @ 16. Mär 2019 08:50

Ja, die PV-Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich sind faszinierend. Zumal solche Werte sowohl weltweit wie auch in der Schweiz erreicht werden. Ich baue denn auch Jahr für Jahr eine Übung zu diesem Thema in meinen Unterricht ein. Allerdings weise ich auch jedesmal darauf hin, dass solche Wachstumsraten schwer über lange Zeit zu halten sind. Das sollten wir im Auge behalten und es auch offen kommunizieren. Sonst kommt bei einem Einbruch unweigerlich das "es-geht-eben-doch-nicht" der "Erneuerbare-Energien-Skeptiker" (-Skeptikerinnen gibt es wohl nur wenige)!

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